Teufelsrutsch

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Die Teufelsrutsch ist eine bewaldete Kuppe aus Porphyrfels bei Wendelsheim in Rheinhessen, die in prähistorischer Zeit vom Wiesbach geformt wurde. Das etwa 260 m ü. NN gelegene Plateau endet in westlicher Richtung an einer Schweizerhaus genannten ehemaligen Restauration mit einem Aussichtspunkt, es folgt ein 50 m tiefer Abhang mit der Schinderhanneshöhle, einem alten Bergwerk.

Ausblick vom Teufelsrutschfelsen ins Wiesbachtal (nach Westen)

Der Name der Erhebung geht auf eine Legende zurück, wonach der Teufel durch eine List der Anwohner dazu gebracht wurde, diesen steilen, von Dornen bewachsenen Hang auf dem blanken Hintern hinunterzurutschen. Danach wurde er dort nie wieder gesehen.

Das Gebiet um den Felsen liegt im Naturschutzgebiet Arenberg-Dreigemeindewald. Vor dessen Einrichtung war die Teufelsrutsch in der Liste der Naturdenkmale in Wendelsheim verzeichnet.[1] Südlich der Teufelsrutsch am Ahrenberg wurden Überreste einer keltischen Fliehburg entdeckt.

Schweizerhaus

Schweizer Haus, April 2026

Seit dem 19. Jahrhundert ist der Teufelsrutschfelsen wegen der reizvollen Natur und des malerischen Ausblicks ein beliebtes Ausflugsziel. 1885 wurde auf dem Gipfel das „Schweizerhaus“[2] bzw. „Schweizer Haus“[3] errichtet, um die Touristen zu versorgen. Das in der Liste der Kulturdenkmäler in Wendelsheim verzeichnete Gebäude ist nicht mehr bewirtschaftet.

Schinderhanneshöhle

Eingang der Schinderhanneshöhle

Etwa 20 Meter unterhalb des Gipfels befindet sich die so genannte „Schinderhanneshöhle“ – ein begehbarer, über 60 Meter langer Stollen, dessen anfängliche Bauart auf das 14. Jahrhundert verweist. Dort wurde Quecksilber gewonnen, das in Form von Zinnober vorkommt. Benannt wurde der Stollen nach dem berüchtigten Räuberhauptmann Schinderhannes, dem der Stollen als Unterschlupf gedient haben soll. Das ist allerdings umstritten.

Geologische Fundstätte

Die Teufelsrutsch ist eine international bekannte Fundstätte für Amethyst und andere Minerale.

Teufelsrutsch-Bergrennen

Von 1966 bis 2000 wurde auf der Landesstraße 407 zwischen Nack und Wendelsheim das Teufelsrutsch-Bergrennen ausgetragen. Ausrichter der Veranstaltung war der MSC Alzey.[4][5] Die Strecke galt als eine der kürzesten und schnellsten Strecken im Bergrennsport. Nach 2001 hat die Strecke keine Zulassung mehr für Bergrennen bekommen.

Die Strecke verfügte über eine Länge von 1.500 m, Höhenmeter von 60 m und endete auf einer Höhe von 245 m ü. NHN.[5] Der Nacker Sportplatz (Hartplatz) diente als Fahrerlager, das Sportheim als Rennbüro. Der Kartenverkauf sowie die Bewirtung oblag größtenteils dem Nacker Turn- und Sportverein TuS Nack 1957. Für die Veranstaltung engagierten sich über 100 Helfer des TuS sowie weitere freiwillige Helfer.[4]

Unter den Teilnehmern fanden sich auch namhafte Motorsportler wie Karl Jordan, Dieter Kern oder auch Jörg Obermoser. Im Zuge der Rheinland-Pfalz-Rallye, in dem das Rennen Teil einer Wertungsprüfung war, fanden sich namhafte Starter wie der zweifachen Rallye-Weltmeister Walter Röhrl mit seinem Beifahrer Christian Geistdörfer, Klaus Fritzinger, Luitpold Prinz von Bayern oder auch Achim Warmbold wieder.[6]

Siehe auch

Einzelnachweise

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