Tekla Griebel Wandall
dänische Komponistin, Pianistin und Musiklehrerin
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Tekla Griebel Wandall (* 26. Februar 1866 in Randers; † 28. Juni 1940 in Buddinge) war eine dänische Komponistin, Pianistin und Musiklehrerin.[1] Seit den 2020er-Jahren werden zahlreiche lange unbeachtete Werke aus Archiven wieder zugänglich gemacht und in Konzerten sowie auf Tonträgern neu präsentiert.[2]

Leben
Sie wuchs als Tochter des Musikers Theodor Johan Heinrich Griebel und der Lehrerin Camilla Joachimine Andresen auf.[1] Ab etwa dem siebten Lebensjahr erhielt sie vom Vater Klavierunterricht und später Gesangsstunden beim Opernsänger J. L. Nyrop.[1] Mit 15 Jahren wurde sie an der Tegneskolen for Kvinder aufgenommen und bildete sich dort mehrere Jahre zur Figurzeichnerin aus, bevor sie sich ganz der Musik zuwandte.[1]
Für das Kopenhagener Musikkonservatorium bereitete sie sich weitgehend autodidaktisch vor und studierte dort von 1889 bis 1891 Komposition bei Jørgen Malling sowie Musiktheorie bei Orla Rosenhoff.[1] Am 3. Mai 1902 heiratete sie den Theologen und Schriftsteller Hans Frederik Wandall, mit dem sie 1904 den Sohn Svend bekam.[1] Nach der Geburt litt sie an einer Stoffwechselerkrankung, später zudem an Gicht.[1] Im Jahr 1910 zog die Familie nach Fredensborg. Tekla Griebel Wandall starb am 28. Juni 1940 in Buddinge im Gladsakse Sogn.[1]
Wirken
In den Jahren 1893 bis 1894 wurden fünf ihrer Liedsammlungen im Den Kgl. Hofmusikhandel veröffentlicht.[3] Ihre BallettmusikRosentiden wurde 1895 bei der Kvindernes Udstilling aufgeführt und gilt als ihr offizielles Debüt.[4] Ebenfalls 1895 wurde ihre Oper Skjøn Karen in Breslau gespielt und 1899 am Det Kongelige Teater in Kopenhagen gezeigt.[1] Zu ihren gedruckten Werken zählen auch die Klavierschule Musikalsk Børnehave (1898) sowie die Kantate Fred, die 1899 beim Kvindernes Fredsmøde erfolgreich aufgeführt wurde.[1]
Ihr Gesamtwerk wird auf 103 Kompositionen beziffert, wobei der Schwerpunkt auf Vokalmusik liegt, die Texte expressiv-dramatisch ausdeutet und von farbig wechselnder Harmonik getragen ist.[1] Viele Werke blieben zu Lebzeiten ungedruckt und wurden selten aufgeführt, weshalb neuere editorische Projekte den Nachlass systematisch erschließen und praktisch-wissenschaftliche Ausgaben bereitstellen.[3] Teile der Oper Kong Hroars Skjalde blieben im Archiv des Kongelige Teater lange unberührt, bis sie durch musikwissenschaftliche Erschließung wieder für Aufführungen greifbar wurden.[5] Eine Konzertfassung mit Auszügen aus Kong Hroars Skjalde erfolgte am 18. August 2025 beim Copenhagen Opera Festival.[6] Im September 2025 wurden beim Rued Langgaard Festival Lenore und Szenen aus Kong Hroars Skjalde aufgeführt.[7]
Die erste eigenständige Biografie veröffentlichte der Musikwissenschaftler Thomas Husted Kirkegaard 2022 in der Reihe Danske Komponister beim Forlaget Multivers.[8] Das Album Songs mit Ersteinspielungen erschien im März 2026 bei Dacapo Records und wurde von Louise McClelland Jacobsen, Sophie Haagen, Kristoffer Appel und Asmus Hanke Frederiksen (Gesang) sowie Laurits Dragsted (Klavier) eingespielt.[2][9][10]