Tokugawa Yoshimune
japanischer Shogun (1684-1751)
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Tokugawa Yoshimune (jap. 徳川 吉宗; * 27. November 1684; † 12. Juli 1751) war von 1705 bis 1716 Daimyō des Kishū-han sowie von 1716 bis 1745 der achte Shōgun der Tokugawa-Dynastie. Er gilt als ungewöhnlich fähiger Politiker und der bedeutendste Tokugawa-Shōgun nach dem Dynastiegründer Ieyasu. Seine weitreichenden Reformen gestalteten die zentrale Verwaltungsstruktur grundlegend um und hielten den Niedergang des Shōgunats vorübergehend auf.[1]

Bekannt wurde er insbesondere durch seine Finanzreformen, in deren Zuge er seinen eher konservativen Berater Arai Hakuseki entließ und daraufhin die Kyōhō-Reformen initiierte.[2]
Frühes Leben
Tokugawa Yoshimune wurde 1684 als Sohn des Daimyō von Kii geboren und 1705 nach dem Tod seines Vaters und seiner beiden älteren Brüder selbst zum Daimyō der Provinz ernannt. Der Begründer des Hauses Kii war Tokugawa Yorinobu, einer der Söhne Tokugawa Ieyasus. Yoshimune war eng mit den Tokugawa-Shōgunen verwandt. Sein Großvater, Tokugawa Yorinobu, war ein Bruder des zweiten Shōgun Tokugawa Hidetada, während Yoshimunes Vater, Tokugawa Mitsusada, ein Cousin ersten Grades des dritten Shōgun Tokugawa Iemitsu war. Aufgrund des Mangels an männlichen Nachkommen im Hauptzweig folgte er 1716, nach dem Tod von Tokugawa Ietsugu, auf den Posten des Shōgun.[1]
Wirken
Nach seinem Amtsantritt übertrug er sein in Kii erfolgreich angewandtes Reformprogramm auf das Shōgunat. Er begrenzte die Zahl der erblichen Vasallen mit festen Bezügen, schränkte höfische Ausgaben ein und ergriff Maßnahmen zur Verbesserung der Verwaltung sowie zur Bekämpfung der Korruption. Durch Bildungsprogramme, wie Tempelschulen (Terakoya), förderte er zudem die literarischen Fähigkeiten seiner Untergebenen.[3]
1721 führte er mit dem Meyasubako ein System ein, mit dem die Bürger direkte Petitionen an ihn richten konnten.[3] Im selben Jahr setzte er Ogyū Sorai als Berater ein[4], welcher als intellektueller Kopf der Kyōhō-Reformen gilt.
Im Jahre 1722 schuf er die besondere Position eines Rōjū, welcher ausschließlich für die Finanzen zuständig war.[5] Da die Besteuerung landwirtschaftlicher Erzeugnisse die wichtigste Einnahmequelle darstellte, ließ Yoshimune neues Ackerland erschließen und förderte den Anbau neuer Nutzpflanzen wie Süßkartoffeln und Zuckerrohr. Zugleich genehmigte er Handelsmonopole und versuchte, die Reispreise zu regulieren. Seine Reformen belebten die Verwaltung, konnten die langfristigen Probleme des Shōgunats jedoch nicht dauerhaft lösen.
Yoshimune förderte außerdem das Interesse an westlicher Wissenschaft. So erlaubte 1722 die Einführung chinesischer Übersetzungen von westlichen Schriften ohne christlichen Inhalt[3], ließ unter anderem einen großen Globus anfertigen sowie ein Teleskop aus den Niederlanden importieren. Er ließ das Kujikata Osadamegaki ausarbeiten, das 1742 fertiggestellt wurde und als zentrales Gesetzeswerk des Tokugawa-Shogunats insbesondere die Rechtsprechung, Strafverfahren und Strafen regelte.[6]
1745 zog er sich zugunsten seines ältesten Sohnes, Tokugawa Ieshige, vom Amt des Shōgun zurück, behielt jedoch bis zu seinem Tod maßgeblichen Einfluss auf die Macht des Shōgunats.[1]
Weblinks
- Detaillierte Biografie: Samurai Archives: Tokugawa Yoshimune (englisch)