Topo-optische Reaktion
Effekt in der Histologie
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Die topo-optische Reaktion bezeichnet in der Histologie den Effekt der Änderung der Doppelbrechung von Farbstoffen bei Metachromasie.
Eigenschaften
Metachromatische Effekte an Farbstoffen können bei Änderung des Lösungsmittels (Solvatochromie) oder bei Verwendung von manchen Metallsalzen (Aluminium, Eisen, Chrom, Wolfram, Molybdän, Kupfer) entstehen.[1] So ist beispielsweise Hämatein aus der Hämatoxylinfärbung braunrot, der Eisenion-Hämatein-Komplex schwarzblau.[1] Metachromatische Effekte entstehen auch, wo farbstoffbindende Stellen in großer Anzahl nah beieinander liegen (Abstand ≤ 0,4 nm, z. B. Nukleinsäuren, manche saure Polysaccharide), wodurch viele Farbstoffmoleküle nah beieinander gruppiert und quasi gestapelt orientiert werden.[1] Dadurch bildet sich eine gemeinsame Elektronenwolke der π-Elektronen in den konjugierten Doppelbindungen und das Absorptionsmaximum des Farbstoffs verschiebt sich in den kürzerwelligen Bereich des Lichtspektrums.[1] Die verstärkte Doppelbrechung durch die Metachchromasie von eng gestapelten Farbstoffen wird in der Polarisationsmikroskopie nach Georg Romhányi als topo-optische Reaktion bezeichnet und genutzt, um regelmäßige Strukturen zu kontrastieren.[1]
Beispiele für histologische Färbungen mit topo-optischer Reaktion sind die Aldehyd-Bisulfit-Toluidinblau-Reaktion (ABT) für nah beieinander stehende Hydroxygruppen von Polysacchariden,[2][3][4] die Aldehyd-Bisulfit-1,9-Dimethyl-Methylenblau-Reaktion (ABD),[5] die topo-optische Reaktion für Sialinsäuren[5][6] und die Amyloid-Färbung mit Kongorot.[7][8]