Tombo de Toxos Outos

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Das Tombo de Toxos Outos ist eine mittelalterliche Urkundensammlung aus dem 13. Jahrhundert, die im Kloster San Xusto in Galicien entstand. Sie wurde zu Zeiten des Abtes Sancho Eanes verfasst. Es stellt eine wertvolle historische Quelle für die Erforschung der mittelalterlichen Rechts-, Verwaltungs- und Sozialgeschichte Galiciens dar. Neben der Dokumentation von Besitz- und Verwaltungsrechten enthält das Tombo auch bedeutende Malereien und ist Zeugnis der romanischen Sprach- und Kulturentwicklung in der Iberischen Halbinsel.

Mittelalterliche Malerei aus dem Tombo de Toxos Outos. Es werden Ferdinand II. (links) und Alfonso VIII. (rechts), beide Könige von Galizien und León, gezeigt.

Inhalt und Sprache

Das Tombo besteht aus zwei Teilen: Der ältere ist in karolingischen Minuskeln verfasst, der jüngere in gotischer Kursivschrift des frühen 14. Jahrhunderts. Die Dokumente umfassen dispositive Urkunden mit rechtlicher Verbindlichkeit und nicht-dispositive Schriftstücke ohne juristische Wirkung. Sprachlich kombiniert das Tombo romanische Dialekte mit lateinischen Formen, was Einblicke in die Entstehung und Entwicklung der galicisch-portugiesischen Sprache erlaubt. Die Sammlung enthält zahlreich Malereien, die Herrscherfiguren und die Verbindung zwischen kirchlicher und weltlicher Macht zeigen.[1]

Bedeutung und Auswirkungen

Das Tombo de Toxos Outos hat eine Schlüsselfunktion für die historische und sprachwissenschaftliche Forschung. Es dokumentiert die Rolle kirchlicher Institutionen als politische und soziale Akteure und erlaubt Rückschlüsse auf mittelalterliche Verwaltungs- und Rechtspraktiken. Zudem trägt es zum Verständnis der Sprachentwicklung bei und beleuchtet die gesellschaftlichen Machtverhältnisse im mittelalterlichen Galicien. Die Malereien sind kulturelle Zeugnisse, die die politische Geschichte der Region illustrieren.[2] Die Veröffentlichung und wissenschaftliche Aufarbeitung des Tombo fördern das Bewusstsein für das kulturelle Erbe Galiciens und dessen Bedeutung für die europäische Mittelalterforschung.[1]

Wissenschaftliche Forschung

Die wichtigste wissenschaftliche Edition wurde von Francisco Javier Pérez Rodríguez herausgegeben (2004) und bietet eine umfassende Transkription und Kommentierung der Dokumente. Diese Edition stellt eine Basis für weiterführende mediävistische und romanistische Studien dar.[3] Weitere Forschungen beschäftigen sich mit der diplomatischen Analyse, Sprachwissenschaft und den kulturellen Aspekten des Tombo. Die Quellen sind heute im Archivo Histórico Nacional in Madrid zugänglich und werden zunehmend digitalisiert, um die Forschung zu erleichtern.[1][4]

Bilder

Literatur

  • Francisco Javier Pérez Rodríguez (Hrsg.): Os documentos do Tombo de Toxos Outos. Consello da Cultura Galega, Santiago de Compostela 2004. ISBN 84-95415-82-8.
  • María de los Ángeles Guajardo-Fajardo, Benito Salvado: Studien zur Dokumentation und Diplomatik des Tombo
  • Pérez Rodríguez, Francisco Javier: Os documentos do Tombo de Toxos Outos. Edition und Analyse der mittelalterlichen Urkunden des Klosters Toxos Outos. Wissenschaftliche Veröffentlichung, 2004.
  • Renzi, Francesco: „Monks and knights in medieval Galicia. The example of the Benedictines of San Justo and Pastor de Toxos Outos.“ In: Journal of Medieval Iberian Studies, 2015.
  • Gotérrez, RP: „Documentation subsequent to the making of the Toxo de Toxos Outos.“ Philologische und toponomische Studien zu den Dokumenten des Tombo. Akademische Publikation, 2014.

Einzelnachweise

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