Thierry Sabine
französischer Motorradrennfahrer und Gründer der Rallye Dakar
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Thierry Gilbert Marcel Sabine (* 13. Juni 1949 in Boulogne-Billancourt; † 14. Januar 1986 in Gourma-Rharous) war ein französischer Automobil- und Motorradrennfahrer und Gründer der Rallye Dakar.

Leben
Thierry Sabine wurde am 13. Juni 1949 im vornehmen Pariser Vorort Boulogne-Billancourt geboren.[1] Sein Vater Gilbert Sabine (1921–2019) war ein renommierter Zahnarzt in Le Touquet.[2] Seiner Leidenschaft für den Rallye-Sport folgte er ab 1970. Bei der nationalen Dünen-Rallye in Le Touquet holte er seinen ersten Sieg zusammen mit seinem Vater und Co-Pilot Gilbert im Alpine A110 1300 S. Im selben Jahr gewann er die Tour de France National gemeinsam mit Co-Pilot Bernard Surre im Porsche 911 S. Nach zwei mäßig erfolgreichen Starts bei den 24 Stunden von Le Mans 1975 und 1976 kehrte Thierry Sabine den Sportwagen den Rücken. Neben der Passion für vier Räder konnte er sich vor allem für die Zweiräder begeistern, insbesondere die Enduros hatten es ihm angetan. Daher kam ihm die Idee, eine eigene Enduro-Rallye bei Le Touquet zu veranstalten. Mittlerweile war der Franzose Pressesprecher der Gemeinde, mit deren Unterstützung Thierry Sabine im Februar 1975 die erste Ausgabe der "Enduro du Touquet" aus dem Boden stampfte. Das Starterfeld beim Debüt umfasste 286 Teilnehmer. Seine Ehefrau Diane Thierry-Mieg lernte er 1976 auf einer Party seines Freundes Uwe Ommer in Paris kennen und lieben. Im November 1977 heirateten sie. Acht Jahre später folgte die Scheidung.[3]
Die Idee zur Rallye kam ihm 1977 während der Abidijan-Nizza-Rallye. Er war mehrere Tage in der Wüste verschollen. Am 26. Dezember 1978 startete die erste Rallye Paris-Dakar, deren Organisation Sabine mit der eigens dafür gegründeten Thierry Sabine Organisation übernahm. Daneben engagierte er sich auch sozial in den Ländern, durch die die Rallye führte. So gründete er z. B. in Dakar ein Krankenhaus.

Am 24. August 1984, ließ sich Thierry Sabine im Departement Eure-et-Loir nieder, weit weg vom Trubel der Hauptstadt, in „La Tour Neuve“ in Hanches mit etwa 1.800 Einwohnern, wo er isoliert von allen anderen Wohnhäusern lebte. Er wohnte auf einem Bauernhof mit seiner Tochter Emilie (* 1973) und seiner Lebensgefährtin Suzanne Fournais, einer Dänin, die er in Brüssel kennengelernt hatte. Hier stellte er Journalisten, Sponsoren und Teilnehmern die Strecke vor.[4]
Am 14. Januar 1986 kam er zusammen mit dem Chansonnier Daniel Balavoine, der Journalistin Nathaly Odent, dem Piloten François-Xavier Bagnoud und dem Funktechniker Jean-Paul Le Fur während der Rallye bei einem Helikopterflug ums Leben. Der Hubschrauber vom Typ AS 350 Écureuil zerschellte auf einer Düne in Mali in der Nähe des Sees Gossi etwa acht Kilometer von Gourma-Rharous entfernt. An der Absturzstelle wurde eine Gedenktafel angebracht. Die Trauerfeier fand in der Kirche von Épernon im Departement Eure-et-Loir statt. Der Leichnam wurde anschließend nach Paris überführt, um dort eingeäschert zu werden. Gemäß seinem Wunsch sollte seine Asche in der Wüste Ténéré verstreut werden.[5]
Nach dem Unfalltod seines Sohnes bei der Rallye-Dakar 1986 gab der Vater Gilbert Sabine seinen Beruf als Zahnarzt auf, um das Erbe seines Sohnes anzutreten und sich um die Organisation der Dakar und der Enduro du Touquet zu kümmern. 1993 verkaufte er die Firma TSO (Thierry Sabine Organisation) an die Familie Amaury.[2]
Statistik
Le-Mans-Ergebnisse
| Jahr | Team | Fahrzeug | Teamkollege | Teamkollege | Platzierung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1975 | Porsche 911 Carrera RSR | Rang 17 | |||
| 1976 | Porsche 911 Carrera RSR | Rang 13 |
Weblinks
- Thierry Sabine bei IMDb