Therese Ullrich

deutsche Frauenrechtlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Therese Ullrich (* 25. Oktober 1888 in Sandau[1]; † 3. April 1981 in Landsberg am Lech[1]) war eine deutsche Frauenrechtlerin und hauptamtliche Geschäftsführerin der Landfrauenvereinigung des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Bayern (KDFB).

Leben

Therese Ullrich war seit 1912 ehrenamtlich in der Frauenbewegung tätig, in diesem Jahr war sie Gründungsmitglied des Zweigvereins Landsberg im KDFB.[2] Ab 1918 besuchte sie die Frauenschule in München.[3] Wegen eines Knochenleidens machte sie erst 1920 ihren Abschluss.[1] Ihre Direktorin war Ellen Ammann, die später von Ullrich in ihrer politischen Arbeit jahrelange Unterstützung fand. Ullrich arbeitete im engsten Umkreis von Ammann die 1919 in den Bayerischen Landtag gewählt wurde[2], dem sie bis 1932 angehörte. Sie wurde in einer Ausstellung über Ammann gewürdigt.[4]

Anfang Januar 1919 sollte Ullrich einen Vortrag in einer oberbayerischen Kleinstadt halten. 35 junge Männer stürmten den Saal, in dem sie vor ca. 500 Frauen eine Rede zum soeben erkämpften Frauenwahlrecht hielt. Die Burschen warfen sie vom Podium und verprügelten die zarte, gehbehinderte Frau mit Knüppeln. Nahestehende Zuschauerinnen bewahrten sie davor niedergetrampelt zu werden. Dieses eine Mal verzichtete sie darauf ihre Rede fortzuführen, ansonsten ließ sie sich nicht einschüchtern.[2] Rund um dieses Ereignis war sie immer wieder heimtückischen und hinterhältigen Attacken ausgesetzt. Obgleich das Frauenwahlrecht durchgesetzt wurde, Frauen damit Staatsbürgerrechte hatten und nicht mehr von öffentlichen Ämtern und Politik ausgeschlossen wurden, sind die meisten Männer nicht begeistert davon.[2]

Von 1920 bis 1933 war sie hauptamtliche Geschäftsführerin der Landfrauenvereinigung des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Bayern (KDFB). Sie gründete 233 Zweigvereinigung und war eine engagierte Vertreterin der Frauenbildung. Nachdem 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde ihr Engagement unterbrochen. Sie wurde bespitzelt und war Gestapo-Verhöre ausgesetzt.[2] Sie arbeitete während des Zweiten Weltkrieges als Sekretärin in einer bayerischen Diözesen..[1]

Nach Kriegsende begann sie umgehend mit dem Wiederaufbau des vom Naziregime zerstörten Bildungsnetzwerks des KDFB. Sie musste diese Tätigkeit 1947 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, wenn kurzfristig eine Vertretung erforderlich war, übernahm sie jedoch die Verantwortung. Sie setzte sich bis ins hohe Alter für christliche und soziale Ansätze in der Lokalpolitik von Landsberg ein[5] und verfasste Artikel für die Verbandszeitschrift. Zu ihrem 75. Geburtstag, im Oktober 1963, würdigte sie die stellvertretende Landesvorsitzende Lilly zu Franckenstein.[2]

Therese Ullrich starb mit 92 Jahren am 3. April 1981 in Landsberg.

Am 9. Oktober 2025 wurde Ullrich mit einer Aufnahmen in die FrauenOrte Bayerns geehrt, die in direkt vom Bayerischen Staatsministerium getragen werden. Sozialministerin Ulrike Scharf schickte eine digitale Grußbotschaft, anwesend waren die stellvertretender Landrätin Margit Horner-Spindler und Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl.[6] Anschließend gab es eine Vernissage mit dem Titel Frauenbilder von Sabine Köhl im Landratsamtes Landsberg, die bis Ende November zu sehen war.[7]

Werke

  • Heiliges Licht, München 1940, Christopherus Verlag
  • Wir bauen an der Zukunft, Neu-Ulm/Donau 1962, Leufke Verlag

Einzelnachweise

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