Theaterhaus Rudi
Theater in Dresden
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Das Theaterhaus Rudi ist eine Amateurtheaterstätte in Dresden. Das denkmalgeschützte Gebäude steht im nordwestlichen Stadtteil Kaditz an einer Biegung der Leipziger Straße zwischen der Fechner- und der Rankestraße.


Es stehen vier Spielstätten zur Verfügung, neben dem Theatersaal sind dies der Theaterkeller, das Theater unterm Dach und die gelegentlich genutzte Theaterkneipe.[1]
Geschichte
Der vormalige Mühlenbesitzer Karl Friedrich Trentzsch aus Trachau (1821–1887)[2] ließ sich ab 1872 etwa 350 Meter westlich des Trachauer Dorfkerns eine Gastwirtschaft erbauen, die im März 1874 als Feldschlößchen eröffnete. Auf sein Ersuchen hin erhielt er 1874 und 1877 die Konzessionen zum Bier- und Branntweinausschank und im März 1879 die Erlaubnis, Futterkrippen vor seiner Schankwirtschaft aufzustellen, damit Fuhrleute ihre Pferde ausspannen und füttern konnten. Schließlich gestattete ihm die Amtshauptmannschaft Dresden-Neustadt am 4. Oktober 1880 auch einen Anbau an das Haus. Nach Trentzschs Tod 1887 verkaufte seine Witwe die Gastwirtschaft an Karl Ferdinand Fischer. Der betrieb die Schankwirtschaft bis Ende 1893 und verkaufte sie anschließend an den Produktenhändler Friedrich Ernst Leipert. Dieser erweiterte in den Jahren 1895/96 das Grundstück um eine Asphaltkegelbahn und ein Schlachthaus für Kleinvieh. Im Antrag dazu nannte er seine Schankwirtschaft „Zum Feldschlößchen“, ein Name, der bis in die 1950er Jahre erhalten blieb.
Leipert beantragte am 12. November 1897 die Errichtung eines neuen „Restaurationsgebäudes mit anstoßendem Gesellschaftssaal“. Die Pläne dafür kamen vom Radebeuler Architekten Carl Käfer. 1908 verkaufte Leipert das Haus an die Wirtschafterin Helene Margarethe Schumann, die das Restaurant an den Gastwirt Arthur Bär verpachtete. 1913 wurde die „Actien-Bierbrauerei Reisewitz“ in Dresden-Löbtau neue Eigentümerin der Gastwirtschaft. Neuer Gastwirt wurde Gustav Albin Eichhorn. 1919 erwarb der 1874 in Mittweida geborene Georg Max Haase das Haus.[2] Aufgrund der steigenden Popularität von Kinos wurde dort nach dem Ersten Weltkrieg bis um 1937/38[2] ein Lichtspielhaus mit rund 300 Plätzen eingerichtet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gaststätte im Erdgeschoss weiterbetrieben, in der Zeit der Wohnungsnot waren darüber mehrere Familien einquartiert. Der Saal wurde als Lager benutzt und auch die SED-Kreisleitung nutzte zeitweilig das Gebäude. Das als Jugendclubhaus „Rudi Arndt“ bezeichnete Tanzlokal war an dem 28. Dezember 1957[3] ein bekannter Jugendtreff. In immer stärkerem Maße machten sich aber bauliche Schäden und ausstattungsmäßige Mängel am und im Gebäude bemerkbar. Kleinere Werterhaltungsmaßnahmen und Teilrekonstruktionen konnten die Schließung des Hauses zum Zwecke der Gesamtrekonstruktion zwar hinauszögern, zu umgehen war sie nicht.[3]
Nach der Sanierung durch die Stadt Dresden, die 1976 das Haus erwarb, wurde es im November 1981 wiedereröffnet. Die Sanierung hatte über 1,25 Millionen Mark gekostet. Der große Saal bot Platz für 110 Personen. Der ehemalige Klubraum wurde ein Tagescafé mit 36 Plätzen. Durch den neu gestalteten Disco-Keller erhöhte das Haus seine Gesamtkapazität um 50 Prozent auf 370 Personen.[3] Im Disco-Keller traten national bekannte Rockbands auf, später gab es wiederholt Schlägereien, die dem Haus den Beinamen „blutiger Rudi“ einbrachten.[4]
Nach der Wende gab es vorübergehend den Freizeitclub „Twenty Five“ im Haus; das ursprünglich Löbtauer „Theater 50“ bespielte Mitte der Neunziger den großen Saal sowie den im Keller. Zwischen 1992 und 2025 betrieb der OASE e.V. in der ersten Etage des Hauses einen offenen Jugendtreff. Seit 1997 trägt das Haus an der Fechnerstraße 2a seinen heutigen Namen. Auf Grund der kommunalen Sparpolitik der Stadt Dresden musste das Theater zum 1. Januar 2000 schließen. Unmittelbar danach bezogen die Landesbühnen Sachsen für zwei Jahre Theatersaal und Theaterkeller. 2002 konnte es als Amateurtheaterhaus Rudi wieder eröffnen.[3]
Im Haus befinden sich auch die Büros des Landesverbandes Amateurtheater Sachsen (LATS) und des Theaterpädagogischen Zentrums Sachsen (TPZ).[3]