Timna (Altes Testament)
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Timna ist der Name einer oder zweier Frauen aus dem Alten Testament. Außerhalb der Bibel sind keine Zeugnisse von ihr bekannt und auch im Alten Testament selbst gibt es nur zwei genealogiesche Belegstellen: Die Darstellung der Nachkommenschaft Esaus im 36. Kapitel des Buches Genesis und deren Wiedergabe im 1. Kapitel des 1. Buches der Chroniken.
Timna, die Mutter Amaleks
In Gen 36,12 EU wird Timna unter den Nachkommen Esaus als Nebenfrau von dessen erstgeborenem Sohn Elifas und als Mutter des Amalek genannt. Die untergeordnete Stellung als Nebenfrau führt dazu, dass die von den Hauptfrauen stammenden Söhne in Gen. 36,11 ausdrücklich als „Söhne Esaus“ genannt sind, welches Attribut Amalek hier fehlt. Auch werden nur die von den Hauptfrauen stammenden Söhne in Gen 36,15 EU unter die Stammesführer gezählt, während Amalek unter den Nachkommen Esaus nicht weiter erwähnt wird.
In 1. Chr 1,36 EU welcher Text die Stammtafel aus Gen. 36 etwas zusammengefasst wiedergibt, wird Amalek zwar unter den Söhnen Esaus genannt, aber auch hier im Weiteren nicht mehr erwähnt.
Später taucht Amalek nicht mehr persönlich auf, sondern als Stammvater der Amalekiter, mit denen das Volk Israel tief verfeindet war.
Timna, die Schwester Lotans
Nach der Schilderung der Nachkommen Esaus wird in Gen. 36,20 ff. das Volk der Hurriter abgehandelt, dessen Stammvater nach der Bibel Seïr ist. Der älteste Sohn Seïrs war Lotan und Timna wird als dessen Schwester genannt (Gen. 36,22). Das wird in 1.Chr. 1,22 wiederholt.
Auch zu dieser Timna erfahren wir nichts weiteres.
Mögliche Personenidentität
Aus den alttestamentlichen Texten geht nicht eindeutig hervor, ob es sich bei Timnar um eine Person handelt, die zugleich die Schwester des Horiters Lotan und die Nebenfrau des Edomiten Elifas sowie Mutter des Amalek war, oder ob es sich um zwei verschiedene Personen handelt. In der rabbinischen Auslegung finden sich deutliche Kommentare, die sich nur erklären lassen, wenn man davon ausgeht, dass es sich um eine einzige Person handelt. Das betrifft die im Alten Testament nicht schriftlich niedergelegte Erzählung, Timna habe zunächst konvertieren wollen, sei aber von den Erzvätern Abraham, Isaak und Jakob abgelehnt worden, weswegen sie die Nebenfrau des seines Erstgeburtsrechts verlustig gegangenen Bruders Jakobs, Esau, wird, weil es hier besser schien, eine wenig geachtete Rolle unter den Juden als eine Fürstenstellung unter einem anderen Volk innezuhaben. In der rabbinischen Literatur wird dann die Feindschaft der Amalekiter gegen die Israeliten damit begründet, dass Israel Timna nicht hätte zurückweisen sollen.[1][2]
Eine auf von Rabbi Raschi berichtete Deutung nimmt hier noch auch 1. Chr 1,36 EU Bezug, wo „Timna“ unter die Söhne des Elifas gezählt wird. Das soll nach Rabbi Raschi bedeuten, dass Timna die Frucht einer Beziehung zwischen Elifas und der Frau Seirs gewesen ist, dass sie also gleichzeitig Tochter und Nebenfrau es Elifas gewesen sei,[3] wodurch gezeigt wird, dass diese Linie auf Ehebruch gegründet ist.[4]
Daneben steht aber auch die vor allem auf die Geschlechterfolge gestützte Annahme, die Nebenfrau Elifas und die Schwester Lotans seien zwei verschiedene Personen: Wenn man den Stammvater der Hurriten, Seir, in derselben Generation verortet wie Israels Stammvater Abraham und in Timna seine Tochter sieht; denn dann gehörte Timna etwa der gleichen Generation an wie Isaak, der Großvater Elifas, was eine Verbindung beider unwahrscheinlich macht.[5]
Der Stammesführer Timna
Etwas später in der Darstellung, bei der Auflistung der Herrscher von Edom vor der Zeit der Könige findet sich noch ein „Stammesführer Timnar“ (Gen. 36,40; 1.Chr 1, 51). Hier ist aber bereits unklar, ob damit eine Person gemeint ist oder nicht ein Titel in Form einer Art Fürstentum.