Tiefland-Barasingha
Art der Gattung Rucervus
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Der Tiefland-Barasingha (Rucervus duvaucelii), auch Nordindischer Barasingha genannt, ist eine im nördlichen Indien und südwestlichen Nepal vorkommende Art aus der Familie der Hirsche (Cervidae).
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Tiefland-Barasinghas, Weibchen | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Rucervus duvaucelii | ||||||||||||
| (G. Cuvier, 1823) |
Merkmale
Der Tiefland-Barasingha ist eine relativ große Hirschart und erreicht eine maximale Kopf-Rumpf-Länge von 180 Zentimetern, eine Widerristhöhe von etwa 120 Zentimetern und ein Gewicht von 170 bis 200 kg.[1] Männchen und Weibchen sind etwa gleich groß. Der Schwanz ist relativ lang und schlank. Seine Unterseite ist weiß behaart. Die Ohren sind sehr groß und abgerundet. Ihre Innenseiten sind mit dichtem weißem Haar bedeckt. Verglichen mit der Länge der Schnauze ist das Nasenbein relativ kurz. Die Schnauze ist nicht hoch. Das Geweih der Männchen ist lang, schlank und die einzelnen Geweihstangen sind weder abgeflacht noch schaufelförmig verbreitert. Während des Fellwechsels sind die weißen Flecken im Rückenbereich sehr auffällig. Vom Hochland-Barasingha unterscheidet sich der Tiefland-Barasingha vor allem durch die weicheren, an das Leben auf sumpfigen Boden angepassten, gespreizten Hufe. Außerdem sind der Schädel und die Schnauze etwas länger als bei seinem nahen Verwandten. Das Geweih der Männchen ist komplex und groß und kann fünf bis sechs, in seltenen Fällen auch sieben Sprossen entwickeln. Der Augspross (der unterste, nach vorn gerichtete Spross) ist in den meisten Fällen relativ lang ausgebildet. Im Unterschied zum Hochland-Barasingha sind die Fesseln unbehaart.[2]
Tiefland-Barasinghas sind im Sommer orangebraun bis rotbraun gefärbt, im Winter hat das Fell eine graubraune bis dunkelbraune Färbung.[1] Flanken und Bauch sind beim Sommerfell etwas heller. Die Basthaut ist heller und die Mähne ist weniger entwickelt als beim Hochland-Barasingha.[3]


Lebensraum und Lebensweise
Der Tiefland-Barasingha lebt im nördlichen Indien nördlich des Ganges und im südwestlichen Nepal in Sumpfgebieten, die von den nördlichen Nebenflüssen des Ganges entwässert werden, und ernährt sich vor allem von verschiedenen Gräsern.
Systematik
Der Barasingha (Rucervus duvaucelii) wurde 1823 durch den französischen Naturforscher Georges Cuvier erstmals wissenschaftlich beschrieben und zu Ehren seines Stiefsohns, des französischen Naturforschers Alfred Duvaucel, benannt. 1943 beschrieb der britische Zoologe Reginald Innes Pocock den Hochland-Barasingha, der dem Barasingha als Unterart zugeordnet wurde.[4] Eine weitere Unterart, der Assam-Barasingha (Rucervus d. ranjitsinhi), wurde 1982 durch den Mammalogen Colin Groves beschrieben.[3] Groves und sein Kollege Peter Grubb veröffentlichten 2011 eine Revision der Hornträger, in der sie die Unterarten des Barasinghas zu eigenständigen Arten machten.[2]
Dies wurde aber stark kritisiert und konnte sich bis heute nicht durchsetzen. Eine Gruppe indischer Wissenschaftler konnte jedoch nachweisen, dass die beiden an das Leben in Feuchtgebieten angepassten Barasinghaformen, der Tiefland-Barasingha und der Assam-Barasingha, näher mit dem ausgerotteten und ebenfalls in Sumpfgebiete vorkommenden Schomburgk-Hirsch (Rucervus schomburgki) aus Thailand verwandt sind als mit dem Hochland-Barasingha. Die Trennung des Hochland-Barasingha von der zum Tiefland-Barasingha und Assam-Barasingha führenden evolutionären Linie soll vor etwa 1,3 Millionen Jahren erfolgt sein.[5]
Gefährdung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Tiefland-Barasinghas umfasste die gesamte Gangesebene im nördlichen Indien und südlichen Nepal[5] sowie das Fünfstromland im indischen und pakistanischen Punjab.[6] Es ist durch die Umwandlung großer Gras- und Waldflächen in Ackerland und die Jagd aber stark reduziert worden und ist heute auf zwei kleine Gebiete im nordwestlichen Indien und südwestlichen Nepal beschränkt. Die IUCN beurteilt den Bestand der Barasinghas insgesamt als gefährdet.[7] Die Art wird in Anhang I des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens geführt.