Tennis Borussia Berlin (Frauenfußball)

Frauenmannschaft von Tennis Borussia Berlin From Wikipedia, the free encyclopedia

Tennis Borussia Berlin (vollständiger Name Tennis Borussia Berlin e. V.) ist ein Sportverein in Berlin. Die Abteilung Frauenfußball des am 9. April 1902 gegründeten Klub wurde dreimal deutscher Vizemeister und spielte acht Jahre lang in der Bundesliga. Die Abteilung wurde im Jahre 2018 aufgelöst.

Schnelle Fakten
Tennis Borussia Berlin
Logo
Voller NameTennis Borussia Berlin e. V.
OrtBerlin
Gegründet9. April 1902
Aufgelöst2018 (Abteilung)
Vereinsfarbenlila-weiß
StadionMommsenstadion
Höchste LigaBundesliga
Erfolge 3 × Deutscher Vizemeister
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Geschichte

Am 28. Juli 1970 gründete der Verein eine Abteilung für Frauenfußball.[1] Bereits seit September 1969 existierte im Verein eine Trainigsgruppe junger Frauen unter der Leitung von Horst Nußbaum (Jack White), der seinerzeit für die Amateurmannschaft von Tennis Borussia spielte und später eine Karriere als Musikproduzent einschlug.[2] In damals noch geteilten Berlin wurde Tennis Borussia Berlin rasch zum führenden Verein und gewann bis zur Einführung der Bundesliga im Jahre 1990 zwölfmal die Berliner Meisterschaft und sieben Mal den Berliner Pokal. Auf Bundesebene erreichten die Berlinerinnen 1975 bereits den dritten Platz. Ein Jahr später erreichte die von Helmut Jonas trainierte Mannschaft erstmals das Finale, welches mit 2:4 nach Verlängerung gegen den FC Bayern München verloren wurde. 1981 erreichte die mittlerweile von Barbara Streuffert trainierten Berlinerinnen zum zweiten Mal das Endspiel. Gegen die SSG 09 Bergisch Gladbach war die Mannschaft chancenlos und verlor mit 0:4. Zwei Jahre später erreichte Tennis Borussia zum dritten und letzten Mal das Finale. Wieder hieß der Gegner Bergisch Gladbach, der sich dieses Mal mit 6:0 durchsetzen konnte.[3] Die Qualifikation für die neu geschaffene Bundesliga wurde jedoch verpasst, weil sich der 1. FC Neukölln den Berliner Meistertitel im Jahre 1990 holte.

Ein Jahre später holte Tennis Borussia dies mit etwas Glück nach. Am letzten Spieltag gewann die Mannschaft gegen Grün-Weiß Brauweiler, die bereits als Aufsteiger feststanden. Parallel dazu trennten sich der STV Lövenich und der TV Jahn Delmenhorst unentschieden, so dass die Berlinerinnen dank eines mehr erzielten Tores den Aufstieg schafften.[4] In der Saison 1993/94 erreichte die Mannschaft den dritten Platz der Nordgruppe, wies aber bereits elf Punkte Rückstand auf den zweiten Platz auf, der zur Teilnahme an der Endrunde um die Meisterschaft berechtigte. Bereits drei Jahre später wurde Tennis Borussia Tabellenletzter und musste in die Regionalliga Nordost absteigen.[5] Dort blieb die Mannschaft in den Spielzeiten 1999/00 und 2000/01 als Meister jeweils ungeschlagen. Beide Male wurde jedoch die Rückkehr in die Bundesliga verpasst. Zuerst hatte der FFC Heike Rheine die Nase vor und ein Jahr später setzten sich der Hamburger SV und der SC Freiburg durch. 2002 klappte es besser und Tennis Borussia stieg als Sieger der Aufstiegsrunde wieder in die Bundesliga auf.[4] Nach nur einer Saison im Oberhaus folgte als Vorletzter der Saison 2002/03 der direkte Wiederabstieg.[5] In der folgenden Saison 2003/04 wurde die Mannschaft erneut ungeschlagen Meister der Regionalliga, scheiterte aber in der Aufstiegsrunde an der SG Essen-Schönebeck und dem TSV Crailsheim.[4]

Trotz des verpassten Aufstiegs war Tennis Borussia nun für die neu geschaffene 2. Bundesliga Nord qualifiziert, wo die Mannschaft stets Spitzenpositionen einnahm. 2005 und 2008 wurden die Berlinerinnen jeweils Vizemeister hinter dem FFC Brauweiler Pulheim bzw. dem Herforder SV. In der Saison 2008/09 klappte es dann mit der Meisterschaft und dem dritten Aufstieg von Tennis Borussia in die Bundesliga. Doch wie schon in der Saison 2002/03 musste die Mannschaft direkt wieder absteigen. Tiefpunkt der Saison war eine 0:13-Niederlage beim 1. FFC Frankfurt.[5] In der folgenden Zweitligasison 2010/11 wurde Tennis Borussia nur Vorletzter, was den Abstieg in die Regionalliga Nordost bedeutete. Dort wurden die Berlinerinnen in der Saison 2011/12 Neunter. Am Saisonende zog der Verein die Mannschaft zurück. Ab 2013 stellte Tennis Borussia eine Mannschaft in der Kleinfeld-Verbandsliga, deren Meisterschaft viermal gewonnen wurde. Nach der Saison 2018 wurde die Abteilung aufgelöst.[6] Im DFB-Pokal erreichte Tennis Borussia Berlin viermal das Viertelfinale.[7]

Erfolge

Saisonbilanzen

Vor der Bundesliga (1974 bis 1990)

Weitere Informationen Saison, Meisterschaft ...
SaisonMeisterschaftDFB-PokalSaisonMeisterschaftDFB-PokalSaisonMeisterschaftDFB-Pokal
1973/74Vorrundenicht ausgetragen 1979/80nicht qualifiziertnicht ausgetragen 1985/86Viertelfinalenicht qualifiziert
1974/75Dritternicht ausgetragen 1980/81Finalenicht qualifiziert 1986/87Viertelfinalenicht qualifiziert
1975/76Finalenicht ausgetragen 1981/82nicht qualifiziertnicht qualifiziert 1987/88AchtelfinaleAchtelfinale
1976/77Achtelfinalenicht ausgetragen 1982/83FinaleViertelfinale 1988/89AchtelfinaleAchtelfinale
1977/78nicht qualifiziertnicht ausgetragen 1983/84Viertelfinalenicht qualifiziert 1989/90nicht qualifiziertnicht qualifiziert
1978/79nicht qualifiziertnicht ausgetragen 1984/85nicht qualifiziertAchtelfinale
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Nach Einführung der Bundesliga

Grün unterlegte Platzierungen kennzeichnen einen Aufstieg während rot unterlegte Platzierungen auf Abstiege hinweisen. Gelb unterlegte Platzierungen zeigen Teilnahmen an Aufstiegsrunden an, die jedoch nicht zum Aufstieg führten.

Weitere Informationen Saison, Liga ...
SaisonLigaPlatzSUNTorePunkteDFB-Pokal
1990/91Verbandsliga Berlin01.1611090:0633:03 Achtelfinale
1991/92Bundesliga Nord07.07211027:3016:24 Viertelfinale
1992/93Bundesliga Nord06.08208023:2518:18 Achtelfinale
1993/94Bundesliga Nord03.07605028:2120:16 Achtelfinale
1994/95Bundesliga Nord08.02709016:3611:25 Achtelfinale
1995/96Bundesliga Nord07.05409024:3319 Achtelfinale
1996/97Bundesliga Nord10.01611011:4609 Achtelfinale
1997/98Regionalliga Nordost02.14105057:2643 Achtelfinale
1998/99Regionalliga Nordost03.12204046:2038nicht qualifiziert
1999/00Regionalliga Nordost01.20200109:1462 nicht qualifiziert
2000/01Regionalliga Nordost01.21100087:1364 nicht qualifiziert
2001/02Regionalliga Nordost01.19201082:1359 1. Runde
2002/03Bundesliga11.04315017:6815 Viertelfinale
2003/04Regionalliga Nordost01.19300078:1160 1. Runde
2004/052. Bundesliga Nord02.16105073:2549 1. Runde
2005/062. Bundesliga Nord03.13405070:3743 2. Runde
2006/072. Bundesliga Nord03.13207037:2641 Viertelfinale
2007/082. Bundesliga Nord02.12703036:1843 Achtelfinale
2008/092. Bundesliga Nord01.19201059:1859 2. Runde
2009/10Bundesliga12.02317017:7409 2. Runde
2010/112. Bundesliga Nord11.03316012:4712 2. Runde
2011/12Regionalliga Nordost09.07411044:5425 1. Runde
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Persönlichkeiten

Anne Knüpp und Manuela Lütke spielten jeweils einmal für die deutsche Nationalmannschaft. Kerstin Strake spielte zweimal für die österreichische Nationalmannschaft.

Einzelnachweise

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