Tesoro de Villena
Schatz von Villena (Spanien), archäologischer Fund
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Der Tesoro de Villena (deutsch: Schatz von Villena) ist einer der größten Depotfunde von Goldgegenständen aus der europäischen Bronzezeit. Er wurde 1963 in der Nähe von Villena in der Provinz Alicante in Spanien gemacht.
Der Fund besteht aus 59 Einzelobjekten, die aus Gold, Silber, Eisen und Bernstein bestehen und ein Gesamtgewicht von rund 10,0 Kilogramm besitzen. Zu den Goldstücken gehören elf Schalen, drei Flaschen und 28 Armbänder. Die Eisenstücke sind die ältesten Funde auf der Iberischen Halbinsel und stammen aus einer Zeit, in der Eisen als Edelmetall galt und gehortet wurde. Neun Einzelstücke bestehen aus 23,5-karätigem Gold. Dies macht diesen prähistorischen Fund zu einem der wichtigsten Depotfunde in Spanien und dem zweitgrößten in Europa (nach Mykene).

Der Schatz wurde von dem Archäologen José María Soler (1905–1996) entdeckt. Der Fund war die Hauptattraktion im Archäologischen Museum in Villena. Ausgestellt wurde er bereits in Alicante, Madrid, Kyoto und Tokio.
Gleichartige Metallarbeiten fanden sich in Villena, Axtroki im Baskenland und im 1913 entdeckten Eberswalder Goldschatz, in Brandenburg, aus dem 10. oder 9. Jahrhundert v. Chr.
Eine Metallanalyse 2023 ergab, dass der Schatz aus der Spätbronzezeit (1400–1200 v. Chr.) stammt und das verwendete Eisen meteoritischen Ursprungs ist.[1][2]
Raub von 2026
In den frühen Morgenstunden des 27. August 2026 wurde das Museo de Villena (MUVI), in dem der originale Schatz von Villena ausgestellt war, Ziel eines Einbruchs, der sich gegen den archäologischen Fundkomplex richtete. Der Alarm des Museums wurde gegen 5:20 Uhr ausgelöst. Die Täter waren nur wenige Minuten im Gebäude, bevor sie es wieder verließen.[3]
Wenige Minuten zuvor war ein Alarm in der städtischen Sportanlage von Villena ausgelöst worden. Die Ermittler prüften die Möglichkeit, dass dieser Vorfall absichtlich herbeigeführt worden war, um die Sicherheitskräfte abzulenken, während der Einbruch in das Museum stattfand.[4] Die Überwachungskameras zeichneten die Ankunft mehrerer Personen in zwei Fahrzeugen auf. Die Guardia Civil verfolgt verschiedene Ermittlungsansätze, darunter die mögliche Beteiligung einer auf den Diebstahl von historischem Kulturgut spezialisierten Gruppe.[5]
Erste Informationen besagten, dass der gesamte Fundkomplex gestohlen worden sei,[6] doch später bestätigte der Bürgermeister von Villena, Fulgencio Cerdán, dass mehrere Stücke im Museum verblieben waren. Die Einbrecher nahmen die Goldstücke des Schatzes mit; zurück blieben die drei Silbergefäße, ein Armreif sowie einige Bestandteile des sogenannten Bastón del Reyezuelo („Stab des kleinen Königs“).[7] Neben dem archäologischen Schatz wurden drei der vier Kronen der Jungfrau von Las Virtudes und des Jesuskindes gestohlen, die im Museum ausgestellt waren.[8]
Der Bürgermeister erklärte, dass es sich bei den ausgestellten Stücken um die Originale gehandelt habe und das Museum über die für solche Einrichtungen vorgesehenen Sicherheitsvorkehrungen verfügt habe. Der Wert des in dem archäologischen Kulturgut enthaltenen Edelmetalls wurde auf rund 1,7 Millionen Euro geschätzt, wobei sein historischer, archäologischer und kultureller Wert erheblich höher liegt.[9] Die Guardia Civil und die Kriminalpolizei leiteten Ermittlungen ein, um die Täter zu identifizieren und die gestohlenen Stücke wiederzufinden. Der Raub löste in Villena sowie unter Archäologen und Fachleuten große Bestürzung aus, da der Fundkomplex einzigartig ist und eine wichtige Bedeutung für die Erforschung der Goldschmiedekunst der europäischen Bronzezeit besitzt.[10]
Siehe auch
Literatur
- Rafael Azuar Ruiz: El Tesoro de Villena. Un descumbrimiento de José Mariá Soler. Museo Arqueológico de Alicante, Alicante 2005, ISBN 84-609-8556-3.
- Miquel Terradell: Sobre el tesoro real de Villena. In: Saitabi, Bd. 14 (1964), S. 3–12, ISSN 0210-9980
- Nuria Sureda Carrión: Tartessos y el tesoro de Villena. In: Murgetana, Bd. 36 (1971), S. 21–35, ISSN 0213-0939.
- Miguel Veyrat: Tres mil años y 10 kilo de oro tiene el tesoro de Villena. In: Blanco y Negro. Revista illustrada, Bd. 75 (1965), Heft 2749.