Theodor Waldner von Freundstein

deutsch-französischer Adeliger und Militär From Wikipedia, the free encyclopedia

Theodor Waldner von Freundstein (* 27. November 1786 in Schweighouse-Thann, Elsass; † 17. Juli 1864 in Weinheim) war ein deutsch-französischer Adeliger und Militär, Schlossherr zu Weinheim und Limburgerhof.

Theodor Waldner von Freundstein
Allianzwappen: links Waldner von Freundstein, rechts von Stumm
Grabinschrift des Grafen
Grab der ersten Frau, Friederike, geborene von Stumm (1793–1829)
Doppelgrab des Grafen mit seiner zweiten Frau Auguste, geborene von Stumm (1796–1876).

Herkunft

Die Waldner von Freundstein sind ein alteingesessenes elsässisches Adelsgeschlecht. Ihr Stammschloss Freundstein bei Goldbach, die höchstgelegene Burg des Elsass, befindet sich bis heute im Besitz der Familie. Theodors Großvater Franz Ludwig Waldner von Freundstein (1710–1789) war Mestre de camp in der französischen Kavallerie. Sein Bruder, der Maréchal de camp und spätere Lieutenant-général Christian Friedrich Dagobert Waldner von Freundstein (1712–1783), wurde 1748 von König Ludwig XV. in den erblichen Grafenstand erhoben. Da er keine Söhne hatte, fiel der Grafentitel nach seinem Tod an den Familienzweig des vorgenannten Bruders.

Die Eltern Theodors Waldner von Freundstein waren Gottfried Waldner von Freundstein (1757–1818), Artillerie-Offizier, Mitglied des Generalrats der Oberrheinischen Ritterschaft sowie der Reichsritterschaft in der Ortenau und der Wetterau,[1] und dessen Gattin Friederike von Stein zu Nord- und Ostheim.[2]

Des Vaters Schwester, Henriette von Oberkirch, wurde durch ihre Memoiren bekannt. Theodors eigene Schwester Diana Rabe von Pappenheim (1788–1844) war zeitweise die Mätresse von Jérôme Bonaparte, König von Westfalen, dem jüngsten Bruder Kaiser Napoleons.

Leben und Wirken

Theodor Waldner von Freundstein wurde laut seiner Grabinschrift auf (dem inzwischen zerstörten) Schloss Schwaighausen im oberelsässischen Schweighouse-Thann geboren.[3] Er war Grundherr zu Schmieheim,[4] Mitglied der Reichsritterschaft des Kantons Ortenau, Colonel in der kaiserlich französischen Armee und Offizier der französischen Ehrenlegion, sowie des holländischen Ordens der Reunion.

Er heiratete am 2. September 1817 die sehr wohlhabende Mannheimerin Friederike von Stumm (1793–1829), Tochter des aus der Industriellenfamilie Stumm entstammenden kurpfälzischen Hofbankiers Christian Philipp von Stumm (1758–1828) und dessen Ehefrau Augusta, geborene Schmalz, Erbin des gleichnamigen Mannheimer Bankhauses.[5] Sie hatten 3 Kinder.[1]

Mit Friederike von Stumm zusammen erwarb Waldner 1823 ein Landgut im pfälzischen Limburgerhof, das sich beide zu einem Adelspalais mit Parkanlage, Orangerie und einem Turm ausbauen ließen. Im Untergeschoss des Turmes richtete man eine katholische Kapelle ein, die der Speyerer Bischof Nikolaus von Weis 1845 weihte.[6]

Friederike von Stumm verstarb bereits 1829. Sie wurde in Mannheim begraben und ihr Ehemann ließ ihr ein sehr anrührendes Grabmal errichten. Er heiratete ihre Schwester Auguste von Stumm (1796–1876), die Witwe des Freiherrn Christian Friedrich von Berckheim (1781–1832).

Theodor Waldner von Freundstein und seine zweite Frau Auguste erwarben 1837 Schloss Weinheim und ließen es um- bzw. ausbauen. Neben dem Landsitz Limburgerhof lebte das Paar überwiegend in Weinheim und die Familie war dort sehr beliebt. Zu ihren regelmäßigen Gästen zählte hier Stéphanie de Beauharnais, die verwitwete Großherzogin von Baden und Adoptivtochter Kaiser Napoleons, welche in Mannheim lebte.

Theodor Waldner von Freundstein starb 1864 in Weinheim und wurde ebenfalls auf dem Mannheimer Hauptfriedhof, an der Grabstätte seiner ersten Frau, beigesetzt. Dort hat er mit seiner 1876 verstorbenen zweiten Gattin Auguste ein Doppelgrab in Tumbaform, das direkt vor dem Grabmal der ersten Ehefrau liegt.

Das Schloss in Weinheim erbte der Sohn aus der ersten Ehe von Gräfin Auguste, Staatsminister Christian Friedrich Gustav von Berckheim (1817–1889), der dort auch den sogenannten Exotenwald anlegen ließ.

Das Schloss in Limburgerhof hatte noch zu Lebzeiten des Grafen dessen Sohn aus erster Ehe, Adalbert Waldner von Freundstein (1819–1857), erhalten, der es innerhalb weniger Jahre so stark verschuldete, dass es 1858 zwangsversteigert werden musste.

Augusta Theodora Waldner von Freundstein, die Tochter des Grafen aus erster Ehe, heiratete am 25. November 1837 Karl August von Gersdorff (* 7. Mai 1811; † 23. Juli 1878), den Sohn des großherzoglichen Ministers Ernst Christian August von Gersdorff (1781–1852) und dessen erster Gattin Amalie Louise geb. von Damnitz († 1811).[7]

Literatur

  • Familienwappen Waldner von Freundstein (von Aarau). In: chgh.net (Alfred Dobler). Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 10. Juni 2015;.
  • Genealogische Webseite zu Graf Theodor Waldner von Freundstein, Geneall (deutsch, Anmeldung erforderlich)
  • Webseite zum Schloss Limburgerhof, historischer Verein Limburgerhof.
  • ‚Belvedere’ des Grafen Theodor Waldner von Freundstein in Limburgerhof (Memento vom 15. Oktober 2016 im Internet Archive; Abbildung ursprünglich auf Panoramio)

Einzelnachweise

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