Linie T11 (Straßenbahn Île-de-France)
Straßenbahnlinie in der französischen Region Île-de-France
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Die Linie T11 der Straßenbahn Île-de-France (auch als Tram Express Nord oder T11 Express bezeichnet) ist eine tangentiale Stadtbahn-Verbindung in der Region Île-de-France, die die Vororte nördlich bzw. nordöstlich im Großraum Paris bedient. Seit 2017 verbindet sie Épinay-sur-Seine und Le Bourget, im Endausbau soll die Linie vom RER-Bahnhof Sartrouville im Département Yvelines zum Bahnhof Noisy-le-Sec im Département Seine-Saint-Denis führen.
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| Streckenlänge: | 11 km |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Eröffnung: | 2017 |
| Stationen: | 7 |

Die Linie T11 wird als Tram-Train bezeichnet, verkehrt im Gegensatz zu anderen Tram-Train-Linien, auch im Großraum Paris, aber nur als Eisenbahn. Die Wagen verkehren ausschließlich auf eigener Trasse, die parallel zum Güterzugring Grande Ceinture liegt. Der Betrieb wird mit vierteiligen Citadis Dualis durchgeführt, die auch im Straßenraum verkehren dürfen.
Die Inbetriebnahme auf der mittleren Teilstrecke zwischen den Bahnhöfen Épinay-sur-Seine und Le Bourget fand am 1. Juli 2017 statt. Die Projektplanung erfolgte durch den regionale Aufgabenträger STIF (nunmehr Île-de-France Mobilités), für den Bau waren SNCF bzw. RFF (heute SNCF Réseau) verantwortlich. Betrieben wird die Linie durch Stretto, einem gemeinsamen Tochterunternehmen der SNCF und Keolis.
Ursprünglich war die Inbetriebnahme der Gesamtstrecke mit dem Zeithorizont 2020 geplant[1], derzeit ist ein Fertigstellungsdatum nicht absehbar.
Strecke und Bauphasen
In der Anfangsphase der Planungen wurde die Bezeichnung Tangentielle Nord verwendet, welche Anfang 2014 durch den Terminus Tram Express Nord ersetzt wurde.[2] Seit Sommer 2016 wird sie als Linie T11 bzw. T11 Express bezeichnet.
Die Linie soll im Endzustand eine Länge von 28 km aufweisen und über 14 Haltestellen verfügen. Im derzeitigen ersten Ausbauzustand werden 7 Haltestellen auf 11 Kilometer Strecke bedient. Die Linie T11 bietet Umsteigemöglichkeiten zum RER, Transilien, weiteren Straßenbahnlinien und künftig auch zum Grand Paris Express.


Bei diesem Projekt wurde ein neuartiger Ansatz aufgegriffen: Da die Strecke ausschließlich für den Personenverkehr vorgesehen ist, wird sie nicht einer Vollbahn entsprechend ausgebaut, sondern eher wie eine deutsche Stadtbahn: Der Gleisabstand und damit die Planumsbreite ist geringer (8,5 statt der sonst üblichen 10 m) und es kommen leichte Tram-Train-Fahrzeuge zum Einsatz, wodurch sich sowohl der Lärmpegel in Grenzen hält als auch die Anforderungen an den Streckenbau sinken. Die zweigleisige Trasse wird neben der bereits vorhandenen und primär für den Güterverkehr benutzten Ligne de la grande ceinture de Paris, der Pariser Ringbahn, gebaut.
Die heutige Strecke: Der mittlere Bauabschnitt
Der erste und bereits in Betrieb befindliche Abschnitt Epinay-sur-Seine – Le Bourget stellt im Endausbau das Mittelstück der Linie dar. Der Abschnitt verbindet vier bereits bestehende Bahnhöfe, welche um die Strecke der Linie T11 ergänzt wurden. Drei Stationen wurden vollständig neu errichtet. Sieben Bahnübergänge wurden durch Brücken bzw. Unterführungen ersetzt.[3]
Mit den ersten vorbereitenden Bauarbeiten wie der Verlegung von Versorgungsleitungen wurde 2009 begonnen und ab Dezember 2010 wurde an der Infrastruktur der Strecke gearbeitet. Am 1. Juli 2017 wurde dieser Abschnitt in Betrieb genommen.
Ungewöhnlich für eine Straßenbahnlinie ist die Ausstattung der Strecke: Der mittlere Haltestellenabstand beträgt knapp 2 km. Die Fahrleitungsspannung beträgt 25 kV. Die Züge fahren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, wodurch eine Reisegeschwindigkeit von fast 50 km/h erreicht wird.[4]
Im Bahnhof Le Bourget besteht eine elektrisch befahrbare Verbindung zur benachbarten Eisenbahnstrecke der Grande Ceinture.
Weiterer Ausbau

Die Finanzierung der weiteren Ausbauplanung wurde im September 2021 beschlossen.[5]
Verlängerung nach Westen
Richtung Westen ist geplant, die Strecke um vier Bahnhöfe zu verlängern, wobei drei davon bereits existieren und von anderen Linien bedient werden:
- Sartrouville


- Sartrouville Val Notre-Dame
- Val d'Argenteuil

- Argenteuil

Das Département Val-d’Oise mit der Stadt Argenteuil soll künftig mit der Métrolinie 19 des Bahnverkehrprojektes Grand Paris Express besser angebunden werden. Daher wurden dort Befürchtungen laut, dass deswegen die Verlängerung der Straßenbahn T11 nicht realisiert werde.[6]
Verlängerung nach Osten
Richtung Osten ist eine Verlängerung um drei Bahnhöfe vorgesehen, wobei der Bahnhof Noisy-le-Sec bereits besteht:
- Drancy-Bobigny

- Bobigny-La-Folie
- Noisy-le-Sec


Betrieb, Fahrzeuge und Wartung

Der Betrieb wird nicht mit klassischen Vollbahnfahrzeugen, sondern mit Tram-Train-Fahrzeugen des Typs Citadis Dualis durchgeführt. Die Fahrzeuge sind 42 Meter lang, 2,65 Meter breit und fassen 250 Fahrgäste. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 100 km/h.

Aktuell werden 11 Züge benötigt. Nach Fertigstellung der Gesamtstrecke sollen 38 Garnituren zum Einsatz kommen. Die Wartung der Fahrzeuge erfolgt im Betriebshof in Noisy-le-Sec, der am 15. September 2016 offiziell eingeweiht wurde.[7][8] Dort befindet sich auch die Streckenleitzentrale.
Das STIF beschloss Anfang Juni 2014 den Kauf von 15 vierteiligen Dualis-Garnituren. Die Auslieferung begann im Sommer 2016. Am 1. Juli 2017 wurde auf dem ersten Streckenabschnitt zwischen Epinay und le Bourget der Betrieb aufgenommen. Die Kosten in Höhe von 88 Millionen Euro übernahm das STIF.[9][10]
Zur Hauptverkehrszeit ist ein Fahrten-Intervall von fünf Minuten vorgesehen, ansonsten fahren die Züge im 10-Minuten-Takt. Die Gesamtfahrzeit von Sartrouville bis Noisy-le-Sec soll 35 Minuten betragen.
Fahrgastzahlen und Anschlüsse an das Schienennetz
Auf dem ersten Streckenabschnitt werden 42 000 Reisende pro Tag erwartet. Die Bahn hat Anschlüsse an die RER-Linien RER B, RER C und RER D, an die Linie H des Transilien-Netzes, die Straßenbahnlinie T8 und später auch an die Linien 16 und 17 des Projektes Grand Paris Express.
Nach der Fertigstellung der gesamten Strecke erwartete man 2016 bis zu 250 000 Fahrgästen täglich. Auf den Verlängerungsstrecken entstehen Anschlüsse zu den Linien RER A, RER E und zu den Linien L und J des Transilien.[7]
Siehe auch
Weblinks
- Harald A. Jahn: Paris, TramExpress T11, Straßenbahn in Frankreich, tramway.at
- Tramway Line T11 Express bonjour-ratp.fr (englisch)
- Ehemalige Website zur Tram 11 Express ( vom 11. März 2018 im Internet Archive)
