Tempel des Jupiter invictus
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Der Tempel des Jupiter Invictus (Tempel des unbesiegten Jupiter) war ein antiker Tempel des Jupiter in Rom. Die Lage ist in der Überlieferung nicht angegeben. In der modernen Forschung wird er mit einem 1866 von Pietro Rosa am sogenannten clivus Palatinus auf dem Palatin freigelegten Podium verbunden, diese Identifizierung ist jedoch umstritten.
Überlieferung
Ovid nennt in den Fasti (Kalendergedichte über die Festtage im römischen Jahr) zum 13. Juni einen Tempel des Iuppiter Invictus: „Idibus Invicto sunt data templa Iovi“.[1] Für den 13. April nennt Ovid außerdem einen Tempel des Iuppiter Victor (Jupiter der Sieger).[2] Die spätantiken Regionarkataloge führen in der Regio X, also auf dem Palatin, eine aedes Iovis victoris (Tempel des Jupiter, des Siegers) auf.[3]
Daneben ist für den Palatin ein Tempel des Iuppiter Propugnator (Jupiter der Vorkämpfer) bezeugt. Samuel Ball Platner und Thomas Ashby verweisen dafür auf fragmentarische Fasti eines Kollegiums, die den Versammlungsort „in Palatio in aede Iovis Propugnatoris“ nennen. Die Fragmente werden in die Jahre 190 bis 238 n. Chr. datiert.[4] Die Überlieferung führt also für den Palatin mehrere Tempel des Jupiter mit jeweils unterschiedlichen Attributen auf, die jeweils an verschiedenen Festtagen Gegenstand der Verehrung waren.
Archäologischer Befund
Das mit dem Tempel des Iuppiter Invictus in Verbindung gebrachte Podium liegt am nördlichen Rand des Palatins, zwischen dem heutigen Eingang zum neronischen Kryptoportikus und dem sogenannten clivus Palatinus, im Bereich der Fundamente des Domitiansbogens, und wurde 1866 von Pietro Rosa freigelegt.[5]
Erhalten sind die Fundamente und Teile des aus opus caementicium bestehenden Podiums. Graffeo und Pensabene geben für den erhaltenen Bau eine Breite von etwa 12 Metern und eine Länge von etwa 24 Metern an. Das ursprüngliche Aussehen des Podiums ist durch Einstürze, spätere Eingriffe und Wiederverfüllungen stark verändert.[6]
Zwischen 2009 und 2013 untersuchte das Dipartimento di Scienze dell’Antichità der Universität La Sapienza den Bereich erneut. Ziel war unter anderem die Klärung des Verhältnisses zwischen dem Nordrand der Domus Flavia und dem am Palatinrand liegenden Tempelpodium.[5] Die Untersuchungen betrafen auch die Frage, ob die Front des Baus zum clivus Palatinus oder zur Domus Flavia gerichtet war.[5]
Deutung
Platner und Ashby hielten die Frage nach den Tempeln des Iuppiter Victor beziehungsweise Iuppiter Invictus bereits 1929 für ungeklärt und sahen damals keine haltbare Gleichsetzung des palatinischen Tempels mit erhaltenen Bauresten.[7]
In der jüngeren Forschung wurden sie von Mario Torelli als Tempel des Iuppiter Victor, von Claudia Cecamore als Tempel des Iuppiter Invictus und von Filippo Coarelli als Tempel des Iuppiter Propugnator gedeutet.[5]
Literatur
- Samuel Ball Platner, Thomas Ashby: A Topographical Dictionary of Ancient Rome. Oxford University Press, London 1929, S. 303, 306–307 (Digitalisat).
- Filippo Coarelli: Iuppiter Invictus, aedes (in Palatio). In: Lexicon Topographicum Urbis Romae. Bd. 3: H–O. Rom 1996, ISBN 88-7140-096-8, S. 143 (Digitalisat).
- Vincenzo Graffeo, Patrizio Pensabene: Indagini sul Palatino: fronte della Domus Flavia e c.d. Tempio di Iuppiter Invictus. In: Notizie degli scavi di antichità, Serie IX, Band 27–28, 2016–2017, Rom 2018, S. 5–28 (Digitalisat).