Tina Spies
deutsche Soziologin
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Tina Spies (* 1979) ist eine deutsche Soziologin und Professorin für Soziologie, Gender und Diversität an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.[1] Ihre Forschung umfasst Migrations-, Rassismus-, Diskriminierungs- und Intersektionalitätsforschung aus qualitativer Perspektive.[1]
Leben
Spies schloss im Jahr 2005 ein Magisterstudium der Soziologie an der Universität Hamburg mit den Nebenfächern Psychologie und Kriminologie ab und wurde 2009 an der Universität Kassel promoviert.[2] Von 2005 bis 2010 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Kassel; danach arbeitete sie bis 2013 im BMBF-Projekt MuViT – Soziologische Perspektiven auf Mustererkennung und Video Tracking an der Universität Potsdam und vertrat 2012/2013 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main eine Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Frauen- und Geschlechterforschung.[2] Von 2013 bis 2018 war sie an der Universität Potsdam tätig, zuletzt als Leiterin des Lehrbereichs Sozialstrukturanalyse und Soziale Ungleichheit.[2] Von 2018 bis 2021 war sie Professorin für Sozialwissenschaftliche Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Evangelischen Hochschule Darmstadt; seit April 2021 ist sie Professorin in Kiel und leitet dort den Arbeitsbereich Gender- und Diversitätswissenschaften.[2]
Wirken
Spies arbeitet zu Migrations- und Rassismusforschung, Ausgrenzung, Geschlechterforschung, Queer-Theorie, Postkolonial- und Kulturwissenschaften, sozialer Ungleichheit, Intersektionalität, interpretativer Sozialforschung sowie Jugendgewalt, Männlichkeit und Gewalt.[1] Sie war von 2015 bis 2019 stellvertretende Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und von 2019 bis 2021 Sprecherin der Sektion Biografieforschung; seit 2024 ist sie zweite Sprecherin der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung.[1] Mit Elisabeth Tuider gab sie 2017 den Band Biographie und Diskurs heraus; 2022 war sie Mitherausgeberin der Bände Othering in der postmigrantischen Gesellschaft und Positioning the Subject.[3] In einem 2025 veröffentlichten Aufsatz untersuchte sie mit Elisabeth Tuider, Manja Dimitra Kotsas, Tom Fixemer und Hazal Budak-Kim die intersektionale Diskriminierung in der Rechts- und Antidiskriminierungspraxis.[4] Sie betrachtet Genderwissenschaften als bedeutend für die Analyse sozialer Ungleichheit und warnte vor politischem Druck auf die Geschlechterforschung.[5]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Spies, T. (2010). Migration und Männlichkeit: Biographien junger Straffälliger im Diskurs. transcript. ISBN 978-3-8376-1519-7.
- Spies, T., & Tuider, E. (Hrsg.). (2017). Biographie und Diskurs: Methodisches Vorgehen und methodologische Verbindungen. Springer VS. ISBN 978-3-658-13755-7. https://doi.org/10.1007/978-3-658-13756-4
- Siouti, I., Spies, T., Tuider, E., von Unger, H., & Yildiz, E. (Hrsg.). (2022). Othering in der postmigrantischen Gesellschaft: Herausforderungen und Konsequenzen für die Forschungspraxis. transcript. ISBN 978-3-8376-6308-2. https://doi.org/10.14361/9783839463086
- Spies, T., Tuider, E., Kotsas, M. D., Fixemer, T., & Budak-Kim, H. (2025). Intersektionale Diskriminierung – Verhandlungen in der Rechts- und Antidiskriminierungspraxis. ZDfm – Zeitschrift für Diversitätsforschung und -management, 10(2), 164–177. https://doi.org/10.3224/zdfm.v10i2.05