Thiobarbitursäure

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Thiobarbitursäure ist ein Derivat der Barbitursäure. Es wird als Reagenz in der analytischen Chemie verwendet.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Thiobarbitursäure
Allgemeines
Name Thiobarbitursäure
Andere Namen
  • 2-Thiobarbitursäure
  • 2-Thioxodihydropyrimidin-4,6(1H,5H)-dion
Summenformel C4H4N2O2S
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 504-17-6
EG-Nummer 207-985-8
ECHA-InfoCard 100.007.260
PubChem 2723628
Wikidata Q418230
Eigenschaften
Molare Masse 144,15 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

235 °C[1]

Löslichkeit

in heißem Wasser gut löslich
(50 g pro Liter bei 95 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315319335
P: 280305+351+338[2]
Toxikologische Daten

> 5000 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Darstellung und Gewinnung

Die Herstellung der Thiobarbitursäure erfolgt durch die Umsetzung von Thioharnstoff mit einem Malonsäurediester, wie z. B. Malonsäurediethylester.[3]

Eigenschaften

Thiobarbitursäure bildet weiße Kristalle mit einem unangenehmen Geruch. In heißem Wasser ist die Verbindung gut löslich.[1] Die als Narkotika ab den 1930er Jahren wie die N-alkylierten Barbiturate weit verbreiteten Thiobarbiturate[4] sind Abkömmlinge der Thiobarbitursäure.

Verwendung

In der analytischen Chemie dient Thiobarbitursäure als Reagenz auf Sorbinsäure und zur Bestimmung des Biomarkers Malondialdehyd (MDA). Der TBA-Test (TBA = thiobarbituric acid) beruht auf der Reaktion von Thiobarbitursäure mit Oxidationsprodukten von Fetten, beispielsweise Malondialdehyd. Bei dieser Reaktion wird aus einem Molekül des bifunktionellen Aldehyds mit zwei Molekülen Thiobarbitursäure ein rosafarbener Farbstoff gebildet, der beispielsweise per Photometrie quantitativ bestimmt werden kann.[5]

Die Reaktion zwischen Thiobarbitursäure und Malondialdehyd.

Weiterführende Literatur

Einzelnachweise

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