Terbufos

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Terbufos ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Thiophosphorsäureester.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Terbufos
Allgemeines
Name Terbufos
Andere Namen
  • S-(tert-Butylthiomethyl)-O,O-diethyldithiophosphat
  • S-[(1,1-Dimethylethyl)thiomethyl]-O,O-diethyldithiophosphat
  • Counter
Summenformel C9H21O2PS3
Kurzbeschreibung

farblose bis gelbliche Flüssigkeit[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 13071-79-9
EG-Nummer 235-963-8
ECHA-InfoCard 100.032.679
PubChem 25670
Wikidata Q2404344
Eigenschaften
Molare Masse 288,44 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[2]

Dichte

1,105 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

−29,2 °C[2]

Siedepunkt

69 °C (0,01 hPa)[2]

Dampfdruck

0,0346 Pa (25 °C)[3]

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser (4,5 mg·l−1 bei 20 °C)[2]
  • löslich in den meisten organischen Lösungsmitteln[1]
Brechungsindex

1,52 (23 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300310410
P: 262273280301+310302+352+310[2]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Gewinnung und Darstellung

Terbufos kann durch Reaktion von O,O-Diethyldithiophosphorsäure mit Formaldehyd und tert-Butylthiol gewonnen werden.[1][5]

Synthese von Terbufos
Synthese von Terbufos

Eigenschaften

Terbufos ist eine gelbliche Flüssigkeit, die praktisch unlöslich in Wasser ist. Bei längerem Erhitzen zersetzt sie sich ab 120 °C.[2][1] Bei Einwirkung von starken Basen (pH>9) und Säuren (pH<2) erfolgt Hydrolyse.[1] Zwei wichtige Metabolite von Terbufos (Terbufos-sulfoxid und Terbufos-sulfon) sind schlecht löslich in Wasser.[6]

Verwendung

Terbufos wird als Pestizid verwendet.[1] Es wird beim Anbau von Zucker- und Futterrüben zur Saatreihenbehandlung mit Erdabdeckung zur Bekämpfung von Drahtwürmern und Moosknopfkäfern sowie Rübenfliegen und der Schwarzen Bohnenlaus eingesetzt.[7] Die Wirkung beruht auf der Hemmung der Acetylcholinesterase.[3]

In den USA wurde es 1974 erstmals als Insektizid und Nematizid zur Bekämpfung einer Vielzahl von Insekten bei Mais, Zuckerrüben und Sorghum zugelassen. Zwischen 1987 und 1996 wurden dort durchschnittlich etwa 7,5 Millionen Pfund (etwa 3.400 Tonnen) des Wirkstoffs pro Jahr eingesetzt.[8] Im November 2006 verkaufte die BASF ihr globales Geschäft mit dem Insektizid Terbufos an die amerikanische AMVAC (American Vanguard Corporation).[9]

Zulassung

Terbufos ist nicht auf der Liste der in der Europäischen Union zulässigen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe enthalten.[10] In den EU-Staaten einschließlich Deutschland und Österreich sowie in der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[11] 2021 empfahl das Chemical Review Committee die Aufnahme von Terbufos in das Rotterdamer Übereinkommen.[12] In der Folge beschloss die Vertragsparteienkonferenz, Terbufos in die Anlage III des Übereinkommens aufzunehmen.[13]

Einzelnachweise

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