Traugott Gerber

deutscher Mediziner und Botaniker From Wikipedia, the free encyclopedia

Traugott Gerber (* 16. Januar 1710 in Zodel (getauft); † 8. Februar 1743 in Wyborg) war ein deutscher Mediziner und Botaniker.

Leben und Wirken

Traugott Gerber war das vierte Kind des Pastors Johann George Gerber und dessen Frau Sidonia Pfeiffer. Er wurde am 16. Januar 1710 getauft. Über seine Kindheit und frühe Jugend ist wenig bekannt.

Am 29. April 1730 wurde Gerber an der Universität Leipzig als Medizinstudent registriert. Am 29. Juli 1735 wurde er mit seiner Dissertation De thoracibus (Über den Brustkorb) zum Doktor der Medizin (M.D.) promoviert.

Von 1735 bis 1742 war er Arzt in Russland und Direktor des ältesten botanischen Gartens in Moskau. Zwischen 1739 und 1741 führte Gerber einige Expeditionen in Russland an Don und Wolga durch, um Arzneipflanzen und -kräutern zu sammeln. Es entstanden drei Regionalfloren, eine über Moskau (Flora mosquensis), eine über die Wolga (Flora volgensis) und eine über den Don (Flora tanaecensis), die als Manuskript erhalten sind.

1742 folgte er der russischen Armee als Arzt nach Finnland. Er starb mit 33 Jahren in Wyborg.

Gerber korrespondierte unter anderem mit Adriaan van Royen[1] und Albrecht von Haller[2].

Würdigung

Im Vorwort seiner 1747 erschienenen Flora Zeylanica würdigte Carl Linnaeus Gerbers Beitrag zur Erforschung der russischen Flora kurz.[3]

1758 beschrieb er in Opera varia die Gattung Gerbera aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).[4]

Schriften (Auswahl)

Manuskripte

Folgende Manuskripte von Gerber sind erhalten:[5]

  • Flora mosquensis.
  • Index botanicus tetraglottus.
  • Flora volgensis seu plantae ad fl. Volgam, in desertis circa Simbirsk, Samara, Saratow, Zarizyn, et in reditu per tractum Tanaënsium Kosaccorum et deserta Tamboviensia observatae.
  • Flora Tanaënsis seu conspectus plantarum in desertis Voronicensibus, Tavrovien sibus el aliis collectarum et siccatarum. 1741.

Literatur

  • Markus Rentsch: Traugott Gerber (1710 - 1743), ein deutscher Arzt und Forschungsreisender im Dienst der Botanik und Medizin im Russland des 18. Jahrhunderts. Eigendruck der SLUB Dresden, Dresden 2013 (Dissertation).
  • Hans Bröenhorst, Eberhard Garbe: Die Gerbera – benannt nach dem Arzt Dr. Traugott Gerber (1710–1743) aus Zodel an der Neiße. In: Oberlausitzer Heimatblätter. Band 27, 2010, S. 23–35.

Einzelnachweise

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