Theodore Earl Butler
US-amerikanischer Maler
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Theodore Earl Butler (* 12. Oktober 1860 in Columbus, Ohio; † 2. Februar 1936 in Giverny, Département Eure) war ein US-amerikanischer Maler. Er gilt als Vertreter des amerikanischen Impressionismus und war Schüler sowie Schwiegersohn von Claude Monet.[1]

Leben
Theodore Earl Butler wurde in Columbus, Ohio, geboren. Seine ersten künstlerischen Unterweisungen erhielt er von dem akademisch geprägten Porträt- und Landschaftsmaler Albert Fauley. 1882 zog er nach New York, um seine Ausbildung an der Art Students League fortzusetzen. Dort studierte er bei William Merritt Chase, einem der führenden Vertreter des amerikanischen Impressionismus. Zur weiteren Ausbildung ging Butler nach Paris. Er besuchte private Kunstschulen und arbeitete eine Zeit lang unter dem Einfluss von Phillip Leslie Hale, der ebenfalls dem Impressionismus nahestand. 1888 wurde Butlers Gemälde La Veuve (Die Witwe) im Pariser Salon mit einer ehrenvollen Erwähnung ausgezeichnet. Im selben Jahr reiste er gemeinsam mit dem amerikanischen Maler Theodore Robinson nach Giverny, um Claude Monet kennenzulernen. Unter dessen Einfluss wandte sich Butler verstärkt der Freilichtmalerei zu. Er begann, Garten- und Landschaftsmotive mit lockeren Pinselstrichen und kräftigen Farben zu malen. Butler gehörte zu den wenigen amerikanischen Künstlern, die Zugang zu Monets Seerosengarten hatten. Neben ihm ist dies nur für John Singer Sargent und Butlers Sohn James Butler belegt.[2]
1892 heiratete Butler Monets Stieftochter Suzanne Hoschedé. Nach deren frühem Tod im Jahr 1899 zog er 1900 vorübergehend nach New York, wo er unter anderem Ansichten der Brooklyn Bridge malte. Theodore Earl Butlers Werke wurden sowohl in Paris als auch in New York geschätzt. Er erhielt mehrere öffentliche Aufträge, darunter 1910 großformatige Wandgemälde für die Internationale Ausstellung in Turin sowie 1913 eine Serie von dreizehn Gemälden zur amerikanischen Geschichte in New York. Nach etwa sechs Monaten kehrte er nach Giverny zurück und heiratete Suzanne Hoschedés Schwester Marthe Hoschedé. Butler ließ sich dauerhaft in Giverny nieder und lebte dort bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Nach einem weiteren Aufenthalt in den Vereinigten Staaten kehrte er 1921 nach Giverny zurück und blieb bis zu seinem Tod dort.[1][2]
Werk

In Giverny widmete sich Theodore Earl Butler nahezu ausschließlich der Landschaftsmalerei. Seine Werke zeigen eine starke Bindung an die impressionistische Farbpalette Monets, weisen jedoch zugleich stilistische Elemente auf, die über den klassischen Impressionismus hinausgehen. In seinen Landschaften finden sich vereinfachte Formen und eine Tendenz zur Flächigkeit. Zeitgenössische Beobachter sahen in diesen Merkmalen Bezüge zu Entwicklungen der französischen Kunst um 1900, darunter formale Parallelen zu Künstlern wie Édouard Vuillard, Pierre Bonnard, Georges Seurat und Paul Signac. Butler nahm innerhalb der amerikanischen Künstler in Giverny eine vermittelnde Position ein und gilt als wichtige Verbindung zwischen den amerikanischen Impressionisten und Monet. Seine Arbeiten entstanden überwiegend in Serien und Variationen einzelner Motive, insbesondere von Gärten, Kirchen und Landschaften der Umgebung von Giverny.[1] Theodore Earl Butlers Werke befinden sich unter anderem in der Sammlung des Metropolitan Museum of Art in New York.[2]
Literatur
- Richard H. Love: Emergence from Monet's Shadow, Haase-Mumm Pub Co, 1985.
- Ulrich Thieme, Felix Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 5, Leipzig, 1911.
- Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts, Band 1, Leipzig, 1953.
- Gérald Schurr, Pierre Cabanne: Les petits maîtres de la peinture, 1820–1920, Band I, Paris, 1996.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 2: Bedeschini – Bülow. Paris, 2006.
- H. Barbara Weinberg, Doreen Bolger, David Park Curry: American Impressionism and Realism: The Painting of Modern Life, 1885-1915, Metropolitan Museum of Art, New York, 2013.