Terry Rudolph

Professor für Quantenphysik am Imperial College London From Wikipedia, the free encyclopedia

Terry Rudolph (* 1973 in Simbabwe) ist ein Physiker, Professor für Quantenphysik am Imperial College London[1] und Mitgründer des Startups PsiQuantum.[2]

Werdegang

Terry Rudolph wurde 1973 in Simbabwe geboren und verbrachte seine Kindheit im südlichen Afrika, ab 1979 in Malawi. Mitte der 1980er Jahre zog die Familie (Rudolph hat drei Geschwister) nach Australien. Dort studierte Rudolph an der University of Queensland Mathematik und Physik (Abschluss 1993). Gegen Ende seines Studiums begann seine Faszination mit Bells Ungleichung und er beschäftige sich in seiner Masterarbeit mit dem Thema. Erst zu dieser Zeit teilte ihm seine Mutter mit, dass sein Großvater der österreichische Physiker und Nobelpreisträger Erwin Schrödinger ist.[3]

Er wurde 1998 an der York University in Kanada unter der Betreuung von Helen Freedhoff promoviert. Seine Dissertation untersucht den dynamischen Stark-Effekt aus der Perspektive des Jaynes-Cummings-Modells.[4] Auf der Beerdigung von Freedhoff, welche die erste weibliche Physikprofessorin an der York University und wahrscheinlich in ganz Kanada war,[5] hielt Rudolph eine der Trauerreden.[6] Im Anschluss an seine Promotion war er an der University of Toronto, der Universität Wien, wo er mit Anton Zeilinger zusammenarbeitete, und bei Bell Laboratories beschäftigt. Seit 2003 ist er zunächst als Postdoc und seit 2012 als Professor am Imperial College London tätig.[7] 2016 gründete er zusammen mit Jeremy O’Brien das quantum-computing-Startup PsiQuantum, für das er seither als Chief architect tätig ist.[2] PsiQuantum entwickelt Quantencomputer auf der Basis von photonischen Qubits, die auf einer von Rudolph mitentwickelten Variante[8][9] des Einweg-Quantencomputers beruhen.

Rudolph gelang im Jahr 2011, zusammen mit Matthew Pusey und Jonathan Barrett, die Entdeckung und Publikation des PBR-Theorems, für welches die drei Wissenschaftler die Namensgeber sind.[10] Zuvor berichtete Nature bereits von der Entdeckung, welche die Grundlagen der Quantenmechanik erschüttere, so die Autorin Eugenie Samuel Reich.[11] Der Physiker Antony Valentini nannte es „das wichtigste allgemeine Theorem im Bezug auf die Grundlagen der Quantenmechanik seit Bells Theorem“.[11] Bei dem PBR-Theorem handelt es sich um ein sogenanntes No-go-Theorem, das Aussagen darüber trifft, dass eine bestimmte Situation physikalisch unmöglich ist.

Laut Scopus ist Rudolph (Stand Oktober 2025) Autor oder Koautor von über 140 Fachpublikationen und hat einen h-index von 46[12] und hält 14 Patente zu Techniken der photonischen Quanteninformationsverarbeitung.[13] Sein populärwissenschaftliches Buch Q is for Quantum ist an Laien gerichtet und soll diesen einen Einblick in die Quantenphysik vermitteln.[14]

Schriften (Auswahl)

  • mit M. F. Pusey, J. Barrett: On the reality of the quantum state. In: Nature Physics. Band 8, Nr. 6, Juni 2012, ISSN 1745-2481, S. 475–478, doi:10.1038/nphys2309 (nature.com [abgerufen am 27. August 2020]).
  • Why I am optimistic about the silicon-photonic route to quantum computing. In: APL Photonics. Band 2, Nr. 3, 1. März 2017, S. 030901, doi:10.1063/1.4976737.
  • mit S. D. Bartlett, R. W. Spekkens: Reference frames, superselection rules, and quantum information. In: Reviews of Modern Physics. Band 79, Nr. 2, 5. April 2007, S. 555–609, doi:10.1103/RevModPhys.79.555.
  • Terry Rudolph: Q is for Quantum. 2017, ISBN 978-1-5119-7445-5 (englisch).

Einzelnachweise

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