Tel-Aviv-Marathon
israelischer Marathon
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Der Tel-Aviv-Marathon ist ein jährlicher Marathonlauf in Israel. Die Organisatoren sind die Stadt Tel Aviv und der israelische Leichtathletikverband.
| Austragungsort | Tel Aviv |
| Erste Austragung | 1981 |
| Rekorde | |
| Distanz | 42,195 Kilometer |
| Streckenrekord | Männer: 2:10:11 h, 2023 Frauen: 2:35:20 h, 2026 |
| Website | Offizielle Website |



Der Tel-Aviv-Marathon ist eine der größten Sportveranstaltungen in Israel und die größte Marathonveranstaltung des Landes. 2026 bestand das Teilnehmerfeld aus rund 50.000 Läufern.
Geschichte
Der erste Tel-Aviv-Marathon fand 1981 statt und wurde bis 1994 jährlich ausgetragen. Im Jahr 2009 wurde die Veranstaltung wiederbelebt und wird seitdem mit wenigen Unterbrechungen jährlich ausgetragen. Im Zuge der Veranstaltung finden am frühen Vormittag beginnend neben dem Marathon- und Halbmarathonlauf auch Rennen über 5- und 10-Kilometer sowie ein Halbmarathon-Bewerb für Handbike-Fahrer statt. Da der Lauf durch das dichte Stadtgebiet im Zentrum führt – vom Rokach-Boulevard im Norden bis zum Jerusalem-Boulevard von Jaffa im Süden – kommt es von den frühen Morgenstunden an bis in den frühen Nachmittag hinein zu umfangreichen Straßensperren und Verkehrsbehinderungen sowie der Einstellung von Linien des öffentlichen Nahverkehrs. Die Sicherheitsvorkehrungen sind entsprechend groß; 2026 waren entlang der Strecken sowie an den Sammel- und Zielbereichen rund 1000 Polizeikräfte eingesetzt.[1]
2013 wurde der Lauf über die Marathondistanz aufgrund der für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen von der Stadtverwaltung um eine Woche verschoben, der Halbmarathonlauf jedoch wie geplant am 15. März abgehalten, da dieser als weniger anspruchsvoll galt. Trotz einiger kritischer Stimmen, die angemerkt hatten, dass der kürzere Lauf in der Regel weniger erfahrene und trainierte Läufer anziehe, die den anstrengenden Bedingungen stärker ausgesetzt seien, entschied sich die Stadt auch aufgrund des Besuchs von US-Präsident Barack Obama in Israel gegen eine Verschiebung der gesamten Laufveranstaltung. Die Temperaturen in Tel Aviv stiegen am Renntag auf 34 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von 35 %. Mehr als 100 der etwa 35.000 Läufer brachen zusammen oder mussten aufgrund leichter bis mittelschwerer Verletzungen behandelt werden. Mehr als 20 wurden ins Krankenhaus eingeliefert, von denen sich am Nachmittag des nächsten Tages noch 15 in stationärer Behandlung befanden, drei davon auf der Intensivstation und einer auf der neurologischen Abteilung. Ein 29-jähriger Läufer und Soldat der Spezialeinheit Oketz, der zusammengebrochen war, verstarb im medizinischen Zentrum Tel Aviv Sourasky.[2] Der für eine Woche später geplante Lauf über die Marathondistanz wurde daraufhin von der Stadt abgesagt.[3] Im Anschluss empfahl ein Expertengremium, Veranstaltungen abzubrechen, wenn die Temperaturen über 28 Grad Celsius steigen sollten.[4]
2015 wurde die Laufveranstaltung, die nun bereits am 27. Februar stattfand, wegen hoher Temperaturen gegen 10 Uhr Ortszeit abgebrochen. Bis dahin waren bereits rund 90 Menschen wegen Hitschlägen oder Prellungen behandelt sowie zwei Personen ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem sie von Sanitätern wiederbelebt worden waren.[5]
Inmitten der COVID-19-Pandemie kam es fünf Tage vor dem Marathon 2020 zu einer Dringlichkeitssitzung im Gesundheitsministerium, in der Gesundheitsminister Yaakov Litzman aufgrund der Anreise von Läufern aus Übersee die Absage des Rennens forderte.[6] Um den Start der im Land befindlichen Läufer zu ermöglichen, gab die Stadtverwaltung von Tel Aviv bekannt, den Anweisungen des Gesundheitsministeriums entsprechend, ausländischen Startern die Teilnahme zu verweigern.[7] Drei Tage vor dem Start teilte die Stadt dann mit, dass der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums die Teilnahme aller Läufer genehmigt habe, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Land befänden. Die Teilnahme später ankommender Personen sei weiterhin untersagt. Die Laufveranstaltung fand daraufhin mit rund 40.000 Teilnehmern statt.[8]
2024 wurde die Laufveranstaltung aufgrund des Gazakrieges und der Konfrontationen mit der Hisbollah im Libanon abgesagt.[9] 2025 nahmen rund 45.000 Läufer an der Veranstaltung teil, wobei zu Beginn des Marathons sowie Halbmarathons und der 10-km- und 5-km-Läufe jeweils 59 gelbe Ballons in den Himmel gestartet wurden, um das Leid der 59 Geiseln zu symbolisieren, die zu diesem Zeitpunkt noch in Gaza festgehalten wurden. Als Zeichen der Anerkennung für die Sicherheitskräfte nach 16 Monaten Kampfhandlungen wurde ein spezieller 3-Kilometer-Lauf für im Krieg verwundete Soldaten und kriegsversehrte Veteranen veranstaltet, zudem konnten tausende reguläre Soldaten und Reservisten kostenlos bzw. zu ermäßigten Preisen teilnehmen.[10]
2026 wurde mit rund 50.000 Teilnehmern, davon mehr als 12.000 beim Halbmarathon und 3000 beim Marathon, ein Rekord verzeichnet, wobei die Äthiopierin Baraki Gebriala mit 2:35:20 einen neuen Rekord auf der Marathondistanz der Frauen aufstellte, der seit 2017 mit 2:35:50 von der Kenianerin Margaret Njuguna gehalten wurde. Bei den Männern belegte Dickson Simba Nyakundi aus Kenia mit einer Zeit von 2:10,14 den ersten Platz und verpasste die Rekordzeit damit nur um drei Sekunden.[11]
Statistik
Streckenrekorde
Siegerliste
Quellen: ARRS[12] Neu aufgestellte Rekorde werden Fett markiert
| Datum | Männer | Nation | Zeit | Frauen | Nation | Zeit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 27. Feb. 2026 | Dickson Simba Nyakundi | 2:10:14 | Baraki Gebriala | 2:35:20 | ||
| 28. Feb. 2025 | Felix Kimuta | 2:12:12 | Omosa Teresiah Kwamboka | 2:37:36 | ||
| 2024 | Entfallen | |||||
| 24. Feb. 2023 | Dominic Kipngeno Mibei | 2:10:11 | Margaret Wangui Njuguna -5- | 2:42:40 | ||
| 25. Feb. 2022 | Vincent Rono | 2:12:55 | Mintamir Bikaya | 2:53:01 | ||
| 27. Feb. 2020 | Tobias Singer | 2:31:01 | Elena Tolstykh | 2:44:17 | ||
| 22. Feb. 2019 | Samuel Demie | 2:14:31 | Margaret Wangui Njuguna -4- | 2:40:26 | ||
| 23. Feb. 2018 | Ernest Kebenei | 2:19:53 | Margaret Wangui Njuguna -3- | 2:58:18 | ||
| 24. Feb. 2017 | Belete Mekonen Gezu | 2:12:12 | Margaret Wangui Njuguna -2- | 2:35:51 | ||
| 26. Feb. 2016 | William Kiprono Yegon -2- | 2:10:51 | Lonah Chemtai Salpeter | 2:40:17 | ||
| 27. Feb. 2015 | William Kiprono Yegon | 2:10:30 | Azeb Weldehawariat | 2:51:24 | ||
| 28. Feb. 2014 | Ezekiel Koech | 2:14:40 | Margaret Wangui Njuguna | 2:44:23 | ||
| 15. März 2013 | abgesagt auf Grund der Hitzewelle | |||||
| 30. März 2012 | Samuel Tarus Too | 2:15:15 | Abeba Tola Eda | 2:38:27 | ||
| 8. Apr. 2011 | Josephat Rono Kipkemboi | 2:19:02 | Worknesh Shasha Oda | 2:40:35 | ||
| 14. Mai 2010 | Avraham Hailemelkot | 2:49:34 | Orna Blau -2- | 3:13:30 | ||
| 24. Apr. 2009 | Daniel Kipchumba | 2:38:06 | Orna Blau | 3:07:41 | ||
| 1995 – 2008 | keine Veranstaltung | |||||
| 15. März 1994 | Gezahenge Birra | 2:19:37 | Czesława Mentlewicz -2- | 2:40:44 | ||
| 15. März 1993 | Aiduna Aitnafa | 2:21:37 | Cinzia Allasia | 3:10:57 | ||
| 16. März 1992 | Tumo Turbo | 2:14:56 | Alina Magamedirowa | 2:47:47 | ||
| 15. Apr. 1991 | Tesfaye Segne | 2:19:50 | Loredana Ricci -2- | 2:58:12 | ||
| 15. März 1990 | Hannu Korkalainen | 2:30:32 | Loredana Ricci | 3:20:12 | ||
| 16. März 1989 | Osmiro daSilva | 2:13:23 | Czesława Mentlewicz | 2:53:18 | ||
| 6. März 1988 | Jean-Claude Louison | 2:22:21 | Adriana Barbu | 2:44:03 | ||
| 19. März 1987 | Michel Constant | 2:23:27 | Erika Krüger | 3:26:28 | ||
| 3. März 1986 | Michel Schwind | 2:30:05 | Elena Murgoci | 2:49:32 | ||
| 7. März 1985 | Jean-Michel Charbonnel -2- | 2:23:06 | Lise Kristiansen | 3:01:27 | ||
| 19. März 1984 | Gheorghe Sandu | 2:27:05 | n/a | --- | ||
| 28. März 1983 | keine Daten | |||||
| 9. März 1982 | Yves Seigneuric Claude Minni |
2:26:56 | Navah Ezra | 4:31:15 | ||
| 19. März 1981 | Jean-Michel Charbonnel | 2:35:47 | Zahava Eliasi | 4:02:51 | ||
Weblinks
- Offizielle Website
- Marina Choikhet: Rennen der Rekorde. Beim Tel-Aviv-Marathon 2012 starteten auch zahlreiche Teilnehmer aus Deutschland, in: Jüdische Allgemeine vom 5. April 2012.