Thrive Capital

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Thrive Capital Management, LLC, meist kurz Thrive Capital, ist eine US-amerikanische Risikokapitalgesellschaft mit Sitz in New York City. Das Unternehmen konzentriert sich auf Investitionen in Software- und Internetunternehmen.[1] Es wurde von Joshua Kushner gegründet, der außerdem zu den Mitgründern von Oscar Health gehört und Minderheitseigentümer der Basketballmannschaft Miami Heat ist.[2][3]

Schnelle Fakten
Thrive Capital Management, LLC
Logo
Rechtsform Limited Liability Company
Gründung 2009
Sitz Puck Building, New York City, New York,
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Joshua Kushner
Nitin Nohria (Executive Chairman)
Mitarbeiterzahl 64 (2024)
Branche Risikokapital
Website https://thrivecap.com/
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Hauptsitz im Puck Building in New York City

Im Jahr 2026 verwaltete Thrive Capital nach Unternehmensangaben und Medienberichten Vermögenswerte von mehr als 50 Milliarden US-Dollar.[4] Joshua Kushner hielt 2024 rund 96,7 Prozent der Gesellschaftsanteile.[5] Die Financial Times beschrieb die Strategie von Thrive im November 2024 als Konzentration hoher Investitionssummen auf eine vergleichsweise geringe Zahl von Unternehmen. Dies ermögliche engere Beziehungen zu deren Gründern und einen besseren Einblick in die Geschäftsentwicklung. Zugleich beteilige sich Thrive weiterhin an Unternehmen in frühen Entwicklungsphasen, investiere aber auch in Wachstumsunternehmen und in späten Finanzierungsrunden.[6] Zu den bekannten Investitionen zählen u. a. OpenAI, Spotify und A24.[7]

Geschichte

Joshua Kushner gründete Thrive Capital 2009 im Alter von 24 Jahren, als er an der Harvard University studierte.[1][2][7] Joel Cutler, Mitgründer der Risikokapitalgesellschaft General Catalyst, stellte dem Unternehmen 2010 ein anfängliches Startkapital von fünf Millionen US-Dollar zur Verfügung. Darüber hinaus vermittelte er Kushner Kontakte zu weiteren Investoren.[3]

Im Jahr 2011 legte Thrive seinen ersten institutionellen Fonds auf und warb weitere 40 Millionen US-Dollar unter anderem von der Princeton University, dem Wellcome Trust und Peter Thiel ein.[1][2][3] General Catalyst fungierte auch bei dieser zweiten Finanzierungsrunde als wesentlicher institutioneller Kapitalgeber.[8]

Nach der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016 wurde Joshuas Bruder Jared Kushner zum leitenden Berater des US-Präsidenten ernannt.[9] Jared Kushner verkaufte daraufhin seine gesamten Anteile an Thrive Capital, um Interessenkonflikte zwischen seinen wirtschaftlichen Beteiligungen und seiner Tätigkeit in der Regierung Trump zu vermeiden.[10][11][12]

Im Mai 2021 investierte Petershill Partners rund 120 Millionen US-Dollar in Thrive Capital und erhielt dafür einen Anteil von drei Prozent.[2][13][3] Die Transaktion bewertete das Unternehmen mit rund vier Milliarden US-Dollar.[2][13]

Im September 2021 registrierte sich Thrive bei der United States Securities and Exchange Commission als Anlageberater.[14] In den dazu eingereichten Unterlagen erklärte das Unternehmen, künftig einen Teil seiner Mittel auch in börsennotierte Unternehmen und Kryptoanlagen investieren zu wollen.[14] Im selben Jahr gingen zehn Unternehmen aus dem Portfolio von Thrive an die Börse, darunter Affirm und Nubank.[8]

Im Jahr 2022 wurde Nitin Nohria, der frühere Dekan der Harvard Business School, zum ersten Executive Chairman von Thrive ernannt.[8] Ebenfalls 2022 investierte Thrive 130 Millionen US-Dollar in OpenAI, das dabei mit 29 Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Nach Darstellung einer 2025 veröffentlichten Unternehmensanalyse war dies zu diesem Zeitpunkt das einzige OpenAI vorgelegte Beteiligungsangebot in Form eines Term Sheets.[15]

Im Januar 2023 erwarb eine Gruppe aus fünf Investoren – Bob Iger, Mukesh Ambani, Henry Kravis, Xavier Niel und Jorge Paulo Lemann – zusammen 3,3 Prozent der Anteile an Thrive Capital.[16][17] Dadurch wurde Thrive mit 5,3 Milliarden US-Dollar bewertet. Dies entsprach einer Steigerung um rund 50 Prozent gegenüber der Bewertung, zu der Goldman Sachs 2021 für 175 Millionen US-Dollar einen gleich großen Anteil erworben hatte.[8]

Im März 2023 warb Thrive 1,8 Milliarden US-Dollar ein, um in den Zahlungsdienstleister Stripe zu investieren, der bei der Transaktion mit 50 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.[18]

Im August 2024 gab das Unternehmen bekannt, für Thrive IX mehr als fünf Milliarden US-Dollar eingeworben zu haben. Es handelte sich um das bis dahin größte Fondspaket von Thrive und um einen der größten im Jahr 2024 abgeschlossenen Fonds einer Risikokapitalgesellschaft. Vier Milliarden US-Dollar waren für Investitionen in Unternehmen in einer späten Entwicklungsphase vorgesehen, eine weitere Milliarde für Beteiligungen in frühen Unternehmensphasen.[18]

Im Februar 2026 sammelte Thrive mehr als 10 Milliarden US-Dollar für seinen neuen Fonds ein.[4]

Thrive Eternal

Mit Thrive Eternal gründete Thrive Capital ein dauerhaft mit Kapital ausgestattetes Anlagevehikel, das langfristige Beteiligungen an bekannten Marken, Sportorganisationen und kulturellen Vermögenswerten erwerben soll.[19]

Im April 2026 erwarb Thrive Eternal eine Beteiligung an den San Francisco Giants aus der Major League Baseball.[20]

Am 28. Juli 2026 wurde bekannt, dass Thrive Eternal eine Investorengruppe für die geplante FIFA Forward Enterprise anführen sollte. Dabei handelte es sich um eine von der FIFA kontrollierte kommerzielle Gesellschaft, mit der die wirtschaftlichen Aktivitäten des Fußballverbandes erweitert und zusätzliche langfristige Investitionen erschlossen werden sollten. Die Investorengruppe sollte Berichten zufolge einen nicht kontrollierenden Minderheitsanteil von rund 20 Prozent an den Fußball-Weltmeisterschaften erwerben.[21] Der Plan wurde jedoch aufgegeben, nachdem öffentliche Empörung laut geworden war und die UEFA einen Boykott der Weltmeisterschaften angedroht hatte.[22][23]

Fonds

Bis 2026 hatte Thrive Capital insgesamt rund 22,3 Milliarden US-Dollar für seine Fonds eingeworben und verwaltete Vermögenswerte von mehr als 50 Milliarden US-Dollar.[4]

  • Thrive Capital Partners I (2009, 5 Mio. $)
  • Thrive Capital Partners II (2011, 40 Mio. $)
  • Thrive Capital Partners III (2012, 150 Mio. $)
  • Thrive Capital Partners IV (2014, 400 Mio. $)
  • Thrive Capital Partners V (2016, 700 Mio. $)
  • Thrive Capital Partners VI (2018, 1 Mrd. $)
  • Thrive Capital Partners VII (2021, 2 Mrd. $)
  • Thrive Capital Partners VIII (2022, 3 Mrd. $)
  • Thrive Capital Partners IX (2024, 5 Mrd. $)
  • Thrive Capital Partners X (2026, 10 Mrd. $)

Bedeutende Beteiligungen

Einzelnachweise

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