Tina Stöckle
deutsche Psychiatriekritikerin
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Tina Stöckle (* 12. September 1948 in Günzburg; † 8. April 1992 in Berlin) war eine deutsche Autorin und Aktivistin der humanistischen Antipsychiatrie.[1]
Leben
Tina Stöckle war Hauptschullehrerin und absolvierte ein Zweitstudium der Diplom-Pädagogik an der TU Berlin. Nachdem sie selbst mehrfach in der Psychiatrie untergebracht war, stieß sie im Herbst 1980 auf die Irren-Offensive in Berlin und leistete ab 1983 gemeinsam mit Peter Lehmann wesentlichen Anteil am Aufbau des (mit Landesmitteln finanzierten) Treffpunkts der Irren-Offensive sowie an seinem Betrieb.[2] Ab 1982 engagierte sie sich für die Idee des Weglaufhauses.[3] Ihr zu Ehren trägt das Weglaufhaus in Berlin den Beinamen „Villa Stöckle“.[4]
Sie war wesentlich beteiligt an der Weiterentwicklung der patriarchalisch und akademisch geprägten Antipsychiatrie hin zu einer nutzergetragenen, humanistische und feministische Positionen einschließenden Antipsychiatrie.[5] 1989 war sie Gründungsmitglied des Vereins zum Schutz vor psychiatrischer Gewalt e. V.
Publikationen
- Die Irren-Offensive. Erfahrungen einer Selbsthilfe-Organisation von Psychiatrieüberlebenden. Extrabuchverlag, Frankfurt am Main 1983. Neuausgabe: Peter Lehmann Antipsychiatrieverlag, 2025, ISBN 978-3-925931-81-9; mit einem aktualisierten Nachwort von Peter Lehmann.