Trans Kirke
Kirchengebäude in Lemvig Kommune, Dänemark
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Die Trans Kirke ist eine mittelalterliche Dorfkirche in Trans in der dänischen Lemvig Kommune in der Region Midtjylland. Sie gehört zur Dänischen Volkskirche (Folkekirken) und ist dem Bistum Viborg zugeordnet.

Lage
Die Kirche steht im kleinen Sogn Trans, ursprünglich im Zentrum des Dorfes gelegen, heute jedoch nur noch rund 100 Meter vom steil abfallenden Küstenrand der Nordsee entfernt.[1] Dies ist Folge jahrhundertelanger Küstenerosion, die einen Großteil des ursprünglichen Siedlungsgebiets weggespült hat.
Geschichte
Die Trans Kirke wurde vermutlich im 12. Jahrhundert als romanische Steinkirche erbaut und ist damit etwa 900 Jahre alt. Vor dem Bau der heutigen Kirche bestanden an derselben Stelle vermutlich mehrere hölzerne Vorgängerbauten. Bei Restaurierungsarbeiten in den 1960er Jahren wurden südlich an die Kirche angrenzend Reste von mindestens zwei älteren Holzkirchen sowie ein Glockenstapel gefunden. Unter dem Boden der jetzigen Kirche befanden sich mehrere Gräber des früheren Kirchhofs. Entdeckt wurden auch Werkzeuge, eine Schmiedewerkstatt unter dem heutigen Chor und mehrere Bleischmelzgruben, die von am Kirchbau beteiligten Handwerkern zurückgelassen wurden,[2] sowie 83 Münzen, von denen die älteste aus der Zeit von Sven Estridsson († 1076) stammt.[3]
Die erste schriftliche Erwähnung stammt erst aus einem Kirchenregister des Bistums Ribe von 1350.[4]
Spätestens ab 1446 gehörte die Kirche dem nahegelegenen Gut Herpinggård. In den folgenden Jahrhunderten statteten die jeweiligen Gutsherrn die Kirche aus. 1671 erhielt Henrik Ruse Trans Kirke zusammen mit allen anderen Kirchspielen der Harde von König Christian V. übertragen und wurde Teil der Baronie Rysensteen. Unter seinen Nachfolgern Juel-Rysensteen wurde die Kirche wieder an den Gutsherrn verkauft und wechselte mehrfach den Besitzer.[4] Erst 1914 wurde diese Verbindung mit Herpinggård aufgehoben.[5]
Am 29. September 1912 zerstörte ein Brand im Chor dessen gesamte Ausstattung. Das Altarretabel, das Gutsherr Hans Krabbe der Kirche 1655 zusammen mit der Kanzel geschenkt hatte, verbrannte zusammen mit den Kniebänken, den Altarschranken sowie den Altarleuchtern und den Abendmahlsgefäßen. Der beschädigte mittelalterliche Altartisch wurde anschließend abgetragen und der Chor im neuromanischen Stil neu gestaltet.[6]
Nach Instandsetzungsarbeiten 1796/98 – u. a. neue, größere Fenster – und 1830 fand 1963 bis 1965 eine grundlegende Renovierung statt, in deren Rahmen auch die Ausgrabungen unternommen wurden, bei denen die Vorgängerbauten und die Umbaumaßnahmen der vergangenen Jahrhunderte untersucht wurden. Dabei wurde der Großteil der Kircheneinrichtung entfernt, darunter das Gestühl, die Emporen und die Einrichtung des Chores von 1913. Weitere Instandsetzungen wurden 1977 und 2006 durchgeführt.[7]
Schon seit dem 18. Jahrhundert teilte sie sich den Pastor mit der Fjaltring Kirke und gehört seit 2008 gemeinsam mit Ferring, Fjaltring und Vandborg zu den Havsogne, den See-Gemeinden.[8]
Architektur
Die ältesten Bauteile der Kirche – Chor und Schiff – bestehen aus robusten Granitquadern, ergänzt durch Kalk- und Flintsteine. Im Spätmittelalter wurde an das Westende ein Turm angebaut, dessen unterer Teil aus Granitquadern besteht, während der obere Teil aus Feldsteinen und Ziegeln gebaut wurde. Der Turm diente ab etwa 1800 auch als Waffenhaus. Die ursprünglichen Eingänge an der Süd- und Nordwand des Kirchenschiffs sowie einige romanische Rundbogenfenster sind zugemauert.
Im Inneren trennt ein aus Backsteinen im Klosterformat gemauerter Chorbogen das Kirchenschiff und den nur wenig schmaleren Chor. An südwestlicher Seite des Chorbogens befand sich in vorreformatorischer Zeit ein Nebenaltar, dessen Fundament bei den Ausgrabungen festgestellt wurde. Heute steht dort die Kanzel, die durch einen Mauerdurchbruch vom Chor aus betreten wird. Chor und Schiff haben eine flache Bretterdecke, nur der Turmraum ist eingewölbt.
Ausstattung
Die Kirche wurde nach einer Restaurierung 1964/65 neu eingerichtet und ist geprägt von minimalistischem Holzdesign.[5]
Von der älteren Kirchenausstattung wurden übernommen:
- der romanische Taufstein aus Granit mit dekorativen Motiven der westjütländischen Steinmetztradition von etwa 1150;
- das Triumphkreuz aus dem 17. Jahrhundert;
- die Kanzel aus dem Jahr 1655 von dem Schnitzermeister Kristen Spend mit reichem Renaissanceschmuck; die Ausmalung der Füllungen mit dem Salvator mundi und den vier Evangelisten ist nicht erhalten, die Inschriften mit Bibeltexten und die Farbfassung wurden nach 2013 rekonstruiert;
- das Altargemälde von Niels Bjerre (1913), das den auferstandenen Christus und Maria Magdalena darstellt;
- das Schiffsmodell des Dreimasters Christine schenkte Jens Helmig, 1935–1939 Pastor von Trans und Fjaltring;
Reste eines mittelalterlichen Ziboriums aus dem 13. Jahrhundert, die 1655 in das neue Retabel integriert worden waren, waren 1903 an das Nationalmuseum abgegeben worden und blieben dort erhalten. Dabei handelt es sich um eins der wenigen Beispiele eines mittelalterlichen Altarbaldachins in Dänemark.[2][9]
Kirchhof
Der Kirchhof ist von einem weißen Lattenzaun umgeben und enthält wenige Gräber. Archäologische Untersuchungen förderten 35 Grabstätten früherer Epochen zutage, darunter Fundstücke wie eine seltene Runen-Münze aus der Zeit Svend Estridsens.
Literatur
- Trans Kirke. In: Danmarks Kirker. Band XVIII, 2013, S. 1677–1724 (dänisch, Online).
Weblinks
- Trans Kirke. In: havsogne.dk. Abgerufen am 13. Februar 2026 (dänisch).