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Technik der klassischen Gitarre

spieltechnische Grundlagen der klassischen Gitarre From Wikipedia, the free encyclopedia

Gegenstand dieses Artikels sind die spieltechnischen Grundlagen der klassischen Gitarre, wie sie sich im Laufe zweier Jahrhunderte herausgebildet haben. Der Begriff der Spieltechnik bezieht sich auf Fragen der Haltung, der Motorik und der Tonbildung im Dienst der musikalischen Darstellungsfähigkeit.

Haltung

Diagonale Haltung des Instrumentes

Die klassische Gitarre wird zumeist im Sitzen gespielt, wobei das Instrument mit der Zargeneinbuchtung bei Rechtshändern in der Regel auf dem linken Oberschenkel ruht. Um dem Arm der Greifhand nicht zu weit von der Körpermitte entfernen zu müssen, wird eine diagonale Ausrichtung des Gitarrenhalses angestrebt, wobei sich der Kopf der Gitarre mindestens auf Kopfhöhe des Musikers befindet.

Die diagonale Ausrichtung des Instrumentes kann auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden: Entweder wird das linke Bein durch Unterstellen eines Fußbänkchens in eine erhöhte Lage gebracht oder eine an der Zarge angebrachte Gitarrenstütze bewirkt die Aufrichtung des Instrumentes im Hals- und Kopfbereich. Letzteres ist unter medizinischen Aspekten vorzuziehen, da sowohl der andauernde Gebrauch einer Fußbank als auch „informelle“ Haltungsvarianten mit Übereinanderschlagen der Beine[1] zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann.

Damit sich der Unterarm der Anschlagshand im Bereich der Gitarrendecke frei bewegen kann, ruht der Oberarm auf dem Zargenrand, während der Daumen der Greifhand als Kontaktpunkt an der Rückseite des Gitarrenhalses dient.

Greifhand

Grundstellung der Greifhand in der II. Lage

Für die Greifhand werden in der Unterrichtsliteratur übereinstimmend zumeist folgende Prinzipien genannt:

  • Der Daumen befindet sich an der Halsseite, im Regelfall ungefähr gegenüber von Zeige- und Mittelfinger. Um die Kontaktfläche zwischen Daumen und Gitarrenhals möglichst klein zu halten, wird der Daumen überstreckt.
  • Die Finger verkürzen die Saiten dicht hinter den Bundstäbchen.
  • Als Ausgangsstellung wird in der Regel eine Handstellung propagiert, bei der sich die Fingerknöchel in einer zum Griffbrett parallelen Stellung befinden.

Anschlagshand

Anschlagshand

Die besondere Bedeutung der Anschlagshand liegt nicht nur in ihrer Funktion, die Saiten „anzuschlagen“ d. h. durch einen über die Fingerkuppe oder den Fingernagel vermittelten Impuls aus der Ruhelage auszulenken und dadurch zum Klingen zu bringen, sondern auch in ihren Möglichkeiten, weitgehend die Dynamik und die Schattierungen der Klangfarbe des Instruments zu bestimmen.

Anschlagsmodi

Von gestütztem Anschlag (span: apoyando) spricht man, wenn der Anschlagsfinger nach dem Anschlag auf die Nachbarsaite fällt, von freiem Anschlag (span.: tirando), wenn der Anschlagsfinger die Nachbarsaite nicht berührt.

Nachdem der Apoyandoanschlag im Gefolge der sogenannten „Tárrega-Schule“ und ihrer weltweit als Interpreten und Lehrer tätigen Vertreter lange als elementare Grundlage der Anschlagstechnik betrachtet wurde, haben sowohl die seit dem Ende des 20. Jahrhunderts zunehmende Bedeutung der historisch informierten Aufführungspraxis als auch Veränderungen des Klangideals der Konzertgitarre dazu geführt, dass der historisch ältere Tirandoanschlag wieder zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Klangfarben

Je nach Position der Anschlagshand lassen sich auf der Gitarre unterschiedliche Klangfarben (Register) erzeugen. Als klanglich neutraler Anschlagspunkt gilt in der Regel der die Saitenlänge zwischen Steg und Griffbrettansatz halbierende Bereich. In Griffbrettnähe erzielt man einen weichen, direkt am Steg einen harten, metallischen Klang.

Literatur

  • Peter Päffgen: Die Gitarre – Geschichte, Spieltechnik, Repertoire. Schott Music, Mainz 2002, ISBN 3-7957-2355-8.
  • Hubert Käppel: Die Technik der modernen Konzertgitarre: Detailliertes Kompendium zu den Grundlagen und Spieltechniken der Gitarre im 21. Jahrhundert mit umfassendem, progressiv aufgebautem Übungsteil. AMA-Verlag, 2011, ISBN 978-3-89922-143-5.

Lehrwerke (Auswahl)

  • Dieter Kreidler: Gitarrenschule: für Einzel- oder Gruppenunterricht. Band 1: Gitarre. Schott Music, Mainz 1985, ISBN 3-7957-5400-3.
  • Frederick Noad: Solo Guitar Playing - Book 1. 4. Auflage. Amsco Publication, 2009, ISBN 978-0-8256-3679-0.

Verweise

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