Team Time Out

Konzept zur Erhöhung der Patientensicherheit vor medizinischen Eingriffen From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Team Time Out (TTO; deutsch: Auszeit) ist ein aus der Luftfahrt übernommener[1][2] zentraler Bestandteil eines Konzeptes, welches die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2009 zur Erhöhung der Patientensicherheit vor medizinischen Eingriffen vorschlug. Es hat sich inzwischen weltweit als verbindlich etabliert.

Anliegen

Medizinische Operationen bedeuten, juristisch gesehen, jedes Mal eine Körperverletzung und insofern einen erheblichen Eingriff in die Integrität eines Patienten. Auch wenn er hierzu aufgeklärt wurde und eingewilligt hat (Informierte Einwilligung; engl: Informed consent), erfordert der Respekt vor der Menschenwürde die Anwendung größtmöglicher Sorgfalt. Dies bedeutet, dass alle Fehlerquellen auf bestmögliche Weise ausgeschaltet werden. Vermeidbare Fehler können z. B. zustande kommen durch:

  • Verwechslung des Patienten
  • Verwechslung des Eingriffs
  • Verwechslung der Eingriffsseite
  • Unvollständige Informiertheit der Behandler bezüglich relevanter anamnestischer Fakten (z. B. Allergie des Patienten)
  • Unterlassung erforderlicher Vorbereitungen (z. B. Verabreichung eines Antibiotikums, Bereitstellung von Blutpräparaten)

Umsetzung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelte ab 2007 im Rahmen ihres Programms „Save Surgery Lives“ eine Checkliste, um die Einhaltung der medizinischen Sorgfaltspflicht besser zu gewährleisten und Fehler, wie sie oben genannt sind, vermeiden zu helfen.[3][4] Ein zentraler Bestandteil ist ein kurzes Innehalten (daher der Name Time OutAuszeit) aller am Eingriff Beteiligten unmittelbar vor dessen Beginn, bei dem die Verantwortlichen (etwa: Operateur, Anästhesist und Instrumentenschwester) sich gegenseitig alle hierfür wesentlichen Fakten mitteilen bzw. ins Gedächtnis rufen (Name des Patienten, Eingriffsart und -seite, anamnestische und technische Besonderheiten etc.). Das stattgehabte Gespräch ist anschließend rechtssicher zu dokumentieren.

Literatur

  • Markus Holtel: Kommunikation: Die wichtigste Nebensache im OP. In: Deutsches Ärzteblatt. Nr. 39, 2017 (aerzteblatt.de).

Einzelnachweise

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