Thismiaceae

Familie der Ordnung Yamswurzelartige (Dioscoreales) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Thismiaceae sind eine Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Yamswurzelartigen (Dioscoreales) innerhalb der einkeimblättrigen Pflanzen. Es sind mykotrophe und chlorophylllose Pflanzen.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Thismiaceae

Thismia rodwayi

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Yamswurzelartige (Dioscoreales)
Familie: Thismiaceae
Wissenschaftlicher Name
Thismiaceae
J.Agardh
Schließen

Beschreibung

Habitus und Blätter

Alle Arten der Familie sind mykotrophe und chlorophylllose, ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bilden verzweigte, korallenförmige Rhizome als Überdauerungsorgane. Die gegenständig, wechselständig und zweizeilig angeordneten Laubblätter sind parallelnervig, häutig, einfach, klein und ungestielt, oder zu Schuppen reduziert, mit glatten Blatträndern.[1]

Blütenstände und Blüten

Die Blüten stehen einzeln oder in traubigen Blütenständen mit Tragblättern zusammen. Die radiärsymmetrischen bis zygomorphen Blüten sind dreizählig und zwittrig. Es sind zwei Kreise mit je drei Blütenhüllblättern vorhanden, sie sind glocken- bis urnenförmig verwachsen. Bei vielen Arten sind die inneren und äußeren Blütenhüllblätter stark verschieden. Es sind einer (nur bei Oxygyne) oder zwei Kreise mit drei Staubblättern vorhanden; sie sind untereinander frei aber mit den Blütenhüllblättern verwachsen; sie sind nach innen gebogen. Bei Haplothismia und Oxygyne sind die Staubfäden an der Basis verbreitert; bei den anderen Gattungen sind die Staubfäden entweder reduziert oder spezialisiert. Die Pollenkörner besitzen eine Apertur. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen mit 50 bis 100 anatrope Samenanlagen. Der oft kurze Griffel endet in einer dreilappigen Narbe.[1]

Früchte und Samen

Die dickwandige Kapselfrüchte enthalten 50 bis 150 Samen und öffnet sich an ihre Spitze. Die winzigen Samen besitzen kein Endosperm und der Embryo ist bei reifen Samen nur noch rudimentär vorhanden.[1]

Inhaltsstoffe

Es werden Calciumoxalat-Kristalle als Rhaphide eingelagert.[1]

Verbreitung

Die Areale der Gattungen sind teils extrem disjunkt. Vorkommen gibt es hauptsächlich in Südostasien, Afrika, Amerika (besonders Brasilien), Australien und Neuseeland. Sie gedeihen meist in tropischen Gebieten, doch gibt es auch einige Arten in warm-gemäßigten Zonen, beispielsweise in Japan.

Systematik

Die Erstveröffentlichung des Familiennamens erfolgte 1858 durch Jacob Georg Agardh. Die Typusgattung ist Thismia Griff. Ursprünglich als Tribus Thismieae innerhalb der Familie der Burmanniaceae eingegliedert, setzte sich nach zahlreichen molekulargenetischen Untersuchungen seit Anfang des 21. Jahrhunderts die Einstufung als eigenständige Familie durch, Schwestergruppe der Familie sind die Taccaceae.[2] Die Familie besteht aus sechs Gattungen und umfasste 2024 rund 125 Arten, davon über 100 Thismia,[3] kontinuierlich werden neue Arten beschrieben.

  • Afrothismia (Engl.) Schltr.: 16 Arten in den tropischen Regenwäldern Afrikas.
  • Haplothismia Airy Shaw
    • Haplothismia exannulata Airy Shaw (Westghats in Indien)
  • Oxygyne Schltr.:[4] Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Japan
    • Oxygyne confusa E.Bidault, V.Merckx & Byng
    • Oxygyne duncanii Cheek
    • Oxygyne hyodoi C.Abe & Akasawa
    • Oxygyne shinzatoi (Hatus.) Tsukaya
    • Oxygyne triandra Schltr.
    • Oxygyne yamashitae Yahara & Tsukaya
  • Thismia Griff.
  • Tiputinia P.E.Berry & C.L.Woodw.:
  • Relictithismia Suetsugu & Tagane:
    • Relictithismia kimotsukiensis Suetsugu, Yas.Nakam. & Tagane (Japan)

Literatur

  • Vincent S. F. T. Merckx (Hrsg.): Mycoheterotrophy: The Biology of Plants Living on Fungi. Springer, New York, NY 2013, ISBN 978-1-4614-5208-9.

Quellen

  • Die Familie der Thismiaceae bei DELTA. (englisch)
  • Vincent Merckx, Peter Schols, Hiltje Maas-van de Kamer, Paul Maas, Suzy Huysmans & Erik Smets: Phylogeny and evolution of Burmanniaceae (Dioscoreales) based on nuclear and mitochondrial data, in American Journal of Botany, 2006, 93, S. 1684–1698: Online.
  • Erik Vincent Merckx, Freek Bakker, Suzy Huysmans & Erik Smets: Bias and conflict in phylogenetic inference of myco-heterotrophic plants: a case study in Thismiaceae, in Cladistics, Volume 25, Number 1, Februar 2009, S. 64–77.
  • Vincent Merckx, Martin I. Bidartondo & Nicole A. Hynson: Myco-heterotrophy: when fungi host plants, in Annals of Botany, 2009, ISSN 1095-8290: PDF-Online.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI