Theater k

Theater der freien Szene in München From Wikipedia, the free encyclopedia

Das münchner theaterkollektiv, kurz theater k, war ein linksgerichtetes Theater der freien Szene in München. Es bestand von 1970 bis 1990.

Geschichte

Das theater k gründete sich 1970 um den in Mönchengladbach geborenen Theatermacher Wolfgang Anraths aus dem Straßentheater Agit-Gruppe.[1] 1973 wurde die Zielsetzung des theater k wie folgt formuliert: „1. Aufbau eines in der Perspektive kontinuierlich arbeitenden Agitationstheaters, 2. konzentrierte Betriebs- und Stadtteilarbeit, 3. Stärkung der marxistischen Organisationen der Arbeiterklasse SDAJ und DKP“.[2] Ab 1976 hatte man eine feste Spielstätte in einem Kellertheater, das in der Kurfürstenstraße 8 in der Maxvorstadt Nähe Schwabing entstand.[3]

Das jugendorientierte[4] Unternehmen wurde mit seinen zahlreichen, teilweise aufsehenerregenden Produktionen (darunter auch Uraufführungen Franz-Xaver Kroetz[5]) zu einer festen Größe der freien Kulturszene. Dabei beschränkte man sich der Süddeutschen Zeitung zufolge nicht nur auf die eigene Bühne als Aufführungsort: „‚theater k‘ in der Kurfürstenstraße schwärmte mit seinen Action-Stücken über Arbeitslosigkeit (‚Prügelknaben – arbeitslos‘, ‚Vier Fäuste für ein Kernproblem‘), berufliche Bildung oder den Tod eines Siemens-Lehrlings direkt an jene Spielorte aus, die für junge Leute Alltag sind: Kneipen, Discos, bis hin zum Jugendgefängnis. Schlägereien im Zeitlupentempo und Western-Parodien sind stets der besondere ‚Ankommer‘ der theater-k-Dramaturgie gewesen.“[4]

Für das Magazin des Kreisjugendrings München-Stadt konkretisierte die Schauspielerin Renate Groß: „Durch diese Publikumsnähe und den aktionsbetonten Stil der Schauspieler schuf das theater k Theatererlebnisse für junge Leute, die nicht zum Publikum etablierter Stadtbühnen gehörten und gab ihnen gleichzeitig Möglichkeiten zur aktiven Auseinandersetzung mit ihren Problemen.“[4]

Anfang 1990 wurde das theater k von seinem langjährigen Leiter Wolfgang Anraths, der im selben Jahr starb, geschlossen. Die Zeitschrift Theater heute schrieb ein Jahr später: „Jetzt residiert hier das Unterton, das den kabarettistischen Nachwuchs pflegen will. Viel war davon noch nicht zu hören.“[6]

Einzelnachweise

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