Tell the Truth!
Musikalbum von Phil Upchurch
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Tell the Truth! ist ein Musikalbum von Phil Upchurch. Die 2000 in den Bakery Recording Studio in North Hollywood entstandenen Aufnahmen erschienen im Juni 2001 auf dem Label Evidence.
| Tell the Truth! | ||||
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| Studioalbum von Phil Upchurch | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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Evidence Records | ||||
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Format(e) |
CD, Download, Doppel-LP | |||
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Titel (Anzahl) |
13 | |||
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1:19:12 | ||||
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Besetzung |
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Studio(s) |
Bakery Recording Studio, North Hollywood | |||
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Hintergrund
Zusammen mit David Arnay am Piano, Kevin Axt am Bass, Vince Wilburn Jr. am Schlagzeug und Mike Smith an den Perkussionsinstrumenten spielte der Gitarrist Phil Upchurch das Album 40 Jahre nach dessen erster Aufnahme als Bandleader ein (Philip Upchurch Combo).[1] Upchurch merkte an, dass diese CD eine der wenigen gewesen sei, bei denen er Stil und Stücke selbst auswählen konnte.[2] An der Spitze seines Quartetts präsentiert Upchurch Standards wie Jive Samba, Take Five, Misty und St. Louis Blues.
Titelliste
- Phil Upchurch: Tell The Truth! (Evidence 22222)[3]
- Jive Samba (Nat Adderley) 5:30
- Jack of Speed (Walter Becker / Donald Fagen) 6:23
- La Costa (Natalie Cole / Linda Williams) 7:51
- Manhattan (Eric Johnson) 6:14
- Take Five (Paul Desmond) 7:57
- Home Again (David Arnay) 5:10
- Long Gone Bird (Roland Vasquez) 6:35
- Tell the Truth (Phil Upchurch) 5:27
- (Every Time I Turn Around) Back in Love Again (Zane Grey / Len Ron Hanks) 5:23
- St. Louis Blues (W. C. Handy) 7:57
- Girl Talk (Neal Hefti / Bobby Troup) 6:01
- She’s Alright (Phil Upchurch) 6:27
- Misty (Johnny Burke / Erroll Garner) 2:17
Rezeption
Paula Edelstein verlieh dem Album in Allmusic viereinhalb Sterne und schrieb, der weltbekannte Gitarrist würde auf Tell the Truth 13 großartige Songs präsentieren. Upchurch spiele Blues, Soul, Rhythm & Blues und Jazz; damit beweise er seine bemerkenswerte Vielseitigkeit mit Klassikern wie „Jive Samba“, „La Costa“, dem Titeltrack und dem „St. Louis Blues“. Seine Flamenco-Version von „La Costa“ klinge wunderschön und stilvoll, und in seiner Solo-Version von „St. Louis Blues“ stelle er seine Stride-Gitarrentechnik eindrucksvoll unter Beweis. Die Höhepunkte dieses großartigen Programms seien jedoch „Tell the Truth“, ein Song, den Upchurch in Anlehnung an Ray Charles geschrieben habe, und sein großartiges Arrangement von Dave Brubecks „Take Five“, das er ähnlich wie George Bensons Hit „Breezin’“ interpretiere. Dieses großartige Album sei ein Juwel und nicht mit Gold aufzuwiegen.[1]
Ob bewusst oder unbewusst, Upchurch präsentiere hier nicht nur seine souveräne und zugleich feinfühlige Virtuosität am Instrument, sondern auch seine Flexibilität, hieß es in All About Jazz. In Anlehnung an seine Zusammenarbeit mit Nat Adderley eröffnet Upchurch die CD mit „Jive Samba“. Dabei ergründet er die harmonischen Grundlagen des Stücks und die dramatische Dynamik seines ersten Endes. Gleichzeitig offenbare er das oft übersehene oder unterschätzte Talent von Steely Dan, wenn er sanft in „Jack Of Speed“ übergeht. Auch David Arnays „Home Again“ bleibe in diesem lässigen Stil erhalten und ermöglicht Upchurchs entspanntem Spielfluss über die sich allmählich entwickelnden Harmonien. Im Gegensatz dazu würde Upchurch „Take Five“ nicht als Wiederholung des Brubeck-Ansatzes interpretieren, sondern als lateinamerikanisch angehauchte Version, die den Stück aus der Perspektive eines Gitarristen mit fließenden Melodien und atmosphärischen Klanglandschaften betrachte. Bei „St. Louis Blues“ spiele Upchurch solo und verleihe dem Stück einen lässigen Touch, indem er Bassist und Gitarrist in einer Person vereine. Auch „Misty“ präsentiere er als Solo, diesmal jedoch lyrischer, rubatoreicher und nuancenreicher im Stil eines Kenny Burrell. „Girl Talk“, begleitet von seinen drei Begleitmusikern, würde wie eine Weiterführung des selbstbewussten und akkordreichen Stils von „Misty“ wirken, angereichert mit Humor und Blues-Flair.[2]
Phil Upchurch, einer der großen Soul-Jazz-Gitarristen der 1970er Jahre, der mit Alben wie „Darkness, Darkness“ große Erfolge feierte und unter anderem auch als Rhythmusgitarrist und Arrangeur für George Benson maßgeblich zum Erfolg beitrug, sei um die Jahrtausendwende vielleicht nicht mehr so gefragt gewesen, schrieb Kevin Le Gendre (Jazzwise) 2024 anlässlich der Neuauflage als Doppel-LP. Doch wie diese gelungene Session beweise, habe er nichts von seinem Können eingebüßt. Während der Chicagoer diese zeitlosen Melodien mit viel Feingefühl und Swing interpretiert, beweise er auch bei langsameren Tempi sein Können, wo seine Leichtigkeit und sein Gespür für harmonische Farben voll zur Geltung kämen. Der Gitarrist würde zu Recht den Status eines Elder Statesman genießen, wie dieses bisher wenig beachtete Album beweise, das eine erneute Entdeckung absolut verdiene.[4]