Tetrabaena socialis
Art der Gattung Tetrabaena
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Tetrabaena socialis ist die einzige derzeit (Stand April 2026) beschriebene Spezies (Art) der Grünalgen-Gattung Tetrabaena.[1][2][3][4][5][6] Sie kommt hauptsächlich in Süßwasser vor, wurde aber mindestens einmal auch in Salzwasser gefunden.[3] Obwohl sie kosmopolitisch verbreitet und sogar in der Antarktis gefunden wurde, ist sie überall vergleichsweise selten (bzgl. der Populationsdichte).[7]
| Tetrabaena socialis | ||||||||||||
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Vierer-Kolonie von T. socialis, Illustration von 1962 | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Tetrabaena | ||||||||||||
| Fromentel, 1874 | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Tetrabaena socialis | ||||||||||||
| (Dujardin) H. Nozaki & M. Itoh 1994 |

oben: ein einzelnes Individuum,
mittig: Individuum zu Beginn einer spontanen Teilung.
unten: Vierer-Kolonie
Beschreibung

Tetrabaena socialis ist ein Organismus, der Kolonien aus jeweils vier Einzelzellen bildet, die quadratisch angeordnet und durch Ausstülpungen ihrer Zellhüllen miteinander verbunden sind. Die Zellen selbst sind eiförmig, also leicht asymmetrisch. Sie sind bewegliche Flagellaten dank zweier gleich langer Flagellen (Geißeln) pro Zelle.[2][3] An ihrer Basis besitzen die Zellen zwei kontraktilen Vakuolen. Sie enthalten außerdem einen einzelnen becherförmigen Chloroplasten mit einem basalen Pyrenoid.[7] Obwohl sie einen Augenfleck besitzen, scheint dieser nicht als Photorezeptor zu fungieren.[8]
Die Spezies ist zur sexuellen Fortpflanzung fähig. Sie ist isogam.[7]
Systematik
Die Systematik der Familie Tetrabaenaceae ist mit Stand 28. April 2026 wie folgt:
Familie Tetrabaenaceae H. Nozaki & M. Itoh 1994[9](N,A,W)
- Gattung Basichlamys Skuja, 1956(N,A)
- Spezies Basichlamys sacculifera (Scherffel) Skuja, 1956(N) [Gonium sacculiferum Scherffel, 1904(N)]
- Gattung Tetrabaena Fromentel, 1874[10](N,A,W) [Tetragonium West & G. S. West, 1896(A)]
- Spezies Tetrabaena socialis (Dujardin) H. Nozaki & M. Itoh 1994(N,A,W,J) [Gonium sociale (Dujardin) Warming 1876;(N,A) Cryptomonas socialis Dujardin, 1841(N,A); Tetragonium lacustre West & G S. West 1896(A); Tetrabaena dujardinii Fromentel 1874(A,W)]
- Stämme/Isolate NIES-571(N,J); NIES-691(J); CCAP 32/3; SAG 32-3; SAG 32-2a; SAG 32-2b; KSPA18; DRP1; RB/MAT3(N); CCAC 0033;(N)[11]
- Spezies Tetrabaena socialis (Dujardin) H. Nozaki & M. Itoh 1994(N,A,W,J) [Gonium sociale (Dujardin) Warming 1876;(N,A) Cryptomonas socialis Dujardin, 1841(N,A); Tetragonium lacustre West & G S. West 1896(A); Tetrabaena dujardinii Fromentel 1874(A,W)]
- N – National Center for Biotechnology Information, USA (NCBI)[6]
- A – AlgaeBase[4]
- W – World Register of Marine Species (WoRMS)[5]
- J – National Institute for Environmental Studies, Japan (NIES)[12]
Genomdaten und Analysen zur molekularen Uhr deuten darauf hin, dass Tetrabaena socialis kryptische Arten (Kryptospezies) enthalten könnte.[3]
GEVEs
Tetrabaena socialis beherbergt in seinem Genom zwei sog. GEVEs (giant endogenous viral elements, riesiges endogenes virales Element), Tetrabaena_socialis GEVE1 und GEVE2 mit zusammen mehr als 3 Mbp (Megabasenpaaren) Länge. GEVEs können ggf. Riesenviren-Partikel freisetzen. Die beiden GEVEs von Tetrabaena socialis gehört zusammen mit dem GEVE Punuivirus latens der Familie Allomimiviridae (IM_12) an.[13][14][15]
Bedeutung

Die Gattung Tetrabaena ist ein Mitglied der Ordnung Chlamydomonadales – eine ganze Linie von Modellorganismen zur Untersuchung der Ursprünge mehrzelliger Organismen aus einzelligen Vorfahren.[2][3] Bemerkenswert innerhalb von Chlamydomonadales ist, dass es die Kolonialart mit der kleinsten Anzahl von Zellen ist, womit sich die Gattung bzw. Spezies an der Grenze zwischen Einzelligkeit und Mehrzelligkeit platziert. Als solches wurde sie als „einfachster integrierter mehrzelliger Organismus“ (englisch simplest integrated multicellular organism) charakterisiert.[2]