Thomas Lirer

Pseudonym für den im Bodenseeraum wirkenden Verfasser der „Schwäbischen Chronik“ From Wikipedia, the free encyclopedia

Thomas Lirer ist das Pseudonym eines im Bodenseeraum wirkenden Autors, der etwa zwischen 1460 und 1485 die so genannte Schwäbische Chronik verfasste, die erstmals 1485 bei Konrad Dinckmut in Ulm gedruckt wurde. Als zweiter Teil wurde dem Druck die Gmünder Kaiserchronik beigegeben.

Der Bär und die beiden Ochsen
Darstellung aus der Schwäbischen Chronik in der Ausgabe von Konrad Dinckmut
Ausgabe von Wegelin 1761

Leben und Werk

Zum Leben Thomas Lirers ist nichts bekannt. Die Annahme, dass Lirer in den frühen 1470er Jahren in Altach ansässig gewesen sei,[1] wird von Karl Heinz Burmeister bestritten.[2]

Burmeister zufolge sei der Verfasser der Schwäbischen Chronik ein Anonymus gewesen, „ein konservativer und adelstreuer Geist, der dem Hause Montfort verbunden war, ein ‚laicus peritus‘ (gebildeter Laie), am ehesten ein Schreiber, der wohl auch über Erfahrungen als Gerichtsschreiber verfügte“.[3]

Rezeption

Vor allem die umfangreiche Elisa-Episode im Schlussteil wurde als literarischer Text wiederholt rezipiert. Bearbeitungen:

Bislang noch nicht beachtet wurden zwei wohl auf Schönhut zurückgehende schwedische Ausgaben: Historia om den sköna prinsessan Elisa af Portugal och grefve Albrecht von Werdenberg (1854) und eine spätere.[4][5]

1813 inspirierte die Episode, bei der ein Graf von Montfort um die Ehre der Kaiserin von China kämpft, den schwäbischen Romantiker Justinus Kerner für seine Ballade Graf Montfort.[6]

Quellen

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