Tornow (Planebruch)
Wohnplatz im Ortsteil Cammer der Gemeinde Planebruch im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg
From Wikipedia, the free encyclopedia
Tornow ist ein Wohnplatz im Ortsteil Cammer der Gemeinde Planebruch im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.[1]
Tornow Gemeinde Planebruch | |
|---|---|
| Koordinaten: | 52° 16′ N, 12° 42′ O |
| Höhe: | ca. 49 m ü. NHN |
| Eingemeindung: | 1929 |
| Eingemeindet nach: | Cammer |
| Postleitzahl: | 14822 |
Geografische Lage
Der Wohnplatz liegt im Norden der Gemarkung von Planebruch. Er ist vom Truppenübungsplatz Lehnin umgeben und über eine Straße, die am Forsthaus Rädel entlangführt, erreichbar. Das umliegende Gelände ist bewaldet und liegt auf einer Höhe von rund 49 m ü. NHN.[2]
Geschichte
13. bis 15. Jahrhundert
Tornow entstand als Vorwerk auf der Gemarkung von Lehnin. Die mittelalterliche Dorfstelle des ursprünglichen Dorfes ist bisher nicht sicher lokalisiert. Auf eine mögliche Lage weist der Flurname Tornowsche Wiese nordwestlich des heutigen Freienthal hin, der auf einer Karte der Zauche von 1777 verzeichnet ist. 1247 wurde der Ort erstmals als villa Tornowe erwähnt. Weitere Nennungen erfolgten 1375 als Tornow, 1450 als feltmarck dÿ beyst tornow und 1580 als Tornow. Bis 1247 war der Markgraf Grundherr. In diesem Jahr gelangte das Dorf an das Kloster Lehnin, das seit 1249 auch den Zehnten besaß. Nach der Säkularisation des Klosters gehörte Tornow von 1542 bis 1872 zum Amt Lehnin. 1247 wird Tornow als Dorf (villa) mit 30 Hufen genannt. 1375 umfasste es noch 18 Hufen; eine Handschrift des Landbuchs nennt abweichend 28 Hufen. Die verringerte Hufenzahl könnte auf einen bereits begonnenen Wüstungsprozess hindeuten. 1450 bestand nur noch die Feldmark mit 29 Hufen.[3]
16. und 17. Jahrhundert
1580 wird ein Pachtschäfer erwähnt. 1602 bestand auf der Feldmark ein Vorwerk mit einer Aussaat von 7 Wispeln 18 Scheffel Roggen und 3 Wispeln 22 Scheffeln Hafer, 89 Fudern Heu sowie Beständen von 824 Schafen und 37 Schweinen. 1607/1608 wurden außerdem 37 Rinder und 799 Schafe gezählt. 1624 werden der Pachtschäfer und die Knechte genannt. 1662 verfügte das Vorwerk über eine Aussaat von 4 Wispeln 5 Scheffeln Roggen, 15 Scheffeln Gerste, 2 Wispeln 21 Scheffeln Hafer und 3 Scheffeln Erbsen, ferner über 40 Fuder Heu, 40 Stück Rindvieh, 451 Schafe und 37 Schweine. 1687 lebten dort ein Amtsschäfer, ein Großknecht und ein Mittelknecht.[3]
18. Jahrhundert
1729 umfasste das Vorwerk 922 Morgen 175 Quadratruten Ackerland mit einer Aussaat von 13 Wispeln 7 Scheffeln 13 Metzen, darunter 6 Wispel 16 Scheffel 4 Metzen Roggen, 1 Wispel 9 Scheffel 4 Metzen Gerste, 5 Wispel 5 Metzen Hafer und 6 Scheffel Erbsen. Hinzu kamen 184 Morgen 89 Quadratruten Heuerland und 185 Morgen 85 Quadratruten Wiesenwachs. Gehalten wurden 20 Kühe, 12 Stück Güstevieh, 800 Schafe sowie Schweine und Federvieh. 1745 wird die Schäferei erwähnt. 1746 besaß das Vorwerk 1091 Morgen 90 Quadratruten Land, davon 906 Morgen Acker und 185 Morgen 90 Quadratruten Wiesenwachs, mit einer Aussaat von 2 Wispeln 23 Scheffeln Roggen, 20 Scheffeln Gerste und 3 Wispeln Hafer. Der Viehbestand umfasste 20 Kühe, 10 Stück Güstevieh und 800 Schafe. 1772 wurde Tornow als Vorwerk geführt.[4]
19. und 20. Jahrhundert
1801 bestanden Vorwerk und Schäferei mit einem Einlieger, 32 Lehnhufen und drei Feuerstellen. 1837 wurde Tornow weiterhin als Vorwerk bezeichnet. 1858 bestanden zwei Wohngebäude und vier Wirtschaftsgebäude, 1895 wurden zwei Wohnhäuser gezählt.[4] Tornow war zunächst Teil des Gutsbezirks Lehnin, wurde 1885 und 1895 als selbständiger Gutsbezirk geführt und gehörte 1905 zum Gutsbezirk Lehnin Forst. Im Zuge der Auflösung der Gutsbezirke wurde Tornow 1929 nach Cammer eingemeindet. 1931 war es ein Wohnplatz von Cammer.[4] 1973 bestand dort eine Revierförsterei. Kirchlich war das Vorwerk nach Rädel eingepfarrt.
Bevölkerungsentwicklung
| Einwohnerentwicklung in Tornow von 1772 bis 1925 | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1772 | 1801 | 1817 | 1858 | 1871 | 1885 | 1895 | 1925 | ||
| Einwohner | 17 | 17 | 15 | 27 | 16 | 13 | 12 | 5 | ||
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 428 und 429)