The Yankees

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The Yankees, hervorgegangen aus den Rocking Four, waren eine deutsche Beatband aus Bremen, die 1961 gegründet wurde und insbesondere durch die erste Folge der ARD-Jugendkult-Sendung Beat-Club überregionale Bedeutung erlangte.

HerkunftBremen, Deutschland
Aktive Jahre1961–1969
Schnelle Fakten Allgemeine Informationen, Herkunft ...
The Yankees
Allgemeine Informationen
Herkunft Bremen, Deutschland
Genre(s) Beat
Aktive Jahre 1961–1969
Auflösung
Website
Gründungsmitglieder
Frank „Frankie“ Bartelt
Gitarre
Klaus „Elvis“ Tuz
Herbert Küster
Peter Fedde
Letzte Besetzung
Günther Saalbach
Gesang, Gitarre
Harald Blenke
Wilhelm „Willi“ Eck
Gerd „Jerry“ Adamowsky
Ehemalige Mitglieder
Frank „Frankie“ Bartelt (1961–1966)
Gitarre
Klaus „Elvis“ Tuz (1961–1962)
Gitarre
Friedel Herz (1962–1963)
Herbert Küster (1961–1963)
Peter Fedde (1961–1962)
Schlagzeug
Dieter Binseel (1962–1962)
Schlagzeug
Heinz Dieter „Hascha“ Hashagen (1962–1964)
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Der Name „Yankees“ wurde vom Western Die Glorreichen Sieben inspiriert. Er war zunächst ein Zeichen des „Drangs zur Männlichkeit“.[1] Die Herkunft des Wortes „Yankee“ ist ungeklärt, seine Bedeutung zweideutig, aber es steht in jedem Fall für ein Mitglied einer Bevölkerungsgruppe der USA – meist für Vertreter der Nordstaaten.

Mitglieder

Über Entstehung und Repertoire ist nur wenig bekannt.

Zwischen August 1961 und Februar 1962 traten die Yankees jedenfalls in der Zusammensetzung Herbert Küster, Frank „Frankie“ Bartelt (* 1943 in Bremen), Klaus Tuz und Peter Fedde auf. Im Februar 1962 übernahm Dieter Binseel das Schlagzeug von Fedde. Ab Juni 1962 kamen Heinz Dieter „Hascha“ Hashagen am Schlagzeug und Friedel Herz für den Gitarristen Tuz hinzu. Ab Mai 1963 wurde Herz an der Gitarre von Harald Blenke abgelöst und den E-Bass spielte jetzt Wilhelm Eck für Küster (Wechsel zu The Germans). Blenke und Eck kamen von den Blackbirds. Im Oktober 1964 ersetzte Gerd „Jerry“ Adamowsky von Jerry & Shamegang kommend den Schlagzeuger Hashagen (Wechsel zu The Mushroams) und ab Mai 1966 kam Sänger und Keyboarder (Hohner „Symphonik“) Günther Saalbach von den Rascals für Bartelt als letzte Neubesetzung hinzu.[2] Frontmann war bis Mai 1966 der impulsive Mitgründer Bartelt, der zusammen mit Adamowsky auch den mehreren Plattenlabels erfolglos vorgestellten Titel Halbstark komponiert hatte. Der deutschsprachige Titel reflektierte in gekonnter Weise die Perspektive, aus der die Erwachsenen die „moderne Jugend“ geringschätzig und kritisch beurteilten. Der umgangssprachliche Ausdruck „Halbstarke“ charakterisierte undisziplinierte, rüde Halbwüchsige[3] in Deutschland in den 1950er- und 1960er-Jahren.

Zu einem überregionalen Erfolg kam es nicht. Immerhin gewann die Band im Mai 1962 einen Wettbewerb im Jugendfreizeitheim Walle (Bremen). Es wird überliefert, dass die Gitarren-Anlage bis zu diesem Zeitpunkt aus halb-akustischen Gitarren bestand, die über große Röhrenradios verstärkt wurden. Anfang 1963 lernten die Yankees den Elektriker Wolfram Schloenzig kennen. Dieser baute ihnen eine – für damalige Zeiten überdimensionale – Verstärkeranlage mit 100 Watt Leistung, die kaum eine Band in Deutschland vorweisen konnte. Premiere hiermit war am 23. Februar 1963 bei einer Faschingsfeier im Bremer Berufsschulzentrum.

Beat-Club

Die stadtbekannte Bremer Beatband Yankees und ihr damaliger Manager Rainer Janz waren auch dem Bremer Beat-Club-Produzenten Michael „Mike“ Leckebusch bekannt. Nachdem die Leitung von Radio Bremen die Sendung des Beat-Clubs Mitte 1965 abgesegnet hatte, suchte Leckebusch nach Bands, die in der ersten Ausgabe am 25. September 1965 auftreten sollten. Es lag zunächst fern, dass die noch unbekannte Sendung erstklassige Starbands der Beat- bzw. Pop-Musik für ihre Show gewinnen konnte. Deshalb engagierte man regional bekannte Bands wie John O’Hara and His Playboys (aus Sheffield) mit drei Titeln, das Star-Club-bekannte Frauenquartett The Liverbirds (aus Liverpool) – welches als erste Girlgroup der Welt gilt – mit drei Titeln und die – passend zum Namen der Band – in Uniformen der Nordstaaten-Armee aus dem amerikanischen Bürgerkrieg auftretenden Yankees mit vier Titeln. Als Opener der Sendung entschied man sich für Halbstark, den einzigen deutschsprachigen Song der ersten Folge. Danach führten sie noch Tequila, Always and Ever und Help! auf. Diese erste Beat-Club-Folge war auch gleichzeitig der einzige Auftritt der Yankees in der erfolgreichen Musiksendung. Allerdings wurde der Titel Halbstark in der am 18. Juni 1966 ausgestrahlten Folge neun, einem Zusammenschnitt von Auftritten verschiedener Künstler aus den Folgen eins bis acht, wiederholt.[4]

Plattenvertrag und Folgezeit

Durch den immensen Erfolg der ersten Beat-Club-Folge erhielten die Yankees nun ohne Schwierigkeiten einen Plattenvertrag bei Polydor Records, und die erste Single war Halbstark / La-La-La-La-La-La (Du bist es immer) (Polydor Records 52589; Oktober 1965). Trotz der Popularität konnte sich der Titel nicht in den Single-Charts platzieren. Anstatt deutschlandweit – unterstützt durch den Live-Auftritt im Beat-Club – auf Tournee zu gehen, blieb die Gruppe in der Bremer Umgebung und verpasste damit die Chance auf größere Plattenumsätze. Im Januar 1966 gehen sie dann aber als Vorgruppe von Sam the Sham & the Pharaohs auf Deutschlandtournee. Mit I Was Born To Love You / Play Gypsy folgte im April 1966 eine weitere Single, die jedoch nicht mehr veröffentlicht wurde, weil die Band sich von ihrem eigenwilligen Frontmann und Sänger Frank Bartelt getrennt hatte. Ohne Bartelt blieb der Erfolg jedoch aus, er selbst veröffentlichte danach unter den Namen Frankie Martin (1968), Franky Arkady (1972, 1975 und 1977), Franky B. (1973), Frankie Martin Group (1976), George Washington Combo (1985) und Franky Arkady & Die Pilsköpfe (1995) noch einige Singles, die aber eher erfolglos blieben.[5] Zum 50-jährigen Jubiläum der Stingrays[6] 2015 haben Küster und Bartelt noch einmal zusammen auf der Bühne gestanden.

Insgesamt wurden 24 Titel aufgenommen, die meisten davon (15) waren englischsprachige Cover anderer Interpreten. 15 Titel waren Privataufnahmen von 1964 für Radio Bremen, den CLUB 99, das Burger Landhaus und OCEANA/Bremen. Die Band löste sich 1969 auf, nur Sänger und Keyboarder Günther Saalbach spielte noch bis in die 1980er-Jahre in anderen Bands.

Cover

Der Titel Halbstark erlangte in jüngerer Zeit wieder Bekanntheit durch die erfolgreiche Cover-Single der deutschen Alternativ-Rapgruppe K.I.Z, die jedoch lediglich den Refrain verwendeten. Auf dem zum 120-jährigen Jubiläum von Werder Bremen 2019 erschienenen Album Lauter Werder wurde mit Heimstark von den Original Deutschmachern eine Version des Titels mit neuem Text veröffentlicht. Der Titel wurde auch von der deutschen Punk-Gruppe Die Toten Hosen auf deren Album „Never Mind The Hosen – Here’s Die Roten Rosen“ gecovert[7] und wird regelmäßig von ihnen bei Konzerten gespielt.[8] Ferner fand der Song auch im Film Werner – Beinhart! Verwendung.

Diskografie (mit Komponisten in Klammern)

  • Halbstark (Gerd Adamowsky, Frank Bartelt)
  • La-La-La-La-La-La (Du bist es immer) (Gerd Adamowsky, Frank Bartelt)
  • Play Gypsy (C. Grey, N. Foley, E. Kálmán)
  • So ein Luder (Heinrich Heine: Pferd und Esel aus 1854; Harald Blenke, Günter Saalbach)
  • Liebelei (Harald Blenke, Günter Saalbach)
  • In der roten Straßenbahn (Harald Blenke, Günter Saalbach)
  • Mein Schlaraffenland (Harald Blenke, Günter Saalbach)
  • Es ist aus und vorbei (Harald Blenke, Günter Saalbach)
  • Tequila (Chuck Rio)
  • Poison Ivy (Jerry Leiber, Mike Stoller)
  • I Should Have Known Better (John Lennon, Paul McCartney)
  • I Was Born to Love You (Frank Bartelt, A.E. Wallace)
  • Night Train
  • Very Last Day
  • Sunny Afternoon (Raymond Davis)
  • A Hard Day’s Night (John Lennon, Paul McCartney)
  • Amapola (Lacalle)
  • I Can Tell (Ellas McDaniel, Samuels)
  • Mashed Potatoes (Clyde Otis, Nancy Lee)
  • Sugar and Spice (Fred Nightingale)
  • Mexico (Boudleaux Bryant)
  • Bergvagabunden sind wir (Hans Kolesa, Erich Hartinger, Walter Höfling)

Einzelnachweise

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