Tibetammer
Art der Gattung Emberiza
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Die Tibetammer (Emberiza koslowi) ist eine Vogelart aus der Familie der Ammern (Emberizidae). Der Artname ehrt den russischen Forscher Pjotr Kusmitsch Koslow.
| Tibetammer | ||||||||||||
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Tibetammer (Emberiza koslowi), Männchen im Prachtkleid | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Emberiza koslowi | ||||||||||||
| Bianchi, 1904 |
Merkmale
Tibetammern erreichen eine Körperlänge von ca. 16 Zentimetern und ein Gewicht von 25 Gramm.[1] Die Geschlechter unterscheiden sich farblich sehr deutlich. Beim Männchen im Prachtkleid ist der Kopf schwarz gefärbt. Ein breiter weißer Überaugenstreif, der sich bis zum Nacken erstreckt hebt sich deutlich ab. Der Bereich am Schnabelansatz ist rostbraun. Die Kehle ist weiß, nach unten von einem schwarzen Brustband gesäumt, der Bauch hat eine hellgraue Farbe. Der Rücken und die Deckfedern sind rotbraun, der Bürzel grau. Arm- und Handschwingen sind bräunlich-schwarz, die langen Schwanzfedern dunkelbraun, das mittlere Federpaar heller. Männchen im Schlichtkleid sind insgesamt matter gefärbt. Das Weibchen im Prachtkleid hat einen grauen Kopf und einen gelblichen Überaugenstreif. Der Mantel ist bräunlich-grau und unterschiedlich stark kastanienbraun gestreift. Die Flügelfedern sind kastanienbraun mit dunklen Streifen. Rücken, Bürzel und Oberschwanzdecken sind überwiegend dunkelgrau, Kehle und obere Brust hellgrau, Richtung Steiß weißlich. Im Schlichtkleid ist das Weibchen auf Ober- und Unterseite unauffällig mit verschiedenen Braun- und Grautönungen gestreift. Die Iris der Vögel ist schwarzbraun, der Oberschnabel dunkelgrau, der Unterschnabel hellgrau, Beine und Füße sind rosa.
Verbreitung und Lebensraum
Tibetammern kommen ausschließlich im Hochland von Tibet vor. Ihr Lebensraum sind karge, steile, buschbewachsene Hänge oberhalb der Wald- und Baumgrenze. Die Höhenverbreitung reicht von 3500 bis auf 4700 Meter.[2]
Lebensweise
Tibetammern sind typischerweise paarweise oder in Familiengruppen anzutreffen, im Winter wurden auch kleine Schwärme beobachtet. Sie suchen ihre Nahrung fast ausschließlich am Boden. Diese besteht aus verschiedenen Samen, während der Brutzeit sind die Vögel hingegen hauptsächlich insektenfressend. Das Brutverhalten der Art ist wenig erforscht. Es liegen Angaben zu einem einzelnen Nest vor, das im Juli besetzt war. Das Nest bestand aus Gras- und Kräuterstängeln und war mit feinen Gräsern ausgekleidet. Es befand sich am Boden an einem kleinen, dornigen Tragantstrauch. Im Gegensatz zu den üblicherweise von Ammern-Arten angelegten napfförmigen Nestern, war das Tibetammern-Nest kuppelförmig, wobei das Dach der Kuppel mit Zweigen des Tragantstrauchs verflochten war. Im Nest befanden sich drei Jungvögel. Beide Eltern fütterten die Jungen. Der Zeitpunkt des Verlassens des Nests wurde nicht ermittelt.[3]
Bestand und Gefährdung
Da die Tibetammer in ihren Vorkommensgebieten stabile Populationen bildet, wird sie von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als „least concern = nicht gefährdet“ geführt. Zu den Bedrohungen zählen Raubvögel und kleine Raubtiere, Nahrungsmangel im Winter und das Zertreten der Eier durch Nutztiere, beispielsweise grasende Yaks.[2][1]
Literatur
- Steve Madge: Tibetan Bunting (Emberiza koslowi), version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana, Editors). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, 2020
Weblinks
- Tibetan Bunting (Emberiza koslowi) auf eBird.org
- Tibetammer (Emberiza koslowi) bei Avibase
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Tibetammer (Emberiza koslowi)
- Emberiza koslowi im Integrated Taxonomic Information System (ITIS)