Tonga-Flughund

Art der Gattung Eigentliche Flughunde (Pteropus) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Tonga-Flughund (Pteropus tonganus) ist ein auf Inseln des Pazifiks verbreitetes Fledertier in der Gattung Pteropus. Er bildet zusammen mit dem Marianen-Flughund (Pteropus mariannus) eine Artengruppe innerhalb der Gattung. Das Typusexemplar stammt von der Insel Tongatapu, die zu Tonga zählt. Möglicherweise wurden manche Populationen vom Menschen eingeführt.[1]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Tonga-Flughund

Tonga-Flughund (Pteropus tonganus)

Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Unterfamilie: Pteropodinae
Tribus: Pteropodini
Gattung: Pteropus
Art: Tonga-Flughund
Wissenschaftlicher Name
Pteropus tonganus
Quoy & Gaimard, 1830
Schließen
Verbreitung
Verbreitungsgebiet des Tonga-Flughundes
Im Flug
Fliegender Tonga-Flughund

Merkmale

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 145 bis 270 mm, mit 114 bis 175 mm langen Unterarmen und mit einem Gewicht von 420 bis 550 g ist die schwanzlose Art ein mittelgroßer Gattungsvertreter. Es sind 39 bis 61 mm lange Hinterfüße und 20 bis 31 mm lange Ohren vorhanden. Der gelbbraune Mantel um die Schultern und die ein bis zwei ockerfarbenen oder rötlichen Flecken auf der Kehle stehen im Kontrast zum kurzen schwarzbraunen Fell auf anderen Körperteilen. Die Schwanzflughaut besteht nur aus einem schmalen Streifen. Typisch sind dunkle Krallen mit hellen Spitzen. Der Tonga-Flughund hat breite Eckzähne und der erste Prämolar im Oberkiefer ist sehr klein.[2]

Verbreitung

Dieser Flughund lebt auf vielen pazifischen Inseln, wie den Salomon-Inseln, auf Fidschi, Niue, Cookinseln, Neukaledonien, Tonga, Amerikanisch-Samoa, Vanuatu sowie Wallis und Futuna. Er hält sich in tropischen Regenwäldern, in Wolken- und Nebelwäldern und in Mangrove auf.[3]

Lebensweise

Die Tiere bilden recht große Kolonien mit etwa 100 Mitgliedern in den höchsten Bäumen der Wälder. Gelegentlich kommen einzelne Exemplare oder Paare vor. Bei geringem Nahrungsangebot verteidigt jedes Tier ein Gebiet mit 1,5 bis 2 Meter Radius mit Schreien oder kurzen Kämpfen. Allgemein wird die Nahrung zum Versteck transportiert. Soweit bekannt frisst der Tonga-Flughund Früchte, Pollen, Nektar und Blüten von 18 verschiedenen Pflanzengattungen. Dazu zählen auch eingeführte Pflanzen in Plantagen. Dieser Flughund beginnt die Nahrungssuche etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang und nach kurzen schnellen Flügen werden an Bäumen Pausen eingelegt. Nach Stürmen kann der Tonga-Flughund auch am Tage aktiv sein.[2]

Die Paarungszeit ist abhängig von der Region. So findet sie auf Vanuatu und den Cookinseln zwischen April und September statt. Auf Niue erfolgt die Paarung mindestens zwischen März und Juni. Für Samoa lassen Beobachtungen eine ganzjährige Paarungszeit vermuten. Oft sind Weibchen kurz nach der Geburt eines Wurfs erneut paarungsbereit. Nach etwa sechs Monaten Trächtigkeit werden ein oder selten zwei Nachkommen geboren. Die Jungtiere erhalten ihre Flugfähigkeit nach drei Monaten und die Geschlechtsreife tritt nach zwei Jahren ein.[2]

Gefährdung

Dieser Flughund wird als Fleischquelle gejagt und verschiedene Körperteile werden in der traditionellen Medizin benutzt. In manchen Regionen gibt es Bestimmungen, dass die Jagt in neun Monaten, die auf einen Zyklon folgen, zulässig ist. Der Tonga-Flughund ist auf den Salomon-Inseln und auf Vanuatu ein begehrtes Ziel für Jäger, da er hier größer als andere Flughunde ist und häufig in Kolonien auftritt. Auf verschiedenen Inseln sind keine Gewehre erlaubt, die eine Jagt auf die Tiere in den hohen Bäumen erleichtern würden. Die Stürme selbst können auch die Populationen von unbewohnten Inseln in kurzer Zeit um 80 Prozent verringern. Weiterhin wirkt sich die Umwandlung von Wäldern in Plantagen negativ aus, weil nicht immer Früchte angebaut werden, die als Ersatz dienen können. Trotz der genannten Bedrohungen ist die Gesamtpopulation der Art groß. Die IUCN listet sie als nicht gefährdet (least concern).[3]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI