The Only Living Pickpocket in New York
Film von Noah Segan (2026)
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The Only Living Pickpocket in New York ist ein Thriller von Noah Segan. Der Film mit John Turturro in der Titelrolle als in die Jahre gekommener New Yorker Taschendieb und Giancarlo Esposito, Will Price, Tatiana Maslany, Steve Buscemi und Jamie Lee Curtis in weiteren Rollen feierte Ende Januar 2026 beim Sundance Film Festivals seine Premiere. Im Februar 2026 wurde er bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin erstmals in Deutschland gezeigt. Der US-Kinostart ist im Herbst 2026 geplant.
| Film | |
| Titel | The Only Living Pickpocket in New York |
|---|---|
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 88 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Noah Segan |
| Drehbuch | Noah Segan |
| Produktion | Leopold Hughes, Ben LeClair, Katie McNeill |
| Musik | Gary Lionelli |
| Kamera | Sam Levy |
| Schnitt | Hilda Rasula |
| Besetzung | |
| |
Handlung
Harry Lehmann lebt in New York City und schlägt sich als Taschendieb durch. Liebevoll kümmert er sich um seine behinderte Ehefrau Rosie. Der Mittsechziger aus der Bronx lebt noch immer in der Vergangenheit, als die Menschen ohne Smartphones auskamen. Während seiner ruhmreichen Tage war er dank seiner ausgefeilten Methoden und seiner Gewieftheit ein Meister seiner Zunft.
Harry arbeitet mit altmodischen Tricks, doch nun trägt niemand mehr große Mengen Bargeld oder teure Uhren mit sich herum. Das Diebesgut verwandelt sein bester Freund Ben in Geld, der ein Pfandhaus betreibt, wo ihm Tochter Eve hilft. Sie behandeln Harry wie ein Familienmitglied. Als Harry unwissentlich einen wertvollen USB-Stick stiehlt, macht ihn der Bestohlene namens Dylan Diamond, Erbe einer skrupellosen Mafiafamilie, ausfindig. Harry muss den USB-Stick zurückgeben, der sich in dessen Portemonnaie befunden und den er einfach eingesteckt, dann aber achtlos weggegebenen hat. Dieser dient Dylan als Geldschließfach und kann Millionen von Dollar freigeben.
So begibt sich Harry auf die Suche nach dem USB-Stick, vom Pfandhaus seines Freundes Benny in der Bronx über Manhattan, Brooklyn und Queens, wo seine Tochter Kelly lebt, mit der er lange keinen Kontakt hatte, bis nach Staten Island.[1][2]
Produktion
Regie, Drehbuch und Filmschnitt
Regie führte Noah Segan, der auch das Drehbuch schrieb. Er wurde selbst in New York geboren, wo der Film spielt. Es handelt sich bei The Only Living Pickpocket in New York um seinen zweiten Spielfilm als Regisseur nach Blood Relatives – Blut ist dicker als Wasser, der 2022 in die Kinos kam.[2] Überwiegend als Schauspieler tätig erlangte Segan durch seine Rollen in Brick und Looper Bekanntheit, spielte aber auch in Filmen wie Adam & Steve, The Visitation und What We Do Is Secret mit.
Segan selbst wurde in Brooklyn in der Gegend Prospect Park South / Ocean Avenue in Flatbush geboren und wuchs dort in den 1980er und 1990er Jahren auf. Sein Großvater wuchs in einem Viertel in der Bronx unweit der Arthur Avenue auf. Sein Bruder lebt in Queens. An diesen Orten fanden auch die Dreharbeiten statt. Als in New York City spielende Filme, die der Regisseur zu Vorbildern zählt, gehören Susan … verzweifelt gesucht von Susan Seidelman, The Linguini Incident von Richard Shepard, Mikey and Nicky von Elaine May und Filme von Nicole Holofcener.[3]
Den Filmschnitt übernahm Hilda Rasula.[1]
Besetzung, Dreharbeiten und Szenenbild

John Turturro spielt in der Titelrolle den in die Jahre gekommenen New Yorker Taschendieb Harry Lehmann und Steve Buscemi seinen guten Freund und Komplizen Ben, der als Pfandleiher tätig ist und das Diebesgut zu Geld macht.[1] Beide standen bereits in den Filmen Miller’s Crossing, Barton Fink, The Big Lebowski und Die lächerlichen Sechs gemeinsam vor der Kamera. Victoria Moroles spielt Benns Tochter Eve, Karina Arroyave Harrys Ehefrau Rosie und Tatiana Maslany seine Tochter Kelly. Giancarlo Esposito ist in der Rolle von Detective Allan Warren zu sehen. Will Price spielt den reichen Jungen Dylan Diamond, der Harry ausfindig macht, nachdem er ihn bestohlen hat.[1]
Die Kostüme gestaltete Cailey Breneman. Sie war für ihre Arbeit für die Fernsehserie Halston 2021 für den Emmy nominiert. Der Mantel, den Harry im Film meist trägt, stammt von Ermenegildo Zegna.[1]
Als Kameramann fungierte der in New York City lebende Sam Levy.[2] Er drehte bereits eine Reihe von in der Stadt spielenden Filmen, so für Noah Baumbach Mistress America oder für Greta Gerwig Lady Bird.
Szenenbildnerin Rocio Gimenez war in der Vergangenheit für Filme wie Der schwarze Diamant, Lost Girls und Friendship tätig.
Filmmusik und Veröffentlichung
Die Filmmusik komponierte der dreifache Emmy-Gewinner Gary Lionelli. Er war in der Vergangenheit überwiegend für Fernsehserien wie O.J. Simpson – Eine amerikanische Saga, Die Eroberung des Mondes und Luck tätig.[4] Zudem verwendet der Film zentral zwei Musikstücke, die die komplexen Gefühle jedes New Yorkers für seine Stadt widerspiegeln, New York, I Love You but You're Bringing Me Down des New Yorker Studioprojekts LCD Soundsystem und eine Version von Cole Porters I Happen to Like New York des Sängers und Pianisten Bobby Short.[1] Auch Passagen aus der Götterdämmerung, des vierten Teils von Richard Wagners Tetralogie Der Ring des Nibelungen, sind im Film zu hören, ebenso der von Sandy Linzer und Denny Randell geschriebene Disco-Song Native New Yorker, der im September 1977 von der Soul-Dance-Band Odyssey veröffentlicht wurde. Harry tanzt zu diesem in einer Szene.[3]
Die Weltpremiere von The Only Living Pickpocket in New York erfolgte am 27. Januar 2026 beim Sundance Film Festival.[5] Im Februar 2026 wurde er bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin in der Sektion Berlinale Special gezeigt.[2] Sony Pictures Classics plant einen Kinostart in den USA im Herbst 2026.[6]
Rezeption
Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind alle positiv bei einer durchschnittlichen Bewertung mit 8,3 von 10 möglichen Punkten.[7] Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 85 von 100 möglichen Punkten.[8]
Tomris Laffly schreibt in seiner Kritik in Variety, eine melancholische Zuneigung zu New York City durchdringe Noah Segans nostalgischen Film. Sein zweiter Spielfilm wirke wie eine warme Umarmung im Angesicht einer zunehmend kalten Welt, die ihre Manieren und die greifbaren Dinge verloren hat, an denen es sich festzuhalten lohnt. Harrys Reise durch alle fünf Stadtbezirke von New York City vermittele einen einzigartigen Eindruck von der weitläufigen Stadt, die schon vielen legendären Filmen und Filmemachern als Spielwiese gedient hat. Das New York in Pickpocket sei nicht der malerische Central Park, die charmanten Brownstone-Häuser oder die imposanten Wolkenkratzer. Ähnlich wie Sean Bakers Anora erkunde und beleuchte dieser Film die oft übersehenen Ecken der wohl populärsten Filmstadt der Kinogeschichte und beklage gleichzeitig eine vergangene Art des urbanen Lebens. Im letzten Akt von Pickpocket, der von Filmeditorin Hilda Rasula schwungvoll inszeniert wurde, gebe es einige spritzige Wendungen sowie einen dezent-verspielten Gastauftritt eines A-Promis als resolute Matriarchin von Dylans Familie. Trotz all dieser humorvollen Momente bewahre Pickpocket über seine gesamte Laufzeit hinweg seinen bittersüßen, melancholischen Ton, eine Stimmung, die von Sam Levys wunderschön-elegischer Kameraführung perfekt unterstrichen werde. Es sei genau die Art von unmissverständlicher Liebeserklärung an den Big Apple und seine weniger illustren Bewohner, die New York verdiene.[1]
Björn Becher erklärt in seiner Kritik für Filmstarts, dass Harry immer wieder auf seine Uhr blickt, um sich zu vergewissern, wie viel Zeit ihm noch bleibt, sei eine klassische Thriller-Prämisse, Noah Segan interessiere sich jedoch überraschend wenig für eine dramaturgische Zuspitzung, sondern für Stimmungen. Im Vordergrund stehe in jedem Moment die Atmosphäre bei diesem Abschiedstrip. Segan zeige die Metropole, von der Bronx über Chinatown schließlich sogar Queens, abseits ihrer touristischen Wahrzeichen. Die Stadt wirke hier nicht glamourös, sondern wie selbst ein wenig müde von der ganzen Veränderung geworden. Doch auch wenn New York im Mittelpunkt steht, erzähle The Only Living Pickpocket in New York eine universelle Geschichte über einen der letzten analogen Menschen in einer vollkommen digitalisierten Metropole. Segan nutze diese Figur, die nicht einmal ein Mobiltelefon hat und einen Computervirus für eine übertragbare Krankheit hält, aber nicht zur Abrechnung mit dem Fortschritt, so Becher. Weder verkläre er Nostalgie, noch verteufele er Modernisierung. Damit sei der Film vor allem ein ruhiges, bittersüßes Porträt über das Altern und darüber, was passiert, wenn selbst Kriminalität vom technischen Fortschritt überholt wird.[9]
Weblinks
- The Only Living Pickpocket in New York bei IMDb
- The Only Living Pickpocket in New York im Programm des Sundance Film Festivals (englisch)