Telepathologie

From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Telepathologie ist ein Teilgebiet der Telemedizin. Dabei werden Mikroskop- und Laborbefunde, vor allem histologische Schnitte und zytologische Ausstriche nicht durch einen persönlich vor Ort anwesenden Facharzt beurteilt und auch nicht per Post oder Kurier verschickt, sondern digitalisiert in ein entferntes Zentrum oder sogar ins Ausland fernübertragen. Dies kann beispielsweise für Entwicklungsländer nützlich sein, wo es zu wenig Pathologen gibt. Allerdings können bei der Herstellung der Schnitte und Fotografien Fehler gemacht werden, die der entfernte Fachmann nicht ausgleichen kann.[1] In Deutschland mit seiner hohen Facharztdichte wird die Telepathologie in Kliniken mit mehreren Standorten eingesetzt, und auch für schnelle Zweitmeinungen, etwa im Mammografiescreening.[2]

Eine spezielle Zusatzbezeichnung oder ärztliche Weiterbildung für Telepathologie existiert in Deutschland noch nicht. Typischerweise wird sie durch einen Facharzt für Pathologie oder Laboratoriumsmedizin vorgenommen.

Prinzipiell wird bei der Telepathologie zwischen statischer Telepathologie und dynamischer Telepathologie unterschieden:

  • Statische Telepathologie – Verwendung von digitalen Bildern verschiedener Teile einer Sektion
    • Auswahl der relevanten Bilder ist entscheidend und kritisch
    • Bildtransfer via ISDN, Internet, FTP, E-Mail
    • Akustischer Informationsaustausch gleichzeitig oder offline
    • Experte ist nur verantwortlich für die Befundung der erhaltenen Bilder
  • Dynamische Telepathologie – Verwendung von modernen Telekommunikationsstrukturen zur
    • Fernsteuerung eines Mikroskops
    • Bilddokumentation und Automatischen Bildübertragung

Für kleine Krankenhäuser ergibt sich der Vorteil, keine eigenen Pathologen vorhalten zu müssen. Größere Kliniken können Zweitmeinungen oder Referenzpathologen über die Verbindungen abfragen. Telepathologiesoftware gibt es seit den 1990er Jahren, heute werden die Systeme international von zahlreichen Firmen angeboten.[3] Eine nichtkommerzielle, 2001 als Open-Source implementierte Softwarelösung namens iPath der Universität Basel[4] richtet sich vor allem an Nutzer aus Entwicklungsländern.[5]

Literatur und Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI