Theodor Rienecker
deutscher Gewerkschaftsfunktionär und Abgeordneter im Provinziallandtag Hessen-Nassau
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Theodor Rienecker (* 12. November 1873 in Zellingen; † 11. April 1932 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Gewerkschaftsfunktionär und Mitglied des Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau.
Leben
Theodor Rienecker wurde als Sohn des Tagelöhners Georg Carl Rienecker und dessen Ehefrau Dorothea Graus geboren. Nach seiner Schulausbildung erlernte er den Beruf des Schuhmachers und übernahm die Werkstatt des Hans Sacks. Nach einiger Zeit zog es ihn nach Frankfurt, wo er im Kolpinghaus als Schuster bei geringem Lohn und harter Arbeit in ärmlichen Verhältnissen lebte. Damit fanden er und einige seiner Kollegen sich nicht ab und schlossen sich zusammen. Sie gründeten einen Verband, in dem er am 1. September 1903 zum Vorsitzenden gewählt und nach Düsseldorf geschickt wurde, um dort im Sinne der Vereinigung für Zeitungen zu schreiben und sich mit den Bossen anzulegen. Von 1907 an wurde er hauptamtlich bei der Gewerkschaft in Frankfurt tätig und 1909 in Köln zum Präsidenten des Zentralverbandes christlicher Lederarbeiter, der seinen Sitz in Frankfurt hatte, gewählt. 1930 gehörte dieser Berufsverband zum Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund.[1]
1920 erhielt er zusammen mit 13 weiteren Mitgliedern der Christlichen Volkspartei ein Mandat für den 54. Nassauischen Kommunallandtag[2] des preußischen Regierungsbezirks Wiesbaden bzw. für den Provinziallandtag der Provinz Hessen-Nassau, wo er Mitglied des Landesausschusses und des sozialpolitischen Ausschusses war.
Literatur
- Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 311.
- Nassauische Parlamentarier. Teil 2: Barbara Burkardt, Manfred Pult: Der Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden 1868–1933 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau. Bd. 71 = Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen. Bd. 17). Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 2003, ISBN 3-930221-11-X, Nr. 72, S. 274.
Weblinks
- Rienecker, Theodor. Hessische Biografie. (Stand: 8. November 2025). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Theodor Rienecker. Abgeordnete. In: Hessische Parlamentarismusgeschichte Online. HLGL & Uni Marburg, abgerufen im April 2022 (Stand 8. November 2025).