Titriş Höyük

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Reliefkarte: Türkei
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Titriş Höyük

Titriş Höyük ist eine antike archäologische Stätte (Höyük) im Südosten der Türkei. Sie liegt 45 Kilometer nördlich von Şanlıurfa, nahe dem Euphrattal. Es handelt sich um eine zweiperiodische Stätte aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. Anders als bei den meisten archäologischen Stätten in der Region lag der Schwerpunkt auf der Ausgrabung nicht auf Gebäuden der Elite wie z. B. Palästen, sondern auf den Wohnhäusern der gewöhnlichen Stadtbewohner.[1] Es wird vermutet, dass der Name der Stadt im 3. Jahrtausend v. Chr. Dulu war.[2]

Geschichte

Frühbronzezeitliche „Schmuckform“ aus Titriş Höyük (Archäologisches Museum Şanlıurfa)

Der Haupthügel, der eine Fläche von 3,3 Hektar hat und sich 30 Meter über die Ebene erhebt, war von der Kupfersteinzeit bis in die islamische Zeit, einschließlich der hellenistischen, römischen und mittelalterlichen Zeit besiedelt. Die Ausgrabungen ergaben folgende Abfolge der Besiedlung:

  1. Frühe Bronzezeit – 3000–2000 v. Chr. (Hauptphase: Großes urbanes Zentrum)
  2. Mittlere Bronzezeit – 2000–1600 v. Chr. (Geringere Bedeutung, kleine Siedlung)
  3. Eisenzeit – 1200–330 v. Chr. (Geringe, sporadische Besiedlung)
  4. Hellenistisch-Römisch – 330 v. Chr.–395 n. Chr. (Sehr spärliche Nutzung, z. B. als Friedhof)
  5. Islamische Zeit – ab dem 7. Jh. n. Chr. (Kleines Dorf am Fuß des Hügels)

Dabei bildet die Frühe Bronzezeit die aktivste und größte Phase Titriş Höyüks:

Frühe Bronzezeit III

In der ersten Phase, zwischen 2700 und 2400 v. Chr., erreichte Titriş eine Größe von 43 Hektar und entwickelte sich ungeplant vom Zentrum aus.[3] Zu dieser Zeit erlebten auch andere nordmesopotamische Stätten ein bedeutendes Wachstum, darunter Tell Brak und Ebla. Am Stadtrand befanden sich Produktionsstätten für Kanaanäische Klingen (breite Klingen aus Stein oder Feuerstein).[4]

Frühe Bronzezeit IV

Nach einer Zeit der Aufgabe begann um 2300 v. Chr. die zweite Besiedlungsperiode, die 35 Hektar umfasste. Diese Entwicklungsphase der Stadt verlief diesmal nach einem Plan und umfasste regelmäßige Straßen und Terrassen.[5][6] Außerdem wurde eine drei Meter breite Befestigungsmauer aus Lehmziegeln (mit Steinfundamenten) mit einem Wassergraben als Befestigung erbaut. Diese Phase endete gegen Ende des 3. Jahrtausends v. Chr.[1] Eine Gruppenbestattung am Ende dieser Phase wurde als Folge eines Massakers oder möglicherweise einer Schlacht interpretiert.[7] In den folgenden Jahrhunderten wurden Grubengräber direkt in die verlassenen Gebäude gegraben.[8]

Ein Manna-Gewicht in Form einer Ente (etwa 500 Gramm) mit der Inschrift des Namens eines Beamten des letzten akkadischen Herrschers Šu-Durul (2104–2090 v. Chr.) wurde hier gefunden.[5]

Archäologie

Idole aus Titriş Höyük (Archäologisches Museum Şanlıurfa)

Die Arbeiten beschränkten sich auf nicht-elitäre Gebiete, in der Unterstadt (die sich östlich und westlich des Haupthügels erstreckt) und in der Außenstadt (nördlich des Haupthügels), wobei eine Sondierung auf dem Haupthügel erfolgte. Östlich angrenzend liegt ein kleines modernes Dorf. Über 16 Hektar des Geländes wurden magnetometrisch untersucht. Acht Ausgrabungsperioden (darunter eine Studienperiode) wurden von Guillermo Algaze geleitet.[9][10][11][12][13][14][15]

In Titriş Höyük wurde eine frühbronzezeitliche Bleiform zur Herstellung von Bleischmuck gefunden. Daraus entstanden unter anderem Objekte wie eine „Anhängerschnitzerei in Form einer Schilfhütte, die von zwei Pfählen umrahmt wird, die jeweils mit einer einzelnen Stierkopfkuppe gekrönt sind“.[16]

Ein bemerkenswerter Fund war eine Bestattung aus der späten Frühbronzezeit.

“a reused plastered basin found inside a room at the corner of two streets in the Outer Town. This contained 17 human crania arranged in a circle facing outwards and surrounding a pile of long bones and other body parts”

„Ein wiederverwendetes, verputztes Becken wurde in einem Raum an der Ecke zweier Straßen in der Außenstadt gefunden. Es enthielt 17 menschliche Schädel, die kreisförmig angeordnet und nach außen gerichtet waren und einen Haufen langer Knochen und anderer Körperteile umgaben.“[17]

Literatur

  • Adam William Schneider: The Perfect Storm: A New Multicausal Model of the Political Collapse of Titriş Höyük, an Early Bronze Age City-State in Southeastern Anatolia. In: Dissertation. University of California, San Diego 2015 (escholarship.org [PDF]).
  • Adam William Schneider et al.: Stable carbon and oxygen isotope evidence for late third millennium BCE environmental and social change at Titriş Höyük, an Early Bronze Age urban center in the Lower Turkish Euphrates watershed. In: The Routledge Handbook of the Bioarchaeology of Climate and Environmental Change. Routledge, Taylor & Francis, London 2020, Kap. 25, S. 453472.
  • Britt Elizabeth Hartenberger: A study of craft specialization and the organization of chipped stone production at Early Bronze Age Titriş Höyük, southeastern Turkey. In: Dissertation. Boston University, 2003 (academia.edu).
  • Guillermo Algaze & M. Deirdre Honca: Preliminary Report on the Human Skeletal Remains at Tıtrıs Höyük: 1991–1996 Seasons. In: Anatolica. Band 24. Peeters Publishers, Leuven 1998, S. 101–141, doi:10.2143/ANA.24.0.2015478.
  • Guillermo Algaze et al.: Early Bronze Age urbanism in southeastern Anatolia and Upper Mesopotamia: Recent analyses from Titriş Höyük. In: Anatolica. Band 47. Peeters Publishers, Leuven 2021, S. 170, doi:10.2143/ANA.47.0.3289555.
  • Mette Marie Hald: Distribution of Crops at Late Early Bronze Age Titriş Höyük, Southeast Anatolia: Towards a Model for the Identification of Consumers of Centrally Organised Food Distribution. In: Vegetation History and Archaeobotany. 19. Auflage. Springer Nature, Berlin 2010, S. 69–77, doi:10.1007/s00334-009-0223-9.
  • Timothy Matney: Infant Burial Practices as Domestic Funerary Ritual at Early Bronze Age Titriş Höyük. In: Near Eastern Archaeology. 3. Auflage. Band 81. The University of Chicago Press, Chicago 2018, S. 174–81, doi:10.5615/neareastarch.81.3.0174.pdf (uchicago.edu [PDF]).
  • Timothy Matney et al.: Understanding Early Bronze Age social structure through mortuary remains: A pilot aDNA study from Titriş Höyük, southeastern Turkey. In: International Journal of Osteoarchaeology. 3. Auflage. Band 22. John Wiley & Sons Ltd, Chichester 2012, S. 338–351, doi:10.1002/oa.1213 (researchgate.net [PDF]).
  • Yoko Nishimura: Domestic Material Culture and Wealth Equality: Bronze Age Houses and Intramural Tombs at Titriş Höyük, Turkey. In: Near Eastern Archaeology. 3. Auflage. Band 86. The University of Chicago Press, Chicago 2023, S. 176184, doi:10.1086/725773.

Einzelnachweise

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