The Chronology of Water

Film von Kristen Stewart (2025) From Wikipedia, the free encyclopedia

The Chronology of Water ist ein romantisches Filmdrama und das Regiedebüt der Schauspielerin Kristen Stewart. In der Filmbiografie spielt Imogen Poots die frühere Schwimmerin und heutige Schriftstellerin und Herausgeberin Lidia Yuknavitch, die im Jahr 2011 ihre titelgebenden Memoiren The Chronology of Water veröffentlichte. Der Film feierte im Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere und kam Anfang März 2026 in die deutschen Kinos.

TitelThe Chronology of Water
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2025
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel The Chronology of Water
Produktionsland USA, Frankreich, Lettland, Spanien, Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 128 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Kristen Stewart
Drehbuch Kristen Stewart, Andy Mingo, Lidia Yuknavitch
Produktion Kristen Stewart, Andy Mingo, Rebecca Feuer, Charles Gillibert, Daniel John Goldberg, Maggie McLean, Dylan Meyer, Michael Pruss, Svetlana Punte, Ridley Scott, Yulia Zayceva
Musik Paris Hurley
Kamera Corey C. Waters
Schnitt Olivia Neergaard-Holm
Besetzung
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Handlung

„Im Wasser, wie in Büchern, kann man sein Leben hinter sich lassen.“

Lidia Yuknavitch im Film[2]

Die langjährige Schwimmerin und Olympiahoffnung Lidia Yuknavitch nimmt ein Schwimmstipendium für ein College in Texas an, um ihrem gewalttätigen Vater und ihrer alkoholkranken, selbstmordgefährdeten Mutter zu entkommen. Sie hat es ihrer älteren Schwester Claudia gleichgetan, die die Familie schon vor Jahren verließ. Während ihres Studiums lernt Lidia Philip kennen, den sie trotz einer problematischen Beziehung schnell heiratet. Noch immer durch den Missbrauch ihres Vaters traumatisiert, empfindet sie Philips sensibles und sanftes Wesen als schwach und passiv und beginnt, ihn verbal und körperlich zu misshandeln. Als sie schwanger wird, verlässt sie ihn, um zu ihrer Schwester Claudia zu ziehen, in der Hoffnung, ihr Kind gemeinsam mit ihr großzuziehen. Doch das Baby wird tot geboren, was Lidia zutiefst erschüttert. Sie versöhnt sich mit Philip, verstreut die Asche des Babys im Meer, und sie lassen sich im Guten scheiden.

Ihr Stipendium verliert Lidia aufgrund von Drogen und Alkohol. Eine Freundin empfiehlt ihr danach zur University of Oregon in Eugene zu gehen. Als Doktorandin schreibt sie mit zwölf weiteren Personen und dem Professor Ken Kesey einen gemeinsamen Roman namens Caverns.[3][4] Sie entwickelt eine enge Bindung zu Kesey, der ihr Talent erkennt. Während ihres weiteren Studiums engagiert sie eine BDSM-Therapeutin, um mithilfe dieser Methode ihr Trauma zu verarbeiten. Sie heiratet ihren zweiten Ehemann Devin. Die Beziehung ist diesmal von Leidenschaft und Unbeständigkeit geprägt, doch die Ehe zerbricht schnell.

Nach einer öffentlichen Lesung ihrer Werke erhält Lidia ein Angebot von einem Verlag, doch sie versinkt weiterhin immer tiefer im Alkoholismus. Schließlich verursacht sie betrunken am Steuer einen Autounfall, wird verhaftet und zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Sie beginnt, kreatives Schreiben an der Eastern Oregon University zu unterrichten, wo sie ihren dritten Ehemann Andy kennenlernt. Gemeinsam bekommen sie auch ein Kind. Lidia hält weiterhin Kontakt zu ihrem alternden Vater, wobei sich die Beziehung normalisiert. Der Film endet damit, dass die junge Familie im Wasser schwimmt, während Lidia über die heilende Kraft des Wassers nachdenkt.

Biografisches

Die frühere Schwimmerin und heutige Schriftstellerin Lidia Yuknavitch

Die 1963 geborene Lidia Yuknavitch war früher Schwimmerin und ist heute Schriftstellerin und auch bekannt für ihren TED-Talk The Beauty of Being a Misfit, der über 3,2 Millionen Mal angesehen wurde.

Nach der High School zog Yuknavitch nach Texas, wo sie mit einem Schwimmstipendium das Austin Community College besuchte. Während ihres Studiums arbeitete sie als Empfangsdame an der University of Texas in Austin. Yuknavitch hoffte, sich für die US-amerikanische Olympia-Schwimmmannschaft zu qualifizieren, doch der Boykott ihres Landes der Olympischen Spiele 1980 in Moskau und ihr eigener Drogen- und Alkoholmissbrauch beendeten ihre Wettkampfschwimmkarriere.

Im Jahr 2011 veröffentlichte Yuknavitch ihre Memoiren mit dem Titel The Chronology of Water.[5] In einer deutschsprachigen Übersetzung von Claudia Max erschien das Buch unter dem Titel In Wasser geschrieben. Es geht darin um das Streben nach Schönheit, Selbstdarstellung, Begehren und das berauschende Gefühl des Schwimmens.[6] Vor allem konzentriert sie sich in dem Buch auf die Entwicklung eines Selbstbewusstseins als bisexuelle Frau.[4]

Produktion

Filmstab, Besetzung und Dreharbeiten

Regie führte Kristen Stewart, die gemeinsam mit Andy Mingo und Autorin Yuknavitch deren Memoiren für den Film adaptierte. Es handelt sich bei Chronology of Water um das Regiedebüt der Schauspielerin.[7] Stewart und Mingo gehören auch zu den Produzenten des Films, ebenso Ridley Scott.[8] Über Yuknavitchs Memoiren sagte Stewart: „Sie waren eines dieser Bücher, die ich all meinen Freunden laut vorlesen wollte.“[9]

Den Filmschnitt übernahm Olivia Neergaard-Holm, die zuletzt für Filme wie Holy Spider und The Apprentice – The Trump Story von Ali Abbasi, Motståndaren von Milad Alami und Emilie Blichfeldts Spielfilmdebüt The Ugly Stepsister tätig war.

Imogen Poots spielt die Schwimmerin Lidia Yuknavitch

Produziert wurde The Chronology of Water von CG Cinema International, Forma Pro Films, Scott Free, Curious Gremlin, Lorem Ipsum Entertainment, Scala Films und auch dem von Stewart gemeinsam mit Dylan Meyer und Maggie McLean gegründeten Produktionsunternehmen Nevermind Pictures.[3][10]

Die Britin Imogen Poots spielt Lidia Yuknavitch.[8] Earl Cave, der Sohn des australischen Rockmusikers Nick Cave, spielt ihren Ehemann Philip, den sie zutiefst dafür verachtet, dass er nett und sanft ist.[4][11] Jim Belushi spielt den Autor Ken Kesey, in dessen Schreibprogramm Lidia aufgenommen wird.[4] Eine weitere Hauptrolle besetzte Stewart mit der Sonic-Youth-Sängerin Kim Gordon.[12] In weiteren Rollen sind Thora Birch als Lidias ältere Schwester Claudia, Michael Epp als ihr Vater und Tom Sturridge zu sehen.[2][11]

Die Dreharbeiten fanden von Ende Juni bis Ende Juli 2024 in Lettland statt.[7] Weitere Aufnahmen entstanden auf Malta und Ende Juli 2024 in Eugene.[13] Dorthin war Yuknavitch gezogen, nachdem sie aufgrund von Drogen- und Alkoholproblemen ihr Stipendium verloren hatte.[14] Als Kameramann fungierte Corey C. Waters.

Filmmusik, Marketing und Veröffentlichung

Die Filmmusik komponierte Paris Hurley.[15]

Erstes Bildmaterial wurde Ende April 2025 vorgestellt.[16] Die Premiere des Films war am 16. Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes, wo er in der Reihe Un Certain Regard gezeigt wurde.[17] Dort stellte Les Films du Losange The Chronology of Water auch beim Marché du film vor.[18] Im Juli 2025 wurde er bei Nowe Horyzonty und im August 2025 beim Melbourne International Film Festival gezeigt.[19] Im September 2025 wurde der Film beim Festival des amerikanischen Films und bei der Filmkunstmesse Leipzig gezeigt und im Oktober 2025 beim Internationalen Filmfestival Warschau, beim AFI Fest und beim Savannah Film Festival.[20][21][22] Ein erster Trailer wurde im Januar 2026 vorgestellt.[23] Der Kinostart in Deutschland war am 5. März 2026. WME Independent übernimmt den Vertrieb von The Chronology of Water in Nordamerika und BFI Distribution im Vereinigten Königreich und in Irland, während Les Films du Losange für den internationalen Vertrieb zuständig ist.[24][25]

Rezeption

Kritiken

Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 90 Prozent positiv. Dabei wird als Konsens der Kritiker angegeben: „Mit beeindruckender Leichtigkeit begleitet Kristen Stewarts Spielfilm-Regiedebüt eine Reise der emotionalen Heilung, getragen von Imogen Poots kraftvoll natürlicher Darstellung.“[26] Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 78 von 100 möglichen Punkten.[27]

David Katz schreibt in seiner Kritik für das Online-Filmmagazin Cineuropa, auch wenn The Chronology of Water Klischees bediene und der Film seine sperrige, repetitive Struktur nicht immer zu seinem Vorteil nutzen kann, sei er eine beeindruckende Erweiterung dessen, was Kristen Stewart dem US-amerikanischen und internationalen Kino gebracht hat. Ihr schauspielerisches Können setze sich auch auf der anderen Seite der Kamera durch. Stewart identifiziere sich so stark mit Lidia Yuknavitchs, dass es so wirke, als sei sie auch auf der Leinwand präsent. Katz bemerkt, wenn Schauspieler Regieanweisungen von ihren Regisseuren übernehmen, imitierten sie oft deren verbale und körperliche Manierismen, und in The Chronology of Water gebe Imogen Poots als Yuknavitch eine bemerkenswert Stewart-artige Darstellung. Die visuellen Elemente und der Filmschnitt von Olivia Neergaard-Holm, der über Zeitlinien und Intensitäten gleitet, erinnerten jedoch zu sehr an ein kunstvolles Alternative-Rock-Musikvideo der 1990er Jahre.[28]

Regisseurin Kristen Stewart

Christopher Diekhaus, Filmkorrespondent der Gilde deutscher Filmkunsttheater, bemerkt in seiner Kritik, Stewarts kompromissloser Ansatz zeige sich schon zu Anfang des Dramas. Als Zuschauer suche man irgendwie Halt, bemühe sich, dem Gezeigten Sinn zu geben, doch zunächst stürze ein Schwall an Bildern, Tönen, Wort- und Satzfetzen auf einen ein. Das grobkörnige 16-mm-Analogmaterial verleihe dem Ganzen sofort einen betont subjektiven Anstrich, und aus den teils in extremen Nahaufnahmen gefilmten Fragmenten lasse sich mit der Zeit herauslesen, dass die kleine Lidia in ihrem Elternhaus die Hölle durchlebte, ihr sexuell übergriffiger Vater ein auf absolute Kontrolle ausgerichtetes Terrorregime etablierte und ihre Mutter konsequent wegschaute. Diekhaus erklärt weiter, ganz ähnlich, wie die menschliche Erinnerung funktioniert, erzähle The Chronology of Water ihren Werdegang nicht streng chronologisch, sondern sprunghaft und assoziativ. So herausfordernd das aus vielen größeren und kleineren Bruchstücken bestehende Geschehen auch sein mag, werde der Film von Imogen Poots auf Kurs gehalten, die sich mit einer fast schon furchteinflößenden Unerschrockenheit in ihre Rolle werfe. Auch Jim Belushis erschaffe in der Rolle des Schriftstellers Ken Kesey eine raumgreifende, in Erinnerung bleibende Figur, und so könne sich der Zuschauer wenigstens von diesen beiden Performances mitreißen lassen, wenn er sich mit Stewarts Kunstanspruch und ihrem unangepassten Stil schwertut.[29]

Auszeichnungen

Astra Film Awards 2025

  • Nominierung als Bester Independent-Film
  • Nominierung als Bestes Filmdebüt[30]

Denver Film Festival 2025

  • Auszeichnung mit dem Excellence in Acting Award (Imogen Poots)[31]

Festival des amerikanischen Films 2025

  • Nominierung im Wettbewerb[32]

Internationale Filmfestspiele von Cannes 2025

Internationales Filmfestival Thessaloniki 2025

  • Nominierung im Film Forward Competition[33]

Internationales Filmfestival Warschau 2025

  • Nominierung für den Publikumspreis – Encounters[34]

Nowe Horyzonty 2025

  • Nominierung im Internationalen Wettbewerb „New Horizons“[35]

Online Film Critics Society Awards 2026

  • Nominierung als Bester Debütfilm (Kristen Stewart)[36]

Online Film & Television Association Awards 2025

  • Nominierung als Bestes Spielfilmdebüt (Kristen Stewart)[37]

Valladolid International Film Festival 2025

  • Auszeichnung mit dem Meseta Distribución Award[38]

Literatur

  • Lidia Yuknavitch: The Chronology of Water: A Memoir. 2011.
  • Lidia Yuknavitch: In Wasser geschrieben. Übersetzung ins Deutsche von Claudia Max. btb Taschenbuch, 2024. ISBN 978-3-442-71764-4

Einzelnachweise

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