Thepchaiya Un-Nooh

thailändischer Snookerspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Thepchaiya Un-Nooh (thailändisch เทพไชยา อุ่นหนู; * 18. April 1985 in der Provinz Nakhon Nayok, Zentral-Thailand) ist ein thailändischer Snookerspieler. Er konnte sich ab 2012 auf der Profitour etablieren und gewann zwei Ranglistenturniere, das Snooker Shoot-Out 2019 in Watford und das World Open 2026 in Yushan, sowie ein Einladungsturnier, die 6-Red World Championship 2015.

Schnelle Fakten Weltranglistenplatzierungen, Beste Ergebnisse ...
Thepchaiya Un-Nooh
Thepchaiya Un-Nooh
Thepchaiya Un-Nooh
Geburtstag 18. April 1985 (41 Jahre)
Nationalität Thailand Thailand
Profi 2009/10, 2012–[1]
Preisgeld 1.391.529 £ (Stand: 31. Mai 2026)
Höchstes Break 147 (7×)[1]
Century Breaks 224 (Stand: 31. Mai 2026)
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 15 (Oktober–Dezember 2020)
Aktuell 18 (Stand: 5. Mai 2026)
Beste Ergebnisse
Ranglistenturniere Sieg Shoot-Out 2019, World Open 2026
Andere Profiturniere Sieg 6-Red World Championship 2015
Amateurturniere Weltmeister 2008
Medaillenspiegel
Südostasienspiele 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
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Karriere

Amateurerfolge und erstes Profijahr

Nachdem er auf nationaler Ebene bereits zu den besten Spielern gehörte, trat Thepchaiya Un-Nooh ab 2007 auch international an. Er spielte nicht nur Meisterschaften, sondern auch die Pontin’s International Open Series zur Qualifikation für die Profitour. 2008/09 nahm er zwar nur an zwei von acht Turnieren teil, konnte aber bereits eines davon gewinnen (u. a. mit Siegen über Ben Woollaston und Alfie Burden). In dieser Spielzeit nahm er auch zum zweiten Mal an der Amateurweltmeisterschaft teil. Er besiegte unter anderem seinen berühmten Landsmann James Wattana, erreichte das Finale und holte sich mit einem 11:7 über Colm Gilcreest den Titel. Als Amateurweltmeister durfte er an der Profisaison 2009/10 teilnehmen.

Sein erster Profisieg war ein 5:4 gegen Atthasit Mahitthi beim Grand Prix. Obwohl er anschließend bei der UK Championship unter die Letzten 48 und den Welsh Open unter die Letzten 64 kam, kam er nur auf Platz 77 in der Weltrangliste und er verlor seinen Profistatus wieder.

In der Saison 2010/11 nahm er – nun wieder als Amateur – lediglich an den World Open 2010 und an einem der zwölf PTC-Turniere teil. Zum Ende versuchte er sich über die neu eingeführten Q-School-Turniere für die kommende Profisaison zu qualifizieren. Er scheiterte jedoch in allen drei Anläufen spätestens im Viertelfinale (gegen Zhang Anda, David Gilbert bzw. Michael Leslie). In der zweiten Jahreshälfte 2011 gewann er erst die nationale Meisterschaft. Danach vertrat er sein Land bei den South East Asian Games und gewann die Goldmedaille im Snookereinzel.

Aufstieg in der Profitour und erster Turniersieg

Thepchaiya Un-Nooh beim German Masters 2013

Zur Saison 2012/13 erhielt Thepchaiya dank einer der vier asiatischen Wildcards für die Main Tour erneut den Status eines Profispielers, diesmal für zwei Jahre. Von Anfang an lieferte er ordentliche Ergebnisse. Nur bei der PTC-Serie startete er mit zwei Auftaktniederlagen, bevor er beim Paul Hunter Classic erstmals ein Achtelfinale erreichte. Bei zwei weiteren Turnieren der Tour wiederholte er das Ergebnis, ebenso beim Snooker Shoot-Out, einem Einladungsturnier im Sonderformat. Bei den großen Turnieren kam er zweimal unter die Letzten 48: bei der UK Championship und den World Open. Im September 2012 nahm die WPBSA Ermittlungen auf, weil es bei der Partie beim dritten UK-PTC Event zwischen ihm und Steve Davis zu auffälligen Wettmustern kam.[2] Es wurden jedoch keine Anhaltspunkte gefunden, dass einer der Spieler in irgendeiner Weise dafür verantwortlich war.[3] Mit Platz 68 hatte er eine gute Ausgangsposition für das folgende Jahr. Er blieb hinter den vorherigen Ergebnissen zurück und verlor öfter Auftaktspiele, schlug aber auch Topspieler wie Neil Robertson, Stephen Maguire und Ronnie O’Sullivan. Beim World Open 2014 kam er auch bei einem vollwertigen Ranglistenturnier ins Achtelfinale, zweimal stand er unter den Letzten 32. Damit rückte er auf Platz 57 vor und etablierte sich damit im Profifeld.

2014/15 begann ebenfalls eher durchwachsen und er kam bei keinem größeren Turnier über die dritte Runde hinaus. Der Durchbruch kam nach dem Jahreswechsel bei den Xuzhou Open. Durch einen 4:1-Sieg über Mark Williams erreichte er erstmals das Finale eines PTC-Turniers. Dort musste er sich Joe Perry mit 1:4 geschlagen geben. Kurz darauf gelang ihm bei den Indian Open erneut der Sprung ins Halbfinale, wo er Ricky Walden nach einer 3:0-Führung mit 3:4 unterlag. Zuvor hatte er sich unter anderem gegen Titelverteidiger Ding Junhui, Luca Brecel und Mark Davis durchgesetzt. Zum Auftakt der nächsten Saison trat er bei der 6-Reds-Weltmeisterschaft an, einem Einladungsturnier mit verringerter Zahl an roten Kugeln. Er bezwang die Topspieler Judd Trump, Marco Fu und den damaligen Weltmeister Stuart Bingham. Durch einen 8:2-Sieg im Finale gegen Liang Wenbo gewann er als erster nicht-britischer Spieler das Turnier und seinen ersten Profititel. Bei der UK Championship gelang ihm eine Serie von 140 Punkten; er verschoss die letzte Schwarze auf dem Weg zu seinem ersten Maximum Break. Der zweite große Erfolg der Saison war das Erreichen des Halbfinals der International Championship. Fünf Partien in Folge gewann er im Decider, darunter auch die Partien gegen die Top-16-Spieler Mark Williams und Mark Allen. Allen schlug er auch beim World Grand Prix und zog ins Viertelfinale ein. Bei der Qualifikation zur Weltmeisterschaft gegen Anthony McGill verschoss er erneut die letzte Schwarze für ein Maximum und schied mit 7:10 aus. Die Erfolge brachten ihn 2016 bis auf einen Platz an die Top 32 heran.

Erfolge und Rückschläge

Thepchaiya beim German Masters 2014

Die 2016/17 begann vielversprechend mit den Halbfinals beim World Open, wo er auch den Weltmeister und Weltranglistenersten Mark Selby schlug, und gleich anschließend beim Paul Hunter Classic. In Fürth gelang ihm auch am 27. August 2016 sein erstes Maximum Break. Danach kam er aber bei keinem Ranglistenturnier mehr über die dritte Runde hinaus. Im Gegenteil häuften sich die Auftaktniederlagen und in der Saisonmitte verlor er 6 Partien in Folge. Das besserte sich zwar im nächsten Jahr, trotzdem war fast immer spätestens in der dritten Runde Schluss. Lediglich bei der 6-Reds-Weltmeisterschaft, die nicht für die Rangliste zählte, kam er nach 2015 zum zweiten Mal ins Finale, diesmal verlor er aber gegen Mark Williams deutlich mit 2:8. Er fiel mangels Ergebnissen bis auf Platz 56 zurück. Immerhin endete die Saison versöhnlich, bei der abschließenden Weltmeisterschaft gelang ihm zum ersten Mal der Einzug in die Endrunde. Sein erstes Crucible-Match verlor er gegen John Higgins mit 7:10.

Es folgte 2018/19 eine weitere durchwachsene Saison. Es gab mehrere Auftaktniederlagen, aber auch bessere Ergebnisse wie das Achtelfinale beim Paul Hunter Classic und das Viertelfinale bei den Northern Ireland Open. Höhepunkt der Saison war aber das Shoot-Out-Turnier in Watford. Thepchaiya ist dafür bekannt, einer der schnellsten Spieler im Profisnooker zu sein. Der Thailänder war in der Saison der einzige, der eine durchschnittliche Stoßzeit von unter 17 Sekunden bei den Profiturnieren hatte. Trotzdem hatte er bei dem Shot-Clock-Turnier noch nie das Achtelfinale überstanden. Diesmal kam er ins Finale und gewann mit einem einzigen Break von 74 Punkten gegen Michael Holt das Turnier. Bereits im Halbfinale hatte er mit einem 139er-Break einen Rekord bei den Profi-Shoot-Out-Turnieren aufgestellt. Da es anders als beim anderen Sonderformat 6 Reds Ranglistenpunkte gab, bedeutete der Titelgewinn mit 33 Jahren seinen ersten Sieg bei einem Weltranglistenturnier. Am Saisonende schaffte er zum zweiten Mal in Folge den Endrundeneinzug bei der WM und diesmal verlor er im Crucible nur knapp mit 9:10 gegen Judd Trump.

Aufstieg bis in die Top 16

Im Jahr darauf knüpfte er endgültig an die früheren Jahre an und nach zwei Achtelfinals in den ersten Turnieren erreichte er beim World Open 2019 erstmals bei einem großen Turnier das Finale. Dabei besiegte er die Top-16-Spieler Kyren Wilson und David Gilbert. Das Endspiel verlor er aber gegen Judd Trump mit 5:10. Danach erreichte er im Saisonverlauf bei kleineren Turnieren noch viermal das Viertelfinale. Auch bei der Weltmeisterschaft stand er erneut in der Endrunde und traf im ersten Match auf Ronnie O’Sullivan, der ebenfalls für seine schnelle Spielweise bekannt ist. Leider verlor Thepchaiya sehr schnell mit 1:10. Es war das schnellste WM-Spiel aller Zeiten (108 Minuten). Den bisherigen Rekord hatte Shaun Murphy mit 149 Minuten gehalten.[4] Trotzdem konnte er am Saisonende mit Platz 20 seine bis dahin beste Platzierung in der Weltrangliste verbuchen.

Obwohl er nur mäßig in die Saison 2020/21 startete, konnte er zu Beginn weitere Plätze gutmachen und während der Spielzeit seine Höchstposition von Platz 15 erreichen. Damit qualifizierte er sich auch einmalig für das traditionsreiche Masters, bei dem jährlich die Top 16 antreten, verlor aber das erste Spiel. Wegen der COVID-19-Pandemie fielen die großen Turniere in China weg und bei den kleinen Turnieren kam er immerhin dreimal ins Achtelfinale. Viermal verlor er aber sein Auftaktspiel, diesmal auch bei WM, ein 5:6 gegen Igor Figueiredo. Auch wenn es wieder leicht abwärts ging, blieb er trotzdem in den Top 20.

Späte Tourjahre und ein weiterer Höhepunkt

Am 14. August 2021 gelang ihm in einer Trainingssession ein 155-Punkte-Break, das höchstmögliche Break im Snooker (inklusive eines Free Balls). Da der Frame von einer Tischkamera aufgezeichnet wurde, ist es das erste 155er-Break eines Spielers, das auf Video festgehalten wurde. Wenige Wochen später gelang ihm in der Qualifikation für das German Masters 2022 sein drittes Maximum. Das Match verlor er trotzdem, wie schon zuvor vier andere Auftaktspiele. Sein Problem war, dass die chinesischen Turniere noch nicht in den Turnierkalender zurückgekehrt waren und er die dort zwei Jahre zuvor gewonnenen Punkte nicht verteidigen konnte. Deshalb folgte der tiefe Sturz bis auf Platz 60 der Rangliste. Die Punkte etwas kompensieren konnte er durch das Erreichen des Achtelfinals beim neu eingeführten Turkish Masters. Außerdem gelang ihm erneut die Qualifikation für das Crucible bei der Weltmeisterschaft. Auch im vierten Anlauf kam er nicht über die erste Hauptrunde hinaus und verlor wie 2018 gegen John Higgins, wieder mit 7:10. Seine Tourzugehörigkeit war aber gesichert.

2022/23 begann nicht sehr vielversprechend, dann kam mit den Scottish Open aber wieder ein Höhepunkt. Mit Mark Allen und Judd Trump schlug er zwei Spieler aus den Top 5 und erreichte das Halbfinale. Außerdem gab es nach vier Jahren wieder eine 6-Reds-Weltmeisterschaft. Zum dritten Mal erreichte er bei dem Sonderformat das Endspiel, zum zweiten Mal verlor er, diesmal mit 6:8 gegen Ding Junhui. Eine Reihe besserer Ergebnisse, darunter das Achtelfinale bei der International Championship 2023, brachte ihn in der folgenden Spielzeit wieder in die Nähe der Top 32, bevor er gegen Saisonende wieder etwas an Boden verlor. Auch im nächsten Jahr bewegte er sich in dem Bereich, in einer ausgeglichenen Saison war das Achtelfinale bei den British Open 2024 das beste und die Runde der Letzten 32 beim Saudi Masters das punkteträchtigste Ergebnis. Das Ergebnis in der saudischen Hauptstadt Riad konnte er 2025 wiederholen und das Achtelfinale beim Wuhan Open folgen lassen. Noch zweimal verlor er in der Runde der Letzten 16, bevor er gegen Saisonende beim World Open 2026 nach längerer Zeit mit Siegen über Gary Wilson und Judd Trump wieder ein Endspiel erreichte. Am 22. März 2026 setzte sich Thepchaiya im Finale gegen Ronnie O’Sullivan mit 10:7 durch, nachdem er in der Nachmittagssession mit 0:4 zurückgelegen hatte. Zum Abschluss spielte er drei Century Breaks in Folge, dabei als Krönung in Frame 16 ein Maximum Break, sein insgesamt siebtes. Mit inzwischen 40 Jahren gelang ihm der größte Sieg seiner Karriere, der zweite Ranglistensieg und insgesamt sein dritter Turniergewinn als Profi. Die hohe Wertigkeit des Turniers brachte ihn am Saisonende 2025/26 nach oben bis auf Platz 18 der Weltrangliste.[5]

Erfolge

Weitere Informationen Ausgang, Jahr ...
Ausgang Jahr Turnier Finalgegner Ergebnis
Amateurturniere
Zweiter2007Thailändische MeisterschaftThailand Supoj Saenla4:5
Sieger2008IBSF SnookerweltmeisterschaftIrland Colm Gilcreest11:7
Sieger2011Thailändische MeisterschaftThailand Suchakree Poomjang5:0
Sieger2011SüdostasienspieleSingapur Tommy Ang Boon Chin4:1
Profiturniere
Ranglistenturniere
Sieger2019Snooker Shoot-OutEnglandEngland Michael Holt74:0 (Punkte)
Zweiter2019World OpenEnglandEngland Judd Trump5:10
Sieger2026World OpenEnglandEngland Ronnie O’Sullivan10:7
Minor-Ranking-Turniere
Zweiter2015Xuzhou OpenEnglandEngland Joe Perry1:4
Einladungsturniere
Sieger20156-Red World ChampionshipChina Volksrepublik Liang Wenbo8:2
Zweiter20176-Red World ChampionshipWales Mark Williams2:8
Zweiter20236-Red World ChampionshipChina Volksrepublik Ding Junhui6:8
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Einzelnachweise

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