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Todesstrafe in Andorra

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Die Todesstrafe in Andorra galt formal bis 1990, wurde aber zuletzt 1943 vollstreckt.

Geschichte

Zwischen 1471 und 1661 wurden in Andorra 15 Frauen von Gerichten wegen angeblicher Hexerei verurteilt und hingerichtet.[1]

Im Jahr 1854 befahl Bischof Josep Caixal i Estradé, dass die Todesstrafe nicht mehr durch Erhängen, sondern durch die Garotte durchgeführt werden solle.[2] Im Jahr 1855 begnadigte Estradé einen Mann, der zum Tod verurteilt worden war.[3] Die einzige Hinrichtung, die in Andorra mit der Garotte durchgeführt wurde, fand am 29. Februar 1860 statt; dabei wurde Juan Mandicó für den Mord an Gil Areny hingerichtet.[2]

Der französische Historiker Héliodore Castillon publizierte 1878 in der Zeitung „Le Soleil Illustré“ zwei Artikel, in denen er über die Hinrichtung des Schmugglers Masteü, genannt „der Einäugige“ (Masteü, alias El Borni [el Tuerto]) berichtete, der am 10. Januar 1861 mit dem Schwert hingerichtet worden sein soll.[4][2]

Manuel Bacó wurde 1896 für den Mord an seiner Mutter zunächst zum Tode verurteilt; seine Strafe wurde aber in lebenslange Zwangsarbeit umgewandelt.[5]

Die letzte Hinrichtung fand am 18. Oktober 1943 statt. Pere Areny Aleix wurde für den Mord an seinem Halbbruder Antoni Areny Baró nach einem als unzureichend bezeichneten Gerichtsverfahren hingerichtet. Areny Aleix hatte Areny Baró am 31. Juli desselben Jahres im Schlaf erschossen. Areny Aleix wurde öffentlich von einem Erschießungskommando getötet, da keine funktionierende Garotte aufzutreiben war.[6]

Abschaffung der Todesstrafe

Obwohl die Todesstrafe seit 1943 nicht mehr vollstreckt wurde und deshalb als de facto abgeschafft galt, wurde sie erst im neuen Strafgesetzbuch von 1990 nicht mehr erwähnt.[7] In der Verfassung von 1993 wurde die Todesstrafe im Artikel 8.3. schließlich offiziell untersagt.[8] Andorra hat das 13. Zusatzprotokoll der Europäischen Menschenrechtskonvention, welches die Todesstrafe unter allen Umständen abschafft, im Jahr 2022 unterzeichnet.[9]

Einzelnachweise

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