Titos Patrikios

griechischer Dichter, Prosaist und Übersetzer From Wikipedia, the free encyclopedia

Titos Patrikios (griechisch Τίτος Πατρίκιος; * 21. Mai 1928 in Athen) ist ein griechischer Dichter, der 1994 mit dem Großen Literaturpreis Griechenlands geehrt wurde.

Titos Patrikios (2011)

Leben und Karriere

Titos Patrikios kam als Sohn des Schauspielerehepaars Laila und Spyros Patrikios zur Welt.[1] Er fing schon mit acht Jahren an, Verse zu schreiben, wie er in einem Videoporträt des griechischen Kulturministeriums angab. Er wurde, wie er selbst sagte, besonders von Kostas Karyotakis beeinflusst und nahm sich 1943 für sein erstes veröffentlichtes Gedicht Edgar Allan Poes The Raven (Der Rabe) zum Vorbild. Er verfasste auch ein Gedicht mit diesem Titel.[2]

Während der deutschen Besatzung Griechenlands kämpfte er im Widerstand,[3] erst in der Jugendorganisation EPON (Ενιαία Πανελλαδική Οργάνωση Νέων (Ε.Π.Ο.Ν.)), dann in der ELAS (ΕΛΑΣ, Εθνικός Λαϊκός Απελευθερωτικός Στρατός). In dieser Zeit wurde er von Kollaborateuren verhaftet und 1944 zum Tode verurteilt, aber seine Hinrichtung wurde nicht durchgeführt. 1946 schloss er die Varvakio Schule in Athen ab und nahm anschließend sein Jurastudium an der Universität Athen auf. Während seines obligatorischen Militärdienstes wurde er nach Makronisos (1951–1952) und in den darauffolgenden Jahren 1952 bis 1953 nach Ai Stratis verbannt.[1] Den ebenfalls verbannten Poeten Giannis Ritsos lernte er dort kennen. Beeinflusst durch ihn widmete er sich ganz dem Schreiben von Gedichten.[4]

Von 1959 bis 1964 studierte er Sozialwissenschaften an der École pratique des hautes études in Paris. Danach kehrte er nach Griechenland zurück und arbeitete am Nationalen Zentrum für Sozialforschung (Εθνικό Κέντρο Κοινωνικών Ερευνών). Mit dem Beginn der Militärjunta in Griechenland zog er wieder nach Frankreich, wo er an Veranstaltungen gegen die Diktatur teilnahm. Erst 1975 kam er wieder in sein Heimatland und arbeitete dann als Rechtsanwalt, Literaturübersetzer und Sozialwissenschaftler. 1982 nahm er seine Arbeit am Nationalen Zentrum für Sozialforschung wieder auf.[1]

Seine Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter auch Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Französisch.[5] Er selbst übersetzte viele literarische Werke ins Neugriechische, darunter Werke von Louis Aragon, Stendhal und Honoré de Balzac.[6]

Georgia Oikonomou schrieb 2025 im Magazin news24/7 über seine Lyrik:[7]

«Η ποίησή του γίνεται όχημα για την εξερεύνηση της πολιτικής, της κοινωνίας και της εσωτερικής αγωνίας, με μια ευαισθησία που δεν χάνει ποτέ την ανθρώπινη διάσταση, ακόμη και στα πιο σκοτεινά μονοπάτια»

„Seine Lyrik wird zum Mittel, Politik, Gesellschaft und innere Zerrissenheit zu ergründen, und zwar mit einer Sensibilität, die selbst auf den dunkelsten Pfaden nie die menschliche Dimension aus den Augen verliert.“

2025 wurde er mit 97 Jahren in die Akademie von Athen gewählt.[8]

Auszeichnungen

  • 1994: Großer Literatur Preis Griechenlands[8]
  • 2013: italienischer Preis für Poesie LericiPea[8]
  • 2016: französischer Preis Prémio Max Jacob Étranger[6]
  • 2019: Phönix-Orden Griechenland (Παράσημο του Ταξιάρχη του Τάγματος της Τιμής)[8]
  • 2019: französischer Orden Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres[8]
  • 2025: vom griechischen Schriftstellerverband verliehener Preis Dido Sotiriou (Βραβείο «Διδώ Σωτηρίου»)[9]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Χωματόδρομος (Unbefestigte Straße), 1954.
  • Αντίκριστοι Καθρέφτες (Gegenüber liegende Spiegelbilder), Stigmi, 1991, ISBN 978-960-2690192.
    • Spiegelbilder, Romiosini, Köln 1993.
  • Στην Ίσαλο Γραμμή (Auf der Linie des Äquators), Kedros 1998, ISBN 978-960-0413403.
  • Η Νέα Χάραξη (Der neue Weg), Κedros, Athen 2008, ISBN 978-960-0436495.
  • Περιπέτιες σε τρείς σχέδιες (Abenteuer auf drei Booten), Kedros, Athen 2007, ISBN 978-960-0433821.
  • Λυσιμελής πόθος (Verzweifeltes Verlangen), Kichli Verlag, 2014, ISBN 978-618-5004163.
  • Ποιήματα Α’ (1943 –1959) (Gedichte I (1943-1959)), Kichli Verlag, 2017, ISBN 978-618-5004620.
  • Ποιήματα Β’ (1959 –2017) (Gedichte II (1959-2017)), Kichli Verlag, 2018, ISBN 978-618-5004682.
  • Μελέτες και δοκίμια (1977 –2023) (Studien und Aufsätze (1977-2023)), Kichli Verlag, 2025, ISBN 978-618-5461-93-5.

Einzelnachweise

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