Terroranschlag auf eine Moschee in Islamabad 2026
Islamistischer Terroranschlag in Islamabad, Pakistan
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Der Terroranschlag auf eine Moschee in Islamabad 2026 war ein islamistischer Terror- und Selbstmordanschlag, der am 6. Februar 2026 in der schiitischen Moschee „Khadija Tul Kubra“ („Khadija die Große“) im Stadtteil Tarlai Kalan im Südosten der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, stattfand. Der Anschlag ereignete sich während des Freitagsgebets der Schiiten, wobei 32 Menschen ums Leben kamen und 170 verletzt wurden.
Der Islamische Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich.
Hintergrund
Pakistan hat Auseinandersetzungen und Feindseligkeiten zwischen Angehörigen der vorherrschenden sunnitischen Mehrheit und der schiitischen Minderheit erlebt. Schiitische Muslime machen etwa 15 Prozent der 240 Millionen Einwohner des mehrheitlich sunnitischen Pakistans aus. In einigen Gebieten sind die Spannungen besonders spürbar, etwa in Teilen des Distrikts Kurram, wo Schiiten dominieren.[1] Militante Organisationen, darunter die Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) und der Islamische Staat – Provinz Khorasan (ISKP), haben sich in der Vergangenheit zu ähnlichen Angriffen, die oft während religiöser Versammlungen stattfanden, für sich reklamiert.
Der Terroranschlag ereignete sich vor dem Hintergrund verstärkter militanter Aktivitäten in Pakistan, darunter Angriffe der separatistischen Gruppen in Belutschistan und anderen Provinzen.[2] Die pakistanische Hauptstadt Islamabad gilt dabei aufgrund der starken Militär- und Polizeipräsenz im Allgemeinen als sicher, weshalb solche Vorfälle eher selten sind.[3]
Tathergang
Ein Polizeisprecher berichtete, dass der Selbstmordattentäter am Eingang der Moschee von Sicherheitskräften gestoppt wurde, bevor er das Feuer auf Sicherheitskräfte eröffnete. Anschließend zündete der Attentäter einen Sprengstoffgürtel innerhalb der Moschee, was zu erheblichen Schäden am Gebäude und zu zahlreichen Toten und Verletzten führte.[4][5]
Opfer
Beim Anschlag wurden 32 Menschen getötet und über 170 weitere verletzt. Viele der Opfer waren Gläubige, die am wöchentlichen Freitagsgebet teilnahmen.[6] Der Bombenanschlag war der schwerste seit dem Bombenanschlag auf das Marriott-Hotel in Islamabad 2008, bei dem 63 Menschen ums Leben kamen.
Untersuchung
Der Islamische Staat – Provinz Pakistan, ein regionaler Ableger des Islamischen Staates (IS), hat den Anschlag über Telegram reklamiert, indem er angeblich ein Foto veröffentlichte, das den Selbstmordattentäter zeigen soll.[7] Polizeiquellen deuteten auf erste Verbindungen zur Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) hin, obwohl die TTP in letzter Zeit keine schiitischen Gebetsstätten angegriffen hatte. Andere Analysen legten angesichts der Merkmale des Angriffs eine mögliche Beteiligung des Islamischen Staat – Provinz Khorasan (ISKP) nahe.[8] Nach dem Vorfall verstärkten die Sicherheitskräfte ihre Patrouillen in Islamabad, wo die Ermittlungen andauerten.[9]
Der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi gab am 7. Februar 2026 die Festnahme von vier Verdächtigen bekannt, darunter ein mutmaßlicher Drahtzieher des afghanischen IS. Naqvi beschuldigte zunächst die indischen Behörden, den Anschlag finanziert und den Angreifern Zielinformationen geliefert zu haben. Die indische Regierung wies die Anschuldigungen als haltlos zurück. Die Behörden erklärten später, dass die Planung, Ausbildung und Indoktrination für den Anschlag in Afghanistan stattfanden und dass unter der Schirmherrschaft der afghanischen Taliban extremistische Gruppen weiterhin eine ernsthafte Bedrohung für den regionalen und globalen Frieden darstellten.[10][10]
Sieben Verdächtige seien im Zusammenhang mit dem Attentat bei Razzien in der nordwestlichen pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa festgenommen worden, hieß es aus Sicherheitskreisen. Unter ihnen sollen auch Familienangehörige des mutmaßlichen Täters sein. Mindestens ein militanter Extremist und zwei Sicherheitskräfte seien bei den Einsätzen getötet worden.[10]
Reaktionen
Inland
Führende pakistanische Politiker, darunter Ministerpräsident Shehbaz Sharif, verurteilten den Angriff und schworen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei sei Sharif in „tiefer Trauer“, hieß es in einer Erklärung.[11] Der Sprecher des Premierministers, Mosharraf Zaidi, und Verteidigungsminister Khawaja Asif gaben Indien und Afghanistan die Schuld an dem Anschlag.[12] Der Islamische Staat – Provinz Pakistan erklärte, er betrachte pakistanische Schiiten als legitime Ziele.[13]
International
Mehrere Regierungen verurteilten den Anschlag. Die Regierungen Indiens und Afghanistans wiesen jegliche Beteiligungen und Anschuldigungen seitens Pakistan zurück.[14] Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten der Türkei verurteilte den Anschlag aufs Schärfste, sprach dem pakistanischen Volk ihr Beileid aus und behauptete, Pakistan weiterhin im Kampf gegen den Terrorismus solidarisch zur Seite zu stehen.[15] China verurteilt auch den Anschlag und verspricht der pakistanischen Regierung Unterstützung zu, denn nach Terroranschlägen in der Provinz Belutschistan sorgte sich China zuletzt auch um die Sicherheit chinesischer Staatsbürger in Pakistan.[16]
Auch die Vereinten Nationen verurteilten den Anschlag. Der Sprecher des UN-Generalsekretärs António Guterres gab wenige Stunden nach dem Vorfall in New York City eine Erklärung ab, wo Guterres den Anschlag verurteilte und die „Solidarität der Vereinten Nationen mit der Regierung und dem pakistanischen Volk in ihren Bemühungen zur Bekämpfung des Terrorismus und gewalttätigen Extremismus“ betonte.[17]