Theodor Formes

deutscher Opernsänger (Tenor) From Wikipedia, the free encyclopedia

Theodor Formes (* 24. Juni 1826 in Mülheim am Rhein; † 15. Oktober 1874 in Endenich[1]) war ein deutscher Opernsänger (Tenor).

Leben

Formes war ein Sohn eines katholischen Küsters und Kantors sowie ein jüngerer Bruder des Küsters und Opernsängers Karl Johann Formes (1815–1889).[2] Formes wurde nach dem Stimmbruch (Bass) zunächst von Franz Xaver Hipfel (um 1815–1880) in Wien und nach einem erneuten Stimmbruch (Tenor) von Louis Schindelmeisser in Pest zum dramatischen Sänger ausgebildet. Er debütierte 1846 als Edgardo in der tragischen Oper Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti in Ofen. Nach diesem ersten Erfolg wurde er umgehend von 1846 bis 1847 in Olmütz engagiert. Sein Ruf drang schon bald bis nach Wien, und er erhielt 1847 ein Engagement am Hofoperntheater und trat als Alamir in Belisar, Gennaro in Lucrezia Borgia und in der Oper Alessandro Stradella von Friedrich von Flotow auf. Bis 1848 hatte er ein Engagement am Kärntnertortheater. Er war mit seiner stimmlichen Leistung indessen noch unzufrieden und ließ sich neben seiner Theaterbeschäftigung von Giovanni Basadonna (1806–1852) weiter ausbilden.

Im Jahr 1848 folgte er einem Rufe an das Hoftheater in Mannheim, wo er als Robert in Giacomo Meyerbeers Oper Robert der Teufel auftrat. Bis zu seinem preußischen Militärdienst 1850 gehörte Formes zu diesem Ensemble. Nach seiner Entlassung aus dem Heere kam er zu einem Gastspiel nach Berlin und wirkte ab 1851 rund 15 Jahre lang als erster Heldentenor an der königlichen Hofoper.

Formes trat 1856 und 1859 trat in den Titelrollen im Tannhäuser und Lohengrin bei zwei Premieren von Richard Wagners Stücken in Berlin auf.[3] Nach rund 14 Jahren an der Königlichen Oper, verlor er 1864 plötzlich (vermutlich nach einer Mandeloperation) einen Teil seine Singstimme, so dass er pensioniert wurde. Nach anderen Angaben sollen es hingegen Zerwürfnisse in seiner Ehe gewesen sein, die ihn selbst bewogen seinen Vertrag mit der königlichen Oper zu kündigen und Berlin zu verlassen.[4] Formes begab sich zunächst an das Stadttheater in Nürnberg und gastierte auch an weiteren Bühnen. Doch seine Stimme versagte ihm sehr oft den Dienst, so dass die Gastspiele teilweise abgebrochen werden mussten. Auch die Reise mit seinen Brüdern Karl und Wilhelm nach Amerika war durch diesen Umstand wenig erfolgreich. Er trat auf zahlreichen Bühnen der Vereinigten Staaten von Nordamerika und in Havanna auf. Nach der Rückkehr nach Deutschland 1867 trat er nur noch an kleineren Bühnen auf. Am Hoftheater in Kassel bekam er eine Anstellung für eher unbedeutende Partien. Seine Stimme schien sich wieder zu erholen und er trat in der Sommersaison 1870 und 1871 in Gastrollen an der Krolloper in Berlin auf. Anschließend wurde er kurzzeitig von September 1871 bis Juni 1873 wieder als erster Tenor am Opernhaus engagiert.[5] Doch im Lauf des ersten Jahrs zeigten sich erste Symptome einer Geistesstörung, so dass er in eine Heilanstalt nach Endenich bei Bonn eingeliefert wurde, wo er 1874 starb.[6]

Familie

Seit September 1853 war er mit der Sopranistin Auguste (geborene Arens; 1831–1888) verlobt und seit 1854 verheiratet, die ebenfalls am königlich preußischen Hoftheater tätig war. 1864 trennte sich das Paar wieder und sie verheiratete sich mit dem russischen Obristen Wilhelm von Weymann.

Formes hatte insgesamt sieben Geschwister, sechs Brüder und eine Schwester, von denen Karl Johann Franz Formes, der älteste war. Er hatte noch einen jüngeren Bruder Wilhelm Formes (31. Januar 1831 – 12. März 1884), der als Baritonist lange Zeit am Hamburger Stadttheater arbeitete und einen Bruder Hubert, der ebenfalls Sänger wurde und unter anderem in der italienischen Oper in London in Berlin und Italien aktiv war.[7] Sein Neffe Ernst Formes (1841–1898) wurde Schauspieler.

Auftritte/Rollen (Auswahl)

Theodor Formes als Lohengrin an der Berliner Oper (um 1860)

Auszeichnungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI