Than Teich

Stausee bei Hahnenklee From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Than Teich, auch Thanteich oder Than-Teich geschrieben,[3] ist eine historische Stauanlage zwischen den Ortsteilen von Hahnenklee und Bockswiese, Stadtteile von Goslar. Er wurde im Zusammenhang mit dem Oberharzer Wasserregal von Oberharzer Bergleuten im 17. Jahrhundert angelegt. Wie alle Oberharzer Teiche ist auch der Than Teich seit dem Jahr 2010 Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft.

Schnelle Fakten
Than Teich
Than Teich vom östlich gelegenen Oberen Schalker Graben aus gesehen
Than Teich vom östlich gelegenen Oberen Schalker Graben aus gesehen
Than Teich vom östlich gelegenen Oberen Schalker Graben aus gesehen
Lage Hahnenklee-Bockswiese, Landkreis Goslar, Niedersachsen, Deutschland
Zuflüsse namenloser Bach
Abfluss namenloser Bach → Grumbach Innerste Leine Aller Weser Nordsee
Größere Städte in der Nähe Goslar
Than Teich (Niedersachsen)
Than Teich (Niedersachsen)
Koordinaten 51° 51′ 16″ N, 10° 20′ 26″ O
Daten zum Bauwerk
Sperrentyp Staudamm
Bauzeit 1684[1]
Höhe über Talsohle 6,45 m[1]
Höhe über Gewässersohle 4,10 m
Höhe der Bauwerkskrone 575,35 m+NN[1]
Kronenlänge 124 m
Kronenbreite 3,00[2]
Basisbreite 32,00[2]
Betreiber Harzwasserwerke GmbH
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 573,00 m+NN[1]
Gesamtstauraum 9.000 m³[1]
Einzugsgebiet 0,09 km²[2]
Besonderheiten

Überlaufteich

Schließen
Damm aus Südost
Gewölbe des Überlaufbauwerkes
Damm und Stauraum von Nordwesten

Lage

Der Teich liegt südlich des Ortsteiles Hahnenklee. Sein Zufluss wird durch einen namenlosen Bach gebildet, der im Oberharz auch „Kappe“ genannt wird. Etwa 150 m unterhalb befindet sich ein eigentlich namenloser Fischteich, der mitunter auch "Kleiner Than Teich" genannt wird. Das Wasser fließt dann weiter über den Herrenwieser Graben in den Unteren Flößteich, von dort weiter nach etwa 2,5 Kilometern langem Fließweg in den Unteren Grumbacher Teich. Nach weiteren 15 Kilometern gelangt das Wasser in die Innerstetalsperre.

Beschreibung

Der Staudamm wurde als Erdbauwerk, das heißt mit einer Erd- und Felsschüttung, erstellt. Dieses Dammschüttmaterial wurde örtlich gewonnen und ist von überwiegend steiniger Substanz. Abweichend von den anderen Oberharzer Teichen wurde die Dichtung des Than Teiches nicht aus Rasensoden hergestellt. Man hatte hier ein ergiebiges Tonvorkommen entdeckt, welches man für die Dammdichtung nutzte. Die Tondichtung verläuft entlang der wasserseitigen Böschung und ist im unteren Bereich etwa 80 cm; im oberen Bereich nur noch 20 cm mächtig. Man vermutet, dass der Name „Than Teich“ aufgrund der ungewöhnlichen Tondichtung gewählt worden ist.

Es handelt sich um einen Teich der „Alten Bauart“.[4]

Die Hochwasserentlastungsanlage befindet sich am linken (südöstlichen) Dammende. Sie besteht heute aus einer Grauwacke-Gewölbekonstruktion. Einen funktionsfähigen Grundablass gibt es seit den 1970er Jahren nicht mehr.

Bemerkenswert ist noch ein historischer Graben, der etwa auf halber Dammhöhe auf der luftseitigen Dammböschung den Damm passiert. Die Quelle „Schmidt“ nennt ihn den „Mittleren Grumbacher Graben“; er verläuft etwa von der Ausflut des Mittleren Grumbacher Teiches parallel zum Oberen Schalker Graben über den Teichdamm; seine Spuren verlieren sich aber etwa 200 m südwestlich des Teiches.[1] Er wurde sicherlich schon im 19. Jahrhundert außer Betrieb genommen; könnte aber vom Than Teich mit beaufschlagt worden sein.

Bauwerkshistorie

Das Bauwerk wurde vor 1684 errichtet.[1] Es diente vorrangig der Versorgung der Bergwerke in Hahnenklee und in Bockswiese mit Aufschlagwasser.[5] Nach Stilllegung der Bockswieser Bergwerksanlagen im Jahr 1930 konnte sein Wasser noch dem Wasserkraftwerk in Lautenthal zugeführt werden; dies wird aufgrund der geringen wasserwirtschaftlichen Bedeutung des Teiches aber nur selten erfolgt sein.

Reste einer Ausflut (Hochwasserentlastungsanlage) sind heute noch am rechten (nordwestlichen) Dammende im Gelände erkennbar. Diese wurde aber zu einem unbekannten Zeitpunkt verfüllt. Bis in die 1970er Jahre hinein verfügte der Teich noch über eine einfache Striegelanlage, die aus einem einfachen Steg mit einer Hebevorrichtung am Ende bestand und über den der Teich reguliert oder auch ganz abgelassen werden konnte. In den 1970er Jahren wurde diese Striegelanlage abgerissen und als Überlauf zwei Betonrohre DN 800 durch den Damm gelegt.

In den 1980er Jahren wurden Undichtigkeiten am Damm des Than Teiches aktenkundig; Maßnahmen zur Sanierung wurden aber zunächst nicht eingeleitet. Nachdem Anfang der 1990er Jahre die Harzwasserwerke für den Damm zuständig geworden sind, wurden die Undichtigkeiten näher untersucht, auch das Damminnere wurde erkundet. 1992/1993 erfolgte eine aufwendige Dichtungssanierung, bei der die vorhandene Tondichtung oberhalb eines Niveaus von 570,00 m+NN freigelegt und eine neue Tondichtung aus herangefahrenen Ziegelton vor die historische Tondichtung eingebaut wurde. Wasserseitig der neuen Dichtung wurde Dammschüttmaterial und ein Wellenschutz aus Grauwackesteinen eingebaut. Beim daraufhin eingeleiteten Probestau erwies sich das Damm als dicht. Da aber die Hochwasserentlastung aus den Betonrohren DN 800 unfachmännisch eingebaut worden ist und auch wenig historisch wirkte, wurde im Jahr 1994 ein etwa 10 Meter langes, ein Meter breites Natursteingewölbe als neue Ausflut in den Damm eingebaut.

Einzugsgebiet, Wasserwirtschaft

Das Einzugsgebiet des Than Teiches ist mit 0,09 km² extrem klein und mit einem Stauraum von etwa 9.000 m³ gehört der Teich zu den kleinsten Teichen des Oberharzer Wasserregals. Entsprechend gering ist seine wasserwirtschaftliche Bedeutung. Das Einzugsgebiet besteht ausschließlich aus Wald. Es wurde bis in die 1970er Jahre stark geprägt vom Oberen Schalker Graben, der den größten Teil des Einzugsgebietes kontrollierte und über einen Fehlschlag den Teich bewusst beaufschlagen konnte.

Ein Quellbach, der den Teich mit einem regelmäßigen Zufluss beaufschlagen könnte, fällt bei fehlenden Niederschlägen ganz trocken. Regelmäßigen Zulauf erhält der Than Teich über das 100 m nordöstlich gelegene Wasserwerk von Hahnenklee, welches regelmäßig sein Spülwasser in den Teich abgibt.

Mangels funktionsfähigen Grundablasses kann ein bewusster Betrieb des Teiches nicht stattfinden.

Sonstiges

Eine fischereiliche Bewirtschaftung des Teiches erfolgt nicht. Badebetrieb kann auch nicht beobachtet werden.

Literatur

  • Martin Schmidt: Die Wasserwirtschaft des Oberharzer Bergbaus (= Schriftenreihe der Frontinus-Gesellschaft e. V. Heft 13). 3., ergänzte Auflage. Harzwasserwerke, Hildesheim 2002, ISBN 3-00-009609-4.
  • Walter Knissel, Gerhard Fleisch: Kulturdenkmal „Oberharzer Wasserregal“. Eine epochale Leistung. 2. Auflage. Papierflieger, Clausthal-Zellerfeld 2005, ISBN 3-89720-725-7.
  • Martin Schmidt: WasserWanderWege. Ein Führer durch das Oberharzer Wasserregal – Weltkulturerbe. Hrsg.: Harzwasserwerke GmbH. 4. Auflage. Papierflieger Verlag, Clausthal-Zellerfeld 2012, ISBN 978-3-86948-200-2.
Commons: Than Teich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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