Tiziana Lippiello
italienische Sinologin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Tiziana Lippiello (* 18. Februar 1962 in San Vito al Tagliamento[1]) ist eine italienische Sinologin. Seit 2020 ist sie erster weiblicher Rektor der Università Ca’ Foscari di Venezia.

Werdegang
1986 schloss Tiziana Lippiello ihr Studium der Orientalischen Sprachen und Literatur an der Universität Ca’ Foscari in Venedig ab. Anschließend studierte sie an der Fremdsprachenuniversität Peking, von 1985 bis 1987 das Fach Philosophie an der Fudan-Universität in Shanghai sowie von 1989 bis 1993 an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leiden, wo sie zum Thema Auspicious omens and miracles in ancient China. Han, three kingdoms and six dynasties (Glücksverheißende Omen und Wunder im alten China: Han, Drei Reiche und Sechs Dynastien) promovierte. Ihre Forschung konzentriert sich auf die klassische chinesische Ethik, Wahrsagen und weitere mantische Praktiken.[2]
Ihre berufliche Laufbahn begann Lippiello als Forscherin an der Universität Triest. Im Jahr 2000 wechselte sie an die Universität Ca’ Foscari, wo sie Klassisches Chinesisch sowie Chinesische Religionen und Philosophie lehrt. Innerhalb der Universität bekleidete sie verschiedene Ämter, darunter das der Senatorin, der Direktorin des Fachbereichs Asien- und Nordafrikastudien und der Vizerektorin mit Zuständigkeit für internationale Beziehungen. Seit dem 1. Oktober 2020 ist sie erster weiblicher Rektor der Universität Ca’ Foscari in Venedig[3] und seit 2023 Präsidentin der europäischen Allianz Eutopia, ein Zusammenschluss europäischer Universitäten. Sie ist Mitglied des Exekutivkomitees der CRUI (Konferenz der italienischen Universitätsrektoren) und CRUI-Delegierte für internationale Angelegenheiten und Kooperation und bekleidete weitere akademische Ehrenämter.
Ab 2025 gehörte Lippiello zum Vorsitz des Komitees, das die Feierlichkeiten zum 700. Todestag von Marco Polo in Venedig koordiniert.[4]
2025 wurde Tiziana Lippiello auf Vorschlag der Ministerpräsidentin[5] mit dem Ordine al Merito della Repubblica Italiana ausgezeichnet.[6]
Publikationen (Auswahl)
- Shen Yue, Trattato sui prodigi. Libreria Editrice Cafoscarina, Venedig 1997 (italienisch).
- Auspicious Omens and Miracles in Ancient China. Han, Three Kingdoms and Six Dynasties (= Monumenta Serica Institute, Sankt Augustin. Nr. 39). Steyler Verlag, Nettetal 2001, ISBN 978-3-8050-0456-5 (englisch).
- Le droghe dell’immortalità nella cultura cinese e il Taishang lingbao zhicao pin. Libreria Editrice Cafoscarina, Venedig 2007, ISBN 978-88-7543-031-3 (italienisch).
- Il confucianesimo. Il Mulino, Bologna 2009 (italienisch).
- La costante pratica del giusto mezzo. Marsilio, Venedig 2010 (italienisch).
- Mit G. Williams, A. Basso, I. Galleron: More, Less or Better: The Problem of Evaluating Books in SSH Research: the Evaluation of Research in Social Sciences and Humanities – Lessons from the Italian Experience. Springer International Publishing, 2018, S. 1–422 (englisch).
Weblinks
- Lippiello Tiziana - Rettrice Università Ca’ Foscari Venezia. In: crui.it. 1. Oktober 2020, abgerufen am 28. Februar 2026 (italienisch). – Liste der Veröffentlichungen und Ämter