Tony Price
US-amerikanischer Jazz-, Theater- und Studiomusiker (Tuba)
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Herbert Anthony „Tony“ Price Jr. (* 28. Juni 1941 in San Diego; † 23. Februar 2026 in Richfield (Ohio)[1]) war ein US-amerikanischer Jazz-, Theater- und Studiomusiker (Tuba).
Leben und Wirken
Price wuchs in El Cajon, Kalifornien, auf. Während seines Studiums an der San Diego State University setzte er sich bei einem Vorspielen für ein Stipendium durch, um an der Juilliard School of Music in New York City Tuba zu studieren. Noch während seines Studiums an der Juilliard School erhielt er eine Stelle als Tubist beim National Symphony Orchestra, was ihn für kurze Zeit nach Washington D.C. führte. 1963 wurde er vom US-Außenministerium für eine diplomatische Konzerttournee durch Afrika engagiert, die Teil der einjährigen Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit Kenias war. Nach seiner Rückkehr nach New York begann er eine lange Karriere als professioneller Musiker mit zahlreichen Mitwirkungen bei Plattenaufnahmen, an Filmmusik, im Fernsehen und am Broadway. Price war Mitglied des Live-Orchesters für mehrere Broadway-Shows, darunter „The Rothchilds“ (1970), „Treemonisha“ (1973) und die gesamte mehrjährige Spielzeit von „Annie“ (1977–1983).[1]
Price wirkte außerdem bei Aufnahmen zahlreicher Jazzgrößen mit, darunter Wynton Marsalis, Art Farmer, Don Sebesky, Buddy Rich, Michael Brecker und Stanley Turrentine sowie bei der Collins-Shepley Galaxy mit Herbie Hancock. Price nahm auch mit Größen der Popmusik wie Quincy Jones, Frank Sinatra, Liza Minnelli und Bo Diddley auf. 1976 schloss er sich mit den anderen New Yorker Tuba-Größen Toby Hanks, Stephen Johns und Sam Pilafian zusammen, um das New York Tuba Quartet zu gründen, mit dem er das Album Tubby’s Revenge (1976) vorlegte. Des Weiteren gehörte er dem Manhattan Jazz Orchestra (mit dem er mehrfach zwischen 1989 und 2006 in Japan tourte), dem Orchestra of St. Luke’s und The New York Ragtime Orchestra an. Price war Gründungsmitglied der Long Island Philharmonic.[1]
Zu seinen Fernsehauftritten zählten die Sesamstraße und eine elfjährige Tätigkeit im Musikteam von Saturday Night Live (1990–2001), wo er gelegentlich gemeinsam mit der Hausband und Gastkünstlern vor der Kamera auftrat. Zu seinen Filmaufnahmen zählen „The Wiz – Das zauberhafte Land“ (1978), „Adventures in Babysitting“ (1987), „Cape Fear“ (1991) und „Glengarry Glen Ross“ (1992).[1] Im Bereich des Jazz war er laut Tom Lord zwischen 1968 und 2007 an 87 Aufnahmesessions beteiligt, u. a. auch mit Burt Collins, Rusty Dedrick, Freddie Hubbard, Gerry Mulligan, Eumir Deodato, Eddie Palmieri, Phil Woods, Dave Matthews, Joe Farrell, Urbie Green, Michel Legrand, Jon Faddis, Bob Wilber (Cotton Club) und Benny Golson.[2]
Weblinks
- Tony Price bei Discogs