Timorhonigfresser

Art der Gattung Lichmera From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Timorhonigfresser (Lichmera flavicans) ist ein südostasiatischer Singvogel aus der Familie der Honigfresser (Meliphagidae). Er ist eine endemische Vogelart, welche nur auf der größten der Kleinen Sundainseln in Timor vorkommt.[1][2][3][4]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Timorhonigfresser

Timorhonigfresser (Lichmera flavicans), im Mutis Timau Nationalpark in Indonesien

Systematik
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Honigfresser (Meliphagidae)
Unterfamilie: Philemoninae
Tribus: Phylidonyrini
Gattung: Lichmera
Art: Timorhonigfresser
Wissenschaftlicher Name
Lichmera flavicans
(Vieillot, 1817)
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Beschreibung

Mit 12,5 cm bis 14 cm ist der Timorhonigfresser ein mittelgroßer Vertreter der Honigfresser.[3][4][5] Er erreicht ein durchschnittliches Gewicht von 14,2 g.[2] Der Schnabel ist wie bei allen Arten der Honigfresser länglich und leicht nach unten gebogen.[2][3][5] Das Gefieder ist kräftig grün-oliv gefärbt. Über den dunklen Augen hat er eine anthrazitfarbene Maske. Der auffällig gelbe Ohrfleck[3][5] ist der Grund für seinen englischen Namen: Yellow-eared Honeyeater.[5] Die Unterseite weist eine markante gelb–gestreifte Musterung auf. Die Jungvögel sind an der Unterseite weniger deutlich gemustert und weisen keinen gelben Ohrfleck auf.[3]

Der Timorhonigfresser unterscheidet sich vom Temminckhonigfresser (Meliphaga reticulata) durch die gelbe Grundfärbung der Unterseite, den dünnen Schnurrbartstreifen und das Fehlen einer weißen Kehle. Weitere ähnliche Vogelarten sind für Timor nicht bekannt.[3]

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Timorhonigfressers erstreckt sich vollständig über Timor, sowohl auf den indonesischen Westteil als auch auf Osttimor.[3][4][6] Die Gesamtpopulation des Timorhonigfressers wurde nicht quantifiziert. Die Population wird von BirdLife International als lokal häufig beschrieben, insbesondere in höheren Lagen im Landesinneren.[1] Es werden Höhenlagen von circa 230 m bis 2000 m besiedelt.[2]

Lebensraum

Man findet den Timorhonigfresser hauptsächlich in Trockenwäldern, aber auch in Plantagen, Trockensavannen, Flachland- und Bergregenwäldern, so am Tatamailau, am Monte Mundo Perdido, im Nationalpark Nino Konis Santana und in Tasitolu.[7] Er erreicht ein durchschnittliches Alter von sechs bis sieben Jahren im natürlichen Lebensraum.[1][2] Bei einzelnen Individuen wurde ein Alter von zehn Jahren aufgezeichnet.[2]

Lebensweise

Der Timorhonigfresser ist ein Standvogel und tagaktiv.[2] Seine Nahrung besteht aus Nektar, ab und zu aber auch aus Insekten.[4][5] Es können sowohl einzelne Vögel als auch Paare oder kleine Gruppen des Timorhonigfressers beobachtet werden. In ihrem Habitat halten sie sich vorwiegend in den Ausläufern von Gebirgen auf. Im Flachland sind sie seltener anzutreffen.[3]

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Timorhonigfresser ungefähr am Ende des ersten Lebensjahres. Über das Nest, das Gelege und die Anzahl der Eier pro Brut gibt es derzeit keine genauen Forschungsergebnisse.[2]

Lautäußerungen

Der Gesang umfasst eine Vielzahl melodischer, sprudelnder Töne mit einem an einen Pirol erinnernden Klang. Der Ruf ist ein kurzes, summendes „Zirt“, das häufig wiederholt wird.[3] Nach anderen Informationen wir der Gesang beschrieben, als eine Reihe kurzer, sehr schneller, blubbernder Pfeiftöne und ein leises, nasales Summen. Weitere Phrasen sind ein „ik-a-blik“, ein „ze-plerk“ und ein „klook-klook“. Zusätzlich trägt der Timorhonigfresser ein raues, gurgelndes Lied vor. Es enthält verschiedene, glockenartige Phrasen.[4]

Gefährdung

Von der Weltnaturschutzunion IUCN wird der Timorhonigfresser in der Roten Liste gefährdeter Arten geführt und mit dem Status nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft. Der Populationstrend wurde mit stabil bewertet und veröffentlicht, da es keine Anzeichen für einen Rückgang oder wesentliche Bedrohungen gibt. Besondere Schutzmaßnahmen wurden nicht durchgeführt, da der Timorhonigfresser in mehreren Schutzgebieten und Nationalparks auf Timor vorkommt.[1]

Literatur

  • Norman Arlott, Ber van Perlo: Collins Birds of the World. 1. Auflage. William Collins, London 2021, ISBN 978-0-00-817399-9, S. 677 & 679.
Commons: Timorhonigfresser (Lichmera flavicans) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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